1. Startseite
  2. Bayern
  3. So viel Geld geben Eltern für die Betreuung ihrer Kinder aus

Kostenfreie Kitas

22.10.2018

So viel Geld geben Eltern für die Betreuung ihrer Kinder aus

Berlin ist das erste Bundesland, das die Kita-Gebühren komplett abgeschafft hat. Bekommt auch Bayern bald kostenfreie Kitas?
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Plus Eine Koalition mit der CSU ohne kostenfreie Kitas wird es laut Freien Wählern nicht geben. Zeit wird's, meinen viele Eltern. In anderen Bundesländern ist das bereits Alltag.

So wie es derzeit aussieht, wird Bayern wohl bald von einer "Papaya-Koalition" regiert, also einem Bündnis aus CSU und Freien Wählern (FW). Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich bereits am Tag nach der Wahl für diese Koalition ausgesprochen, FW-Chef Hubert Aiwanger denkt schon über die Verteilung der Ministerien nach.

Aiwanger gab sich zuversichtlich, dass die beiden Parteien sich schnell einigen könnten. "Wir werden das schon hinkriegen", sagte er. Er arbeite seit Jahren darauf hin. Ministerpräsident Söder betonte, er gehe "optimistisch in die Gespräche".

Doch ob die Sondierungsgespräche wirklich so reibungslos ablaufen? Denn in einem Punkt unterscheiden sich die Vorstellungen von CSU und Freien Wählern mehr als deutlich. Die Freien Wähler wollen die Kita-Gebühren abschaffen, die CSU sieht dazu keinen Bedarf.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Eine Koalition mit der CSU ohne kostenfreie Kitas werde es nicht geben, hatte Aiwanger bei einem Parteitag vor der Wahl gesagt. Auch in ihrem Wahlprogramm haben die Freien Wähler die Abschaffung der Kita-Gebühren fest verankert. Als Berlin zum 1. August die Gebühren für Kinderbetreuung abgeschafft hat, stimmte Aiwanger ein: "Auch in Bayern muss die Kita kostenfrei werden", schrieb er in einem Tweet.

"Gute-Kita-Gesetz": Bund will mehrere Milliarden in Kindertagesbetreuung investieren

Viele Bundesländer denken über die Abschaffung der Gebühren für die Kinderbetreuung in ihren Kindergartengesetzen nach. Andere Länder wie Berlin sind bereits einen Schritt weiter und befreien Familien durch eine staatliche Förderung komplett von den monatlichen Kosten für den Kindergarten.

In Rheinland-Pfalz beispielsweise werden Kinder ab zwei Jahren bereits seit 2010 beitragsfrei betreut. In Niedersachsen und Hessen fallen seit dem 1. August für die Kinderbetreuung für Kinder ab drei Jahren keine Gebühren mehr an. Auch Brandenburg ist eingestiegen: Ab 1. August müssen Eltern für das letzte Kita-Jahr ihres Nachwuchses kein Geld mehr bezahlen.

In den kommenden vier Jahren bis 2022 will der Bund will 5,5 Milliarden Euro in die Kindertagesbetreuung investieren. Dazu beschloss das Bundeskabinett im September das "Gute-Kita-Gesetz" von Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Nach dem parlamentarischen Verfahren soll das Gesetz im kommenden Jahr in Kraft treten.

Die geplante Kita-Gebührenfreiheit für Geringverdiener kommt voraussichtlich weniger als 300.000 Kindern in Deutschland zugute. Aktuell würden rund 175.000 Kinder unter sieben Jahren profitieren, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eltern geben durchschnittlich 5,9 Prozent ihres Einkommens für Kita-Beiträge aus

Laut einer Ende Mai veröffentlichten Studie geben Eltern in Bayern durchschnittlich 5,9 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kita aus. Der Erhebung der Bertelsmann-Stiftung zufolge werden einkommensarme Familien überproportional stark belastet. Bundesweit geben armutsgefährdete Eltern, die über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügen, monatlich fast zehn Prozent ihres gesamten Haushaltsnettoeinkommens - im Mittelwert 118 Euro - für die Kita aus.

Immer mehr Kinder unter drei Jahren besuchen eine Kita

Immer mehr Kleinkinder in Deutschland besuchen eine Kita: Fast 800.000 Kinder unter drei Jahren besuchen eine Tageseinrichtung. Der Zuwachs ist allerdings geringer als im Vorjahr. Zum Stichtag am 1. März 2018 besuchten in Deutschland insgesamt 789.600 Kinder unter drei Jahre eine Tageseinrichtung, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das sind rund 27.200 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. 2017 hatte das Plus noch 42.800 betragen.

Die Betreuungsquote stieg von 33,1 im vergangenen Jahr auf 33,6 Prozent zum jüngsten Stichtag. Im Westen war sie mit 29,4 Prozent weiterhin deutlich niedriger als in Ostdeutschland mit 51,5 Prozent. Seit August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. (mit dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.  

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

18.10.2018

Nein - wir sind besser als die DDR - wir sind keine Kommunisten - wir bezahlen keine Kitas!

Langsam beginnen die Bürger - auch in Bayern - zu begreifen, dass die C-Parteien nur die "christlich geprägten" "Habenden" vertreten - denn nur die haben den Segen Gottes - die haben das bürgerliche Einkommen, das zeigt, dass nur dem Tüchtigen gegeben wird - denn nur der Tüchtige und Ehrenhafte hat Besitz und ausreichendes Einkommen - der kann seine Kita auch bezahlen - und später auch eine ordentliche priv. Schule! So landen dann auch die "Richtigen" auf den Unis und im gehobenen und höheren Beamtendienst.

Ironie-Modus aus …… :-)

Permalink
Lesen Sie dazu auch
90072162.jpg
Kinderarmut

Mehr als zwei Millionen Kinder leben in Hartz-IV-Haushalten

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen