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München
18.06.2021

Impfaktion am Flughafen: Razzia in Praxis, Apotheke und Kanzlei

Am 21. Mai sollen am Münchner Flughafen 120 Mitarbeitende eines italienischen Hotels von Dr. Udo Beckenbauer geimpft worden sein.
Foto: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Der Promi-Arzt Dr. Udo Beckenbauer soll 120 italienische Hotel-Mitarbeiter geimpft haben. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt und ließ am Freitag mehrere Gebäude durchsuchen.

Es ist ein Skandal, der seit Tagen die Republik beschäftigt: Der Münchner Arzt Dr. Udo Beckenbauer soll am 21. Mai 120 Mitarbeiter eines italienischen Hotels am Münchner Flughafen mit Coronaimpfstoff geimpft haben – obwohl diese, weil sie keinen Wohnsitz in Deutschland haben, gar nicht zuteilungsberechtigt waren.

Unzulässige Impfung: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen sieben Personen

Am Freitag hat die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg in München eine Arztpraxis, eine Apotheke und eine Rechtsanwaltskanzlei durchsuchen lassen. „Es steht der Vorwurf der Unterschlagung des Impfstoffes im Raum“, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Held gegenüber unserer Redaktion. „Ebenso könnte Bestechlichkeit im Gesundheitswesen vorliegen“, ergänzt der Leiter der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG), die ihren Sitz in Nürnberg hat.

 

Auf beide Tatbestände sei eine Höchststrafe von drei Jahren Haft denkbar. Ermittelt wird gegen insgesamt sieben Personen: Gegen den Apotheker wegen Unterschlagung, weil er den Impfstoff zur Verfügung stellte, gegen einen Arzt, weil er den Impfstoff ankaufte, gegen weitere Ärzte, die bei der Impfaktion mitmachten und gegen einen Rechtsanwalt, weil er den Vertrag für die Impfaktion entworfen haben soll. Genauere Details nannte Held nicht. „Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen.“ Udo Beckenbauer ist in München als Promi-Arzt bekannt. Ob bei der Razzia explizit Beckenbauers Praxis durchsucht wurde, wollte Held allerdings nicht sagen. Das dürfe er nicht, sagte er auf unsere Nachfrage.

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