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Volleyball

19.09.2013

Nationalspielerin besucht SOS-Kinderdorf

EM-Finalistin Lenka Dürr engagiert sich für Flüchtlingsprojekt in Augsburg

Nach dem Gewinn von EM-Silber in Berlin und vor dem Wechsel zu ihrem neuen Verein in Aserbaidschan setzte sich Volleyball-Nationalspielerin Lenka Dürr für ein Flüchtlingsprojekt von SOS-Kinderdorf in Augsburg ein.

Es sind bewegte Tage für Lenka Dürr, Libero der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft aus Kaufbeuren im Allgäu. Am vergangenen Wochenende stand die 22-Jährige noch im Rampenlicht, wurde von über 8000 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle trotz des verlorenen Finales gegen Russland (1:3) als Silbermedaillengewinnerin gefeiert. Nun, Tage später, besucht sie neun junge Flüchtlinge, die von SOS-Kinderdorf in Augsburg betreut werden.

Ihre Popularität nutzt Lenka Dürr, um denen zu helfen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, bevor sie am Wochenende zu einem neuen Abenteuer aufbricht: Dann wechselt sie als Volleyball-Profi zum Spitzenteam Igtisadchi Baku nach Aserbaidschan, 4000 Kilometer fernab der Heimat.

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Doch zuvor spielt Dürr, die im Nationalteam als Libero nach jedem Ball hechtet und die Abwehr koordiniert, auf der holprigen Wiese im Augsburger Stadtteil Hochfeld zur Gaudi mit jungen Flüchtlingen aus Somalia, Afghanistan, Palästina und dem Irak. Krieg, Armut und Verfolgung haben ihnen alles geraubt: ihre Kindheit, ihre Hoffnung und häufig auch ihre Familien – bis sie sich zur Odyssee einer Flucht entschlossen. „Für die meisten ist die Flucht ein Trauma, ganz zu schweigen von dem, was sie vorher erlebt haben“, berichtet Angelika Christl, Bereichsleiterin der SOS-Familien- und Jugendhilfen Augsburg, die zum internationalen Hilfswerk von SOS-Kinderdorf gehören.

Für ein paar Minuten vergessen die Jungs ihre Sorgen, sind stolz, dass sich die Spitzensportlerin, mit der sie bei der Europameisterschaft vor dem Fernseher mitgefiebert haben, für ihr Schicksal interessiert. Auch der frühere Stürmer des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg, Nando Rafael, der aus seiner Heimat Angola nach Amsterdam geflüchtet war, hatte den jungen Flüchtlingen bei einem Besuch Mut zugesprochen.

„Es ist toll, welche Mühe man sich mit den jungen Flüchtlingen gibt“, sagt Lenka Dürr, die schon öfter für SOS-Kinderdorf gespendet hat und sich künftig noch stärker beim Kinderhilfswerk engagieren will. Dazu hat sie auch in Baku die Gelegenheit, wo SOS-Kinderdorf über 100 Kinder betreut.

Ins Ausland zu wechseln, war für Lenka Dürr schon immer ein Traum. Reiche Vereinsbosse locken mit viel Geld Spitzensportlerinnen in den Kaukasus. Mit Igtisadchi Baku wird Dürr, die zuletzt für die Roten Raben in Vilsbiburg auflief, auch in der Champions League spielen.

„Es ist ein Abenteuer“, sagt Lenka Dürr mit heiserer Stimme. Bei den Spielen der Europameisterschaft war es in den ausverkauften Hallen so laut, dass sich die Spielerinnen bei ihren Kommandos anbrüllen mussten, um sich verständigen zu können. Erinnerungen an eine famose EM der Nummer eins im Nationalteam. (sm)

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