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Kriminalität

25.11.2019

Drogen und Waffen: Das Allgäu im Kampf gegen Schleuser

Auch an den Grenzen des Allgäus kämpfen Polizisten tagtäglich gegen Schleuserkriminalität, Drogen- und Waffenhandel.
Foto: Armin Weigel (Symbol)

Kriminalität an den Grenzen des Allgäus macht der Polizei zu schaffen. Nun haben die Behörden einen Plan entwickelt, wie sie Kriminellen Einhalt gebieten wollen.

Ein Anstieg der Schleuserkriminalität an den Grenzen des Allgäus und hohe Fallzahlen beim illegalen Drogen- und Waffenhandel: Polizei und Justiz kämpfen tagtäglich gegen die Organisierte Kriminalität. Zum Beispiel die Beamten der Bundespolizeiinspektion Kempten, die 220 Kilometer Grenze zwischen dem Bodensee und dem Ammergebirge im Visier hat. „Kriminalität macht an den Landesgrenzen nicht halt“, sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich am Montag beim Besuch der Kemptener Staatsanwaltschaft.

Neue Behörden, um grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen

Bei der Behörde wurde kürzlich eine neue Abteilung nach Vorbild des sogenannten „Traunsteiner Modells“ ins Leben gerufen. Damit solle die Schlagkraft der Ermittler bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität erhöht werden, sagte Eisenreich. Die erste Spezialabteilung zur effektiveren Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität war im August 2018 im oberbayerischen Traunstein ins Leben gerufen worden, es folgte die Ermittlungsbehörde in Landshut, jetzt ist Kempten an der Reihe. Weitere bayerische Staatsanwaltschaften in Grenznähe werden folgen. Die Kemptener Staatsanwaltsleiterin Petra Strohbach freut sich nach eigenen Worten über zwei zusätzliche Planstellen, die mit der Einführung des „Traunsteiner Modells“ verbunden sind.

Italiener versteckt 5000 Euro in seiner Unterhose

Die neue Abteilung wird eng mit den Polizei- und Ermittlungsbehörden in Österreich, der Schweiz, Italien und anderen Ländern sowie Europol zusammenarbeiten. Zum Konzept gehöre auch, das zu machen, was Tätern „besonder wehtut“, sagte der Justizminister: Erträge aus Straftaten müssten konsequent abgeschöpft werden. Deswegen gebe es in München eine „Zentralstelle zur Koordinierung der Vermögensabschöpfung“. „Je mehr kriminelles Geld wir aus dem Kreislauf entfernen, desto besser“, sagte Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle. Als Beispiel dafür wurde ein Fall aus dem Oktober 2017 genannt. Polizeibeamte kontrollierten damals einen Pkw am Grenztunnel bei Füssen. Am Steuer des Wagens saß ein Italiener, auf dem Beifahrersitz eine rumänische Staatsangehörige. Im Auto fanden die Beamten insgesamt 173.700 Euro Bargeld, 5000 Euro hatte der Italiener in seiner Unterhose versteckt. Die beiden machten keinen Angaben über die Herkunft des Bargeldes. Deshalb wurde der gesamte Betrag beschlagnahmt.

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