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Judenfeindlichkeit

16.02.2020

Zahl der antisemitischen Straftaten in Bayern ist 2019 deutlich gestiegen

Ein Mann mit Kippa in einer Synagoge. Die Zahl der antisemitischen Straftaten in Bayern ist 2019 stark angestiegen. Gegenüber 2018 stieg die Zahl um 40 Prozent - auf 307 Fälle.
Bild: Fredrik Von Erichsen, dpa (Symbolbild)

307 antisemitische Straftaten hat das LKA 2019 in Bayern registriert - und damit 40 Prozent mehr als 2018. Meist sind die Vergehen politisch motiviert.

Die Zahl der antisemitischen Straftaten ist in Bayern im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 2019 seien nach vorläufigen Daten des Landeskriminalamtes (LKA) 307 Fälle registriert worden, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Innenministerium in München auf Anfrage mit. Fast 300 der Taten rechnen die Sicherheitsbehörden dem rechten politischen Spektrum zu. 

Innenministerium: "Wichtig, dass alle antisemitischen Straftaten gemeldet werden"

Der Anstieg sei besorgniserregend, sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Der bestmögliche Schutz der hier lebenden Jüdinnen und Juden ist uns außerordentlich wichtig. Das ist ein Kernanliegen bayerischer Sicherheitspolitik", sagte er. 

Die Polizei verfolge antisemitische Vergehen mit hoher Priorität. "Wir bekämpfen antisemitische Straftaten mit allen rechtlich und tatsächlich möglichen präventiven und repressiven Maßnahmen", sagte der Sprecher. Zugleich sei es wichtig, "dass möglichst alle antisemitischen Straftaten der Polizei gemeldet werden". 

Bayerischer Hate-Speech-Beauftragter soll Hasspostings bekämpfen

Sobald valide Fallzahlen vorliegen, wolle das LKA diese analysieren, sagte der Sprecher. Es solle unter anderem geprüft werden, ob etwa vermehrt sogenannte Hasspostings angezeigt worden seien. Seit einigen Tagen gibt es im Freistaat einen Hate-Speech-Beauftragten, der sich um die Ahndung von Hasskommentaren im Internet kümmern soll. 

Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) erhebt Daten zu judenfeindlichen Vergehen. Deren Zahlen werden im April erwartet. (dpa/lby)

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