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Gewitter in Süddeutschland
10.08.2019

Taubertal-Festival wegen schwerem Unwetter evakuiert

Schwere Sommergewitter haben vor allem den Süden und Südwesten Deutschlands getroffen.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Vom Blitz verletzte Fußballer, eine Geduldsprobe im DFB-Pokal, ein geräumtes Musikfestival - in Süddeutschland haben schwere Gewitter für Chaos gesorgt.

Heftige Unwetter sind am Freitagabend über weite Teile Süddeutschlands hinweggefegt und haben der Feuerwehr zahlreiche Einsätze beschert. Während die Region verschont blieb, traf es Unterfranken besonders heftig - das Taubertalfestival, das an der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg in Rothenburg ob der Tauber stattfindet, musste geräumt werden.

Die Musikfans wurden am späten Freitagabend aufgefordert, in ihren Fahrzeugen oder im Stadtgebiet von Rothenburg Schutz zu suchen, wie die Polizei mitteilte. Rund 400 der 15.000 Tagesbesucher fanden zeitweise Schutz in einer Mehrzweckhalle, wie ein Polizeisprecher sagte. Mehrere Menschen wurden durch umherfliegende Gegenstände leicht verletzt.

 

In der Nacht zum Samstag gab der Veranstalter in den sozialen Netzwerken bekannt, dass Besucher wieder zurück zum Campinggelände könnten. "Liebe Taubertaler, ihr könnt eure Autos wieder verlassen, bitte seid wachsam und umsichtig! Wenn ihr merkt, dass das Wetter noch einmal umschwenkt, sucht bitte wieder Schutz in eurem Auto", schrieb der Veranstalter auf Facebook.

Taubertal-Festival wegen Unwetter geräumt

Das gesamte Gelände war laut Polizei von Gewittern mit heftigem Wind und Starkregen betroffen. Einige Zelte wurden beschädigt. Das dreitägige Open-Air-Festival im Taubertal soll jedoch heute wie geplant fortgeführt werden.

Im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie Baden-Württemberg gab es ebenfalls schwere Unwetter. In Rheinland-Pfalz waren besonders die Städte Neuwied und Koblenz betroffen. Hier wurden Gullydeckel aufgeschwemmt und Straßen überflutet, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz sagte.

In Baden-Württemberg verzögerte sich der Anstoß des DFB-Pokalspiels zwischen den Fußballclubs SV Sandhausen und Borussia Mönchengladbach wegen eines Gewitters. Bei heftigem Regen war zwischenzeitlich auch das Flutlicht im Hardtwald-Stadion des Zweitligisten Sandhausen ausgegangen. Die Zuschauer auf den unteren Rängen wurden gebeten, sich in Sicherheit zu bringen.

DFB-Pokal: Anstoß zwischen Sandhausen und Mönchengladbach verzögerte sich

Im Kreis Heilbronn wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um und beschädigten Autos. In Neckarsulm wurde ein Zirkuszelt von einer Windböe erfasst und stürzte ein. In Obereisesheim wurde eine Sporthalle beschädigt und drohte einzustürzen. Das Technische Hilfswerk sicherte das Gebäude.

Bei einem Blitzeinschlag im baden-württembergischen Rosenfeld-Heiligenzimmern wurden 15 Fußballer verletzt. Der Blitz schlug während des Trainings am Freitagabend in der Nähe des Sportplatzes ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Dadurch erlitten die Spieler im Alter von 19 bis 48 Jahren leichte Verletzungen. Eine Person war kurzzeitig bewusstlos. Ein Großaufgebot an Sanitätern kam zum Sportplatz und brachte die Fußballer vorsorglich ins Krankenhaus.

Im Saarland brachten mancherorts entwurzelte Bäume den Verkehr ins Stocken. Straßen wurden überspült und Keller liefen voll Wasser. Eine Autofahrerin wurde bei einem Unfall bei Beckingen leicht verletzt, als ein Ast auf ihren Wagen fiel.

In Erfurt fiel bei den Domstufenfestspielen die Premiere der ersten Musical-Fassung von Umberto Ecos "Der Name der Rose" teils ins Wasser: Eine starke Regenfront mit Gewitter führte dazu, dass die Aufführung vorzeitig abgebrochen werden musste. Die rund 2000 Premierenbesucher hatten da knapp die Hälfte des Stückes vor der imposanten Kulisse des Mariendoms gesehen.

Laut Deutschem Wetterdienst kann es auch am Samstag wieder gewittern - etwa in Südostbayern, jedoch weniger stark als am Freitag. Auch im Bereich der Nordseeküste könnte es demnach ungemütlich werden. (dpa)

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