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Die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer sind unser Problem

Die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer sind unser Problem
Kommentar Von Sarah Ritschel
27.07.2020

Ohne Saisonkräfte aus Osteuropa wäre Gemüse viel teurer. Wie sie auf den Höfen leben, ist jedoch nicht nur moralisch höchst fragwürdig.

Den Erntehelfern aus Osteuropa haben wir zu verdanken, dass Obst und Gemüse in Deutschland so günstig sind. Sie schinden sich von früh bis spät auf den aufgeheizten Feldern und kehren am Ende oft mit einem Monatslohn in ihre Heimatländer zurück, für den die meisten Deutschen nicht vom Liegestuhl aufstehen würden. Die Arbeitsbedingungen, die vor Corona vor allem aus moralischer Sicht diskutiert wurden, sind in Zeiten des Virus ein Problem für uns alle geworden. Covid-19 macht ja nicht an den Zäunen der Betriebe Halt.

Erntehelfer so gut wie uns alle schützen

Erntehelfer müssen genauso gut wie andere vor dem Coronavirus geschützt sein. Mehr Kontrollen, wie Markus Söder sie nun angekündigt hat, waren nach dem Ausbruch des Virus auf einem Spargelhof im Kreis Aichach-Friedberg und dem Chaos beim Fleischfabrikanten Tönnies überfällig.

 

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Bisher hatte sich die bayerische Regierung nicht groß um die Arbeits- und Wohnbedingungen der Helfer gekümmert. Zu Beginn der Corona-Pandemie ging es vor allem darum, wie man die Ernte der Großbauern retten könnte, wenn die Billig-Kräfte aus Osteuropa nicht einreisen dürfen. Inzwischen sind sie da – und jetzt muss es um ihren Schutz gehen. Dabei können die engmaschigen Kontrollen des Staates helfen. Sie bestrafen nicht nur nachlässige Unternehmen, sondern geben auch jenen Sicherheit, die tausende Euro in Hygiene investiert haben. Und keineswegs nur den Hofbesitzern sollte man über die Schulter schauen. Auch die Erntehelfer selbst müssen darüber aufgeklärt werden, wie wichtig es ist, dass sie sich an die Corona-Maßnahmen halten.

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31.07.2020

Das Problem sind importierte Erntehelfer mit naturgemäß begrenzten Wohnverhältnissen, während Millionen Arbeitslose auf Kosten des Sozialstaates tätigkeitslos in ausreichend großen Wohnungen sitzen.

Damit wird klar, es ist kein Problem das mit den Steuern und Sozialabgaben von arbeitenden Menschen gelöst werden darf!

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31.07.2020

Ach, und Sie würden wohl gerne die Arbeitslosen auf die Straße setzen.
Anstatt auch Erntehelfer vernünftigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, schieben sie die Problematik auf Arbeitslose.
Warum so ein asoziales Verhalten?

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31.07.2020

Richard M.
Warum unterstellen Sie asoziales Verhalten ?
Wo steht die Arbeitslosen auf die Straße setzen ?
Was sollen diese Unterstellungen ?

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31.07.2020

@ PETER P.

Vermute ich richtig, dass Sie die "importierten Erntehelfer" bei den Arbeitslosen mit den großen Wohnungen zwangseinquartieren würden?

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31.07.2020

Ich glaube man müsste sich vorher überlegen was man eigentlich will? Große Wohnungen für die Erntehelfer oder billiges Gemüse für uns. Beides zusammen scheint ja irgendwie nicht zu gehen. Oder man bezahlt denen einfach den Mindestlohn und die kucken selber nach einer Wohnung, müssen wir ja auch, oder?

Und warum hat man eigentlich die Flüchtlinge nicht genommen mit 1-Euro-Jobs, wenn billiges Gemüse so systemrelevant ist? Die hätten schon eine Unterkunft gehabt.

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31.07.2020

Gute Idee von Ihnen; wollte ich nicht machen ist aber sicher wegen interkultureller Bereicherung eine feine Sache.

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31.07.2020

Hallo Peter B.

Die Problematik mit den Erntehelfer den Arbeitslosen zuschieben ist nun mal asozial. Falls Sie anderer Meinung sind, dann können sie es doch begründen, anstatt mit Unterstellungen zu drohen. Bis jetzt sind dazu keine Argumente zu sehen.

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27.07.2020

Prima Kommentar. Kann ich zu 100% unterschreiben! Da könnten sich einige ihrer Kollegen ein Beispiel nehmen.

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