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Tennis

31.08.2018

Olympisches Flair beim TC Augsburg

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2 Bilder
Nicolas Kiefer (links) und Rainer Schüttler präsentieren mit leerem Blick ihre Silbermedaillen 2004 in Athen.
Bild: Odd Andersen

Nicolas Kiefer schlägt bei der deutschen Ü40-Mannschaftsmeisterschaft auf

Es ist noch gar nicht so lange her, da zahlten Tennis-Fans hohe Eintrittspreise, um Nicolas Kiefer, 41, spielen zu sehen. Wie zum Beispiel am 21. August 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen. Gemeinsam mit Rainer Schüttler war Kiefer in das olympische Doppel-Finale gegen das chilenische Duo Gonzalez/Massu eingezogen. Die beiden Deutschen waren dicht davor, sensationell Gold für Deutschland zu holen. Im Tiebreak des vierten Satzes hatten sie gleich vier Matchbälle, vergaben sie aber. Am Ende stand eine 2:6, 6:4, 6:3, 6:7, 4:6-Niederlage auf der Anzeigetafel. Die Tränenbilder von Kiefer und Schüttler (beide mit einem Lorbeerkranz auf dem Kopf) sind auch 14 Jahre später noch in Erinnerung.

Am Samstag und am Sonntag gibt es den ehemaligen Weltranglisten-Vierten zum Nulltarif auf der Anlage des TC Augsburg zu sehen. Dort spielen die vier besten Ü40-Tennisteams Deutschlands (TC Augsburg, TC GW Ratingen, TC BW Bohlsbach, TC SCC Berlin) ihren Meister aus. Der inzwischen 41-jährige Kiefer tritt als Nummer eins beim TC GW Ratingen an. Er ist aber nicht der einzige Ex-Weltklassespieler. Titelverteidiger TC BW Bohlsbach (ein Ortsteil von Offenburg) reist zum Beispiel mit Alexander Waske und den Tschechen David Prinosil und Jiri Novak an.

Am hellsten strahlt aber das Olympia-Silber von Kiefer. Eine Medaille im Tennis für das eigene Land zu holen, dies gelingt nicht vielen Sportlern. Dennoch passte diese Niederlage zu der langen Karriere von Kiefer, der lange als der Nachfolger von Boris Becker galt. An dessen Erfolge kam Kiefer nie heran. Er gewann sechs Titel auf der ATP-Tour. Zu einem Grand-Slam-Sieg reichte es für den ehemaligen Weltranglisten-Vierten nie, das beste Resultat war die Halbfinalteilnahme bei den Australian Open 2006.

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Doch die Lust am Tennisspielen hat Kiefer nie verloren. Er ist in der Tennisbase in Hannover als Trainer und Berater beschäftigt und auch Tennis-Experte des Robinson Clubs, eine hundertprozentige Tochter des in Hannover ansässigen Tourismus-Riesen TUI.

Dass Kiefer sich mit dem TC GW Ratingen als einer von Regionalliga-Meistern qualifiziert hat, war erwartet worden, dass aber der TC Augsburg als Süd-Ost-Meister im Quartett der Großen mitspielen darf, war selbst für die Augsburger Spieler überraschend.

„Das ist eine Riesensache. Wir waren schon öfters nahe dran, vor einigen Jahren haben wir im entscheidenden Spiel im Match-Tiebreak verloren. Heuer wollten wir einen gesicherten Mittelfeldplatz und dann lief alles optimal“, erzählt Mannschaftsführer Uli Bengeser. Bengeser und seine Teamkollegen Alexander Windisch, Christian Weis, Michael Austen, Thomas Walter, Werner Kraupa, Jan Micolaiczak und Peter Böck gewannen alle sieben Spiele.

Da diesmal turnusmäßig der Süd-Ost-Meister mit der Ausrichtung der deutschen Meisterschaft dran ist, geben sich in Augsburg die ehemaligen Weltklassespieler ein Stelldichein. „Es ist natürlich super, wenn man gegen solche Spieler antreten kann“, freut sich Bengeser.

Ganz chancenlos ist der TCA nicht. Schließlich war der 46-Jährige selbst schon Zweitliga-Spieler (TC Neusäß), wurde Christian Weis vor wenigen Tagen Vizeweltmeister in der Altersklasse 50 und ist Alexander Windisch derzeit Weltranglistendritter in derselben Altersklasse. „Wir sind Außenseiter. Alexander ist im Urlaub. Es sind die einzigen Tage, die er mit seiner Familie verbringen kann“, sagt Bengeser.

Bengeser hofft auf trockenes Wetter und viele Zuschauer: „Von den Namen her ist es ein Top-Event.“

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