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München
05.03.2020

"Isarmord" vor fast sieben Jahren: DNA könnte zum Täter führen

Am späten Abend des 28. Mai 2013 wurde an dieser Stelle ein 31 Jahre alter Radfahrer von einem unbekannten Mann so schwer verletzt, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus starb.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Die Polizei hat einen umfangreichen DNA-Test im Zusammenhang mit dem "Isarmord" von 2013 abgeschlossen und bittet mögliche Zeugen weiterhin um Hinweise.

Am Abend des 28. Mai 2013 spuckt ein Unbekannter an der Isar zunächst eine Frau an, die auf einem Fahrrad an ihm vorbeifährt. Als der Verlobte der Frau, Domenico Lorusso, den Mann zur Rede stellen will, tötet dieser ihn gegen 22 Uhr in der Erhardtstraße mit mehreren Messerstichen.

Die Ermittlungen, die daraufhin zunächst von einer Sonderkommission und später von der verkleinerte Ermittlungsgruppe Cornelius - benannt nach der Brücke, über die der Täter flüchtete - geführt wurden, haben nach wie vor nicht zum Täter geführt. Der Unbekannte soll sich bei dem Angriff selbst verletzt haben, am Tatort wurden damals DNA-Spuren gefunden.

Obwohl die Tat nun bald sieben Jahre zurückliegt, gehen immer wieder Hinweise bei der Münchner Polizei ein, die vom zuständigen Kommissariat 11 akribisch überprüft werden. Laut Polizei ist es auch nach wie vor nicht auszuschließen, dass der Täter ohne jeden Anlass ähnliche Taten verüben könnte.

DNA-Test zum Isarmord: Täter stammt laut Polizei aus europäischem Raum

Um diese Gefahr zu bannen, haben die Ermittler eine erweiterte DNA-Untersuchung nach dem Bayerischen Polizeiaufgabengesetz beauftragt. Mitte des Jahres 2019 begann am Institut für Gerichtliche Medizin in Innsbruck die Untersuchung einer am Tatort gesicherten DNA des unbekannten Täters. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, liegen nun die Untersuchungsergebnisse vor.

Dem Gutachten des Instituts zufolge stammt die DNA von einer männlichen Person, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit braune Augen hatte und deren natürliche Haarfarbe hellbraun bis braun ist. Zudem weist der unbekannte Täter laut Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit einen mittleren Hauttyp auf. Bei der biogeografischen Herkunftsbestimmung habe man feststellen können, dass der unbekannte Täter sowie dessen Mutter aus dem europäischen Raum stammen, beim Vater liege ein genetisches Dichtheitszentrum im osteuropäischen Raum (Nordukraine, Weißrussland, Russland). Eine Altersbestimmung war laut Polizei aufgrund der zu geringen Menge an sichergestelltem DNA-Material nicht möglich.

Wer sachdienliche Angaben zur Tat machen kann, eine Person kennt, die sich nach diesem Tag besonders auffällig verhalten hat, oder wem nach dem 28. Mai 2013 eine Person mit Verletzungen aufgefallen ist, der soll sich mit der Polizei in Verbindung setzen. Hinweise nimmt das Kommissariat 11 im Münchner Polizeipräsidium unter der Nummer 089 2910 0 entgegen. Mögliche Zeugen können sich aber auch bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Die Polizei hat eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt, für Hinweise, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen. (AZ)

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