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Abschied
29.11.2021

Mama kommt nicht mehr. Wie kann ein Kind lernen, mit der Trauer zu leben?

Der Friedhof ist für manche Kinder ein ganz wichtiger Ort zum Trauern.
Foto: Bernhard Classen, Imago Images (Symbolbild)

Plus Für Kinder bricht eine Welt zusammen, wenn sie Mutter oder Vater verlieren. Spezielle Trauergruppen können dann helfen – so wie bei Lisa und ihrer Oma.

Als Lisa vier Jahre alt ist, endet das Leben, wie sie es kennt, von einer Sekunde zur anderen. Ihr geschieht mit das Schlimmste, was einem Kind passieren kann. Eines Nachts stirbt Lisas Mutter im Schlaf, während ihre Tochter neben ihr liegt. Das Mädchen versucht seine Mama aufzurütteln, doch die junge Frau reagiert nicht, wacht nicht mehr auf. Weil die Mutter alleinerziehend ist, wird Lisa noch in der Nacht zu einer Pflegefamilie gebracht, die Polizei verständigt die Großmutter. Sie entschließt sich kurze Zeit später, ihre Enkelin aufzunehmen und großzuziehen. Beide trauern sehr, besuchen jeden Tag den Friedhof, weinen viel. Die eine um die Mutter, die andere um die Tochter.

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30.11.2021

Mein Mann ist November letzten Jahres verstorben, nach langer Krankheit und wir sind dadurch auch mit meiner Tochter und Familie in ein Zweifamilienhaus umgezogen. Unsere Enkelin hatte eine sehr intensive und innige Beziehung zu ihrem Opa. Er durfte auch zu Hause sterben. Meine Enkelin konnte dadurch auch vom Verstorbenen abschied nehmen, ihn nochmal umarmen und berühren. Wenn es auch nicht möglich war, sie überallhin mitzunehmen wurden alle Dinge auch in ihrem Sinn erledigt (Sterbebild, Grabstein usw.). Das hat ihr sehr geholfen, und bei der Beerdigung konnte sie ein Stofftier, das sie dem Opa einmal im Krankenhaus schenkte beilegen. Mit in den Sarg wollte sie es nicht geben, da sie Angst hatte, dass es wieder herausgenommen wird und nicht verbrannt wird. Diese Angst konnte man ihr nicht nehmen, also Alternative mit ins Grab geben. Deswegen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, wie wichtig diese Dinge für Kinder sind. Noch eine kleine Geschichte dazu: 2 oder 3 Wochen nach der Beerdigung kam sie zu mir hoch und wollte ein Briefkuvert haben. Ich fragte dann wie groß und ob mit oder ohne Fenster. Das wusste sie nicht und ich dachte es wäre für meine Tochter. Also habe ich sie wieder runter geschickt und gesagt sie solle fragen. Dann kam sie mit einem Briefbogen, Papa telefoniert und Mama ist nicht da, aber das soll rein. Nun stellte sich heraus, dass sie einen Brief an den Opa geschrieben hat und diesen ihm in den Himmel schicken wollte. Das schnürrte mir natürlich erst einmal das Herz zu. Was tun? Jetzt erklärte ich ihr, dass ich erst einmal gar keine Adresse vom Himmel hätte und die Post auch dahin keine Briefe ausliefert. Dann sagte ich dass wir den Brief in ein Kuvert stecken und sogar eine Briefmarke darauf kleben, dann gehen wir auf den Friedhof und am Grab solle sie den Brief erst einmal ihrem Opa vorlesen, dann geben wir ihn in das Kuvert. Wir haben dann eine Metallschüssel mitgenommen und den Brief reingelegt. Und ich erklärte ihr, dass wir diesen anzünden und dann der Rauch in den Himmel zum Opa aufsteigt und er dann ihren Brief bekommt. Das war für sie ein großer Trost und als sie dann noch die Asche über das Grab verstreuen durfte war sie wieder zufrieden. Mit solchen Kleinigkeiten gibt man den Kindern Trost und die Möglichkeit ihre Trauer auszuleben. Für meine Enkelin war das sehr entscheidend und am Grab hat sie eine Ecke, die sie bepflanzt und heute geht sie sogar öfter allein auf den Friedhof, der ist zum Glück nur so ca. 500 m von uns entfernt, und gießt die Blumen. Wir vermissen natürlich noch immer sehr den Opa, aber mit so kleinen Ritualen hilft man auch den Kindern. Alles als Anregung und dass man die Hoffnung nie aufgeben soll. Aber man kann auch durchaus den Kindern sagen, dass man ebenfalls den Verstorbenen so sehr vermisst und man sehr trauert.

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