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Augsburg

22.11.2017

Lehrermedientag: Wie digitale Bildung im Unterricht helfen kann

Zum ersten Mal veranstaltet die Augsburger Allgemeine einen "Lerntag" für Lehrer.
Bild: Ulrich Wagner

Zum ersten Mal veranstaltet die Augsburger Allgemeine einen "Lerntag" für Lehrer. Sie erfahren, warum ein seriöser Umgang mit Medien in der Schule die Demokratie stärkt.

Tabletklassen, Online-Plattformen für Unterrichtsmaterialien, mancherorts sogar Roboter als Hilfslehrer: Digitalisierung erfasst mehr und mehr auch die Klassenzimmer. Um die Herausforderungen, die damit verbunden sind, zu meistern, veranstaltet Augsburger Allgemeine genauso wie mehr als ein Dutzend weiterer Zeitungshäuser in Bayern zum ersten Mal den Lehrermedientag.

Hunderte Lehrer informieren sich dabei über Chancen, Risiken und Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Unterricht. "Das Smartphone ist für viele, zumal für junge Menschen, zum unverzichtbaren Lebensinhalt geworden", konstatiert Walter Roller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeine. "Die Vermittlung digitaler Kompetenz ist zu einer zentralen Bildungsaufgabe geworden."

Die Augsburger Allgemeine tut viel dafür, um Schüler in Bayern schon früh mit seriösen Medien in Kontakt zu bringen – zum Beispiel mit dem Projekt "ZISCH – Zeitung in der Schule", bei dem Schüler die Zeitung täglich ins Klassenzimmer geliefert bekommen und damit arbeiten. Redakteure kommen außerdem regelmäßig an den Schulen vorbei, um Kindern und Jugendlichen von ihrer Arbeit zu berichten. Neu ist ein von unserer Zeitung konzipiertes P-Seminar für Gymnasiasten, bei dem sie das journalistische Arbeiten genauso wie Layout und Technik der Zeitungsgestaltung lernen.

Demokratie hängt auch von seriösen Medien und gutem Journalismus ab

Chefredakteur Walter Roller erläuterte im Foyer des Augsburger Medienzentrums die Bedeutung seriöser Medien und eines guten Journalismus für die Demokratie. Tageszeitungen wie die Augsburger Allgemeine helfen ihm zufolge, "in der Flut der Nachrichten das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen".

Denn gerade der politische Part des Internets biete weniger Chancen, als vielmehr Gefahren für die Demokratie. Gefälschte Nachrichten dienten dem Zweck, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Medien wie die etablierte Tageszeitung hingegen würden "den Politikern auf die Finger schauen" und an der politischen Willensbildung mitwirken. Demokratie wolle und brauche den mündigen Bürger. Und deshalb spielten die Medien eine "unverzichtbare Rolle für eine funktionierende, lebendige Demokratie".

Chefredakteur Walter Roller bei seiner Rede zum "Lerntag".
Bild: Ulrich Wagner

Um sich ihre Meinung zu bilden, informieren sich immer mehr Menschen auf den digitalen Portalen der Augsburger Allgemeinen. Innerhalb von vier Jahren haben sich die Besuche auf dem Online-Angebot von gut sechs auf 9,4 Millionen pro Monat erhöht. Erst vor Kurzem wurde die Mobil-App der Zeitung überarbeitet und 2018 steht der nächste große Relaunch an: Dann bekommt das Webportal ein neues Erscheinungsbild. 

Lehrer nutzen digitale Hilfsmittel sehr unterschiedlich

Aber wie gut und häufig nutzen Lehrer denn nun digitale Hilfsmittel im Unterricht? Sehr unterschiedlich, sagt Paul Schöttler. Der Zwölftklässler besucht das Augsburger Peutinger-Gymnasium und hat die Erfahrung gemacht, dass manche Lehrer bei jeder Gelegenheit digitale Medien nutzen, andere weigern sich standhaft. Er selber ist überzeugt: "Wenn man zum Stoff zum Beispiel ein Bewegtbild vor Augen hat, kann das den Unterricht interessanter machen."

Zum ersten Mal veranstaltete die Augsburger Allgemeine einen "Lerntag" für Lehrer.
Bild: Ulrich Wagner

Peter Kosak, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg, nennt bei der Podiumsdiskussion auf dem Lehrermedientag ein anderes Beispiel. Er war es, der in der Region die erste Tabletklasse eingeführt hat. Schüler arbeiten darin in allen Fächern mit dem iPad. "Sie mussten etwa einen Trailer für 'Emilia Galotti' drehen." Auch ein Weg zu gewährleisten, dass jeder das Buch gelesen hat.

Doch auch Kosak sagt es ganz klar: "Es hilft nicht, nur Blech in jedes Klassenzimmer zu stellen." Wie Eva Matthes, Lehrstuhlinhaberin für Pädagogik an der Universität Augsburg, betont auch der Schulwerks-Direktor: Entscheidend ist, dass der Lehrer gut mit den Medien im Unterricht umgehen kann.

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