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Region Ulm

25.01.2010

Legionellen in neun Proben gefunden

Auf der Suche nach der Ursache der Legionellen-Welle. Bild: Brücken

Das Rätsel um die Legionellen-Erkrankungen in der Region ist noch nicht gelöst, doch die Behörden sind einen weiteren Schritt weiter: In Kühlanlagen in Ulm wurden Legionellen nachgewiesen. Von Michael Ruddigkeit

Das Rätsel um die Legionellen-Erkrankungen in der Region ist noch nicht gelöst, doch die Behörden sind einen weiteren Schritt weiter: In neun Proben von Kühlanlagen in Ulm wurden Legionellen nachgewiesen.

Ob damit die Quelle für die Serie von Erkrankungen in den vergangenen Wochen gefunden ist, lässt sich aber erst nach einem Abgleich der Proben in einem Speziallabor sagen.

Wie das Landratsamt Alb-Donau-Kreis gestern mitteilte, liegen die Untersuchungsergebnisse von Kühlwasser aus 30 Anlagen mit Rückkühlsystemen inzwischen vor. In mehr als zwei Dritteln davon fanden sich keine Bakterien. In neun Proben konnten die Fachleute Legionellen unterschiedlichen Typs nachweisen. Nach Aussagen der Fachleute der Landesgesundheitsämter von Baden-Württemberg und Bayern sind solche Vorkommen nach Art und Umfang aber noch nichts Außergewöhnliches - wie auch in Hausanlagen kommen Legionellen in Klimaanlagen demnach relativ häufig vor.

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Ob eines der nun identifizierten Vorkommen für die zahlreichen Infektionen im Stadtgebiet Ulm/Neu-Ulm verantwortlich ist, lässt sich erst durch einen Abgleich mit dem "genetischen Fingerabdruck" des Erregers ermitteln, der bei Patienten in der Universitätsklinik Ulm identifiziert wurde. Dazu wurden die positiv getesteten Kühlwasserproben an das nationale Referenzlabor für Legionellen an der Technischen Universität Dresden geschickt. "Es muss sozusagen der Schlüssel genau ins Schloss passen", sagte Bernd Weltin, Pressesprecher des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis. Mit ersten Ergebnissen dieses Abgleichs wird nicht vor Ende dieser Woche gerechnet.

Auch 45 Hausinstallationen der an Legionellen Erkrankten wurden von Fachleuten untersucht. In einem Fall wurden Erreger nachgewiesen. Diese Probe wird ebenfalls in Dresden untersucht. Das Trinkwassernetz in Ulm und Neu-Ulm wurde hingegen bereits vor mehr als einer Woche als mögliche Quelle der Erreger ausgeschlossen.

Bei allen kontrollierten Rückkühlanlagen mit positiven Ergebnissen haben die Behörden eine Reinigung und Desinfektion veranlasst, die inzwischen auch erfolgt ist. In zwei Fällen wurden Anlagen durch den Betreiber vorübergehend stillgelegt. In den gereinigten Anlagen werden in dieser Woche erneut Kontrollproben gezogen.

Die Zahl der Erkrankten in Ulm und Neu-Ulm hat sich in den vergangenen Tagen nicht mehr erhöht. Bislang wurden in 64 Fällen Legionellen nachgewiesen. Fünf Menschen sind an den Folgen der Infektion gestorben, vier Frauen und ein Mann. Sie waren größtenteils hochbetagt und litten an Vorerkrankungen. 41 Patienten wurden mittlerweile wieder aus den Kliniken entlassen. Vier wurden nur ambulant behandelt. Auch ihnen geht es nach Aussagen der Behörden wieder besser.

Nach Einschätzung des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg handelt es sich um die bislang schwerwiegendste Serie von Erkrankungen durch Legionellen in Deutschland überhaupt. Michael Ruddigkeit

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