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Wintermarkt

24.11.2015

Rechte Netz-Aktivisten hetzen gegen Flughafen München

<p>Eislauffläche, Kinderpunsch, Shitstorm: Der Wintermarkt hat dem Flughafen München digitalen Ärger eingebracht.</p>
Bild: Flughafen München

Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt: Rechte Verschwörungstheoretiker vermuten dahinter Islamisierung. Jedes Jahr aufs Neue muss der Flughafen München erklären, dass das nicht stimmt.

Glühwein, Plätzchen, Bratwurst: Der Wintermarkt am Münchner Flughafen ist auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich. Auf den zweiten Blick auch nicht. Rechte Internet-Aktivisten allerdings haben eine anderen Meinung. Sie mokieren sich über den Namen der Veranstaltung.

Auf der Facebook-Seite der Flughafen München GmbH (FMG) liefen bis zum Montagnachmittag etwa 15.000 wütende Kommentare ein. Ausgelöst wurden die Wut-Meldungen durch den Facebook-Account "Anonymous.Kollektiv". Der hat nichts mit dem bekannten Hacker-Netzwerk zu tun, sondern wettert in deutscher Sprache gegen Flüchtlinge und den Islam.

Nun haben die Hintermänner der Facebook-Seite ein neues Hass-Objekt entdeckt: den Wintermarkt am Flughafen. Ihr Argument: Die Betreiber würden vor dem Islamismus einknicken und darum den traditionellen Namen Weihnachts- oder Christkindlesmarkt durch das religiös neutrale Wintermarkt ersetzen.

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Wintermarkt: Flughafen muss sich jedes Jahr aufs Neue erklären

Die Flughafen München GmbH streitet das ab - schon seit Jahren. Denn bereits 2006 hatte der Betreiber den Weihnachts- in Wintermarkt umbenannt. Die Begründung ist so simpel wie schlüssig: Der Markt habe über die Feiertage hinaus geöffnet und sei darum kein klassischer Christkindlesmarkt, dessen Öffnungszeiten sich an der Advents- und Weihnachtszeit orientieren.

Diese jahrealte Argumentation ignorierte der Fake-Anonymous und prangerte in einem Facebook-Post am Freitagvormittag an, "wie Deutsche im eigenen Land diskriminiert würden". Man solle sich bei der FMG beschweren, so Anonymous.

Dieser Aufforderung folgten etwa 15.000 Nutzer. FMG-Sprecher Ingo Ansprach sprach gegenüber der Süddeutschen Zeitung von einer "Kampagne" und sagte, dass die FMG sich mit "unflätigsten und diskriminierendsten" Kommentaren konfrontiert gesehen habe.

Die Facebook-Seite des Fake-Anonymous zeigt deutlich, dass der Account nicht die liberale Einstellung des Hacker-Kollektivs vertritt. "Anonymous.Kollektiv" verbreitet verstärkt braunes Gedankengut. Doch durch die mediale Aufmerksamkeit für das echte Hacker-Kollektiv wuchs auch die Zahl der Nutzer des Trittbrettfahrer-Profils. Vor allem nach der medienwirksamen Kriegserklärung der echten Hacker an den IS wuchs die Zahl der Likes auf über 1,4 Millionen auf der rechten Seite. Davon sollen laut Informationen des Handelsblatt alleine in der vergangenen Woche - zum Zeitpunkt der Kriegserklärung also - die Zahl der Likes 500.000 betragen haben. AZ

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