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Tourismus

09.01.2020

Fast 4000 Euro pro Woche: So viel bezahlt eine Familie für den Skiurlaub

Viele Menschen fahren im Winter mit ihren Familien in die Berge – und geben eine ordentliche Stange Geld aus.
Bild: Ralf Lienert

Plus Immer mehr Menschen fahren im Winter in die Berge. Doch nicht nur die Tourismuszahlen steigen an, auch die Preise für Hotels und Liftkarten - oder das eigene Luxus-Chalet - ziehen an.

Es klingt wahrlich herrlich: puderzuckerfeiner Pulverschnee, sonnenbeschienene Berggipfel, Skier unter den Füßen, Fahrtwind im Gesicht. Und weil sich so viele Menschen nach einem ebensolchen Wintertraum sehnen, gibt es auch Zahlen, bei denen die Touristiker wohl am liebsten die Sektkorken knallen lassen würden: In Bayern sind die Gästeankünfte im Winter massiv angestiegen – und zwar um satte 56 Prozent. In der Saison 2008/2009 waren es knapp über zehn Millionen – 2018/2019 fast 16 Millionen. Doch nicht nur die Gästezahlen steigen, die Preise tun es auch.

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Im Allgäu ist die Touristen-Entwicklung sogar noch deutlicher. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der Gästeankünfte dort um fast 85 Prozent. Das geht aus aktuellen Erhebungen der Allgäu GmbH, der Dachorganisation für den Allgäu-Tourismus, hervor. Und diese Millionen Wintersportler müssen für ihren Urlaub mitunter sehr tief in die Tasche greifen.

Kosten für den Skiurlaub: Im Schnitt 200 Euro für einen Sechs-Tages-Skipass

In Deutschland zahlen Skifahrer und Snowboarder durchschnittlich 200 Euro für einen Sechs-Tages-Skipass. In Garmisch muss man mit etwa 255 Euro am meisten bezahlen, in Ofterschwang und Balderschwang im Allgäu beträgt der Preis für den Skipass nur 177 Euro.

Fast 4000 Euro pro Woche: So viel bezahlt eine Familie für den Skiurlaub

„Die Preise für Liftkarten steigen pro Jahr etwa um zwei Prozent“, sagt Simone Zehnpfennig von der Allgäu GmbH. Ähnlich verhalte es sich auch mit den Hotelpreisen im Freistaat. „Und die Leute sind auch bereit, das zu zahlen“, fährt Zehnpfennig fort. „Ein Winterurlaub in den Bergen ist ein absoluter Familienurlaub.“ Hinzu komme, dass die Menschen immer naturverbundener sind, sich etwas gönnen möchten, ihre Freizeit genießen wollen. „Manche fahren auch gar nicht Ski, sondern wandern, genießen von der Hütte die Aussicht“, sagt Zehnpfennig. Dass der Genuss immer mehr im Fokus steht, zeige sich auch daran, dass viele Hotel in schicke Wellnessbereiche investieren. Und auf den Hütten wird Essen auf Hauben-Niveau angeboten und nicht mehr nur Gulasch oder Erbsensuppe.

Einem Winterurlaub in den Bergen haftet immer schon ein Hauch von – klischeehaftem – Luxus an. Man denkt an reiche Russinnen im wärmenden Zobel, an Champagner und Kaviar. Und auch, wenn das wohl nur auf wenige Gäste zutrifft – teuer ist so eine Winterreise allemal. Das Skiportal Snowplaza hat eine Auswertung für eine vierköpfige Beispielfamilie erstellt, die im Winter 2018 eine Woche in den Bergen Urlaub machen wollte. Das Ergebnis: In der Beispielrechnung mit einem Vier-Sterne-Hotel muss die Familie je nach Skigebiet zwischen 3917 Euro und 5113 Euro zahlen. Eingerechnet sind dabei die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Skipässe, Leihausrüstung und die Skikurse für die Kinder.

Preise für Chalets sind um 19 Prozent gestiegen

Nun ist das natürlich nur ein Durchschnittswert. Wer nicht im 4-Sterne-Hotel nächtigt, sondern in einer Pension, kommt freilich billiger weg. Allerdings geht es auch deutlich teurer. Wer in einem Luxus-Chalet in den französischen Alpen übernachten will, der muss tief in die Tasche greifen. Eine Woche kann eine Familie mit zwei Kindern schon mal 15.000 Euro kosten – ohne Skipass und ohne Essen versteht sich.

Ein Klientel für Luxusunterkünfte scheint es aber zu geben – und das betrifft längst nicht nur Miet-, sondern auch Kaufobjekte. In der Schweiz und in Frankreich steigt einer Untersuchung der Immobilienagentur Knight Frank zufolge die Nachfrage nach schicken Chalets – und auch die Preise ziehen kräftig an: Innerhalb von zehn Jahren sind sie um 19 Prozent gestiegen. Besonders beliebt war 2019 das französische Val d’Isere mit einem Preisanstieg von 2,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Dort kostet ein Quadratmeter einer Luxus-Hütte mit vier Schlafzimmern im Schnitt 19.500 Euro. Besonders tief muss man übrigens im Schweizer Gstaad in die Tasche greifen: Satte 31.500 Euro muss man dort für den Chalet-Quadratmeter hinblättern – so viel wie in keiner anderen der betrachteten Regionen. Teuer war es dort aber schon immer, der Preisanstieg ist mit 0,6 Prozent eher gering.

Gibt es auch günstige Skigebiete?

Wer angesichts solcher gewaltiger Summen nur den Kopf schütteln kann, muss aber nicht auf einen Skiurlaub verzichten. Das Skiportal Snowplaza hat auch die zehn günstigen Skigebiete aufgelistet, in denen der Sechs-Tages-Skipass am wenigsten kostet. Darunter sind etwa Fischen im Allgäu, das oberbayerische Bayrischzell, der Feldberg im Schwarzwald oder das Skigebiet am österreichischen Achensee. Aus der Schweiz hat es indes keine Region auf die Liste geschafft. Dafür Skigebiete in Tschechien und Polen. Und dort kann man wahrscheinlich auch deutlich günstiger übernachten als in so manchem noblen Promi-Skiort.

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09.01.2020

4000 EUR für eine Woche Skifahren mit der Familie... Wahnsinn wer soll das eigentlich noch bezahlen können

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