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Seminar

28.09.2015

Bloß keinen Stress im Schulbus

Alltag für die Schulbusfahrer: dichtes Gedränge vor dem Einstieg. In einem Seminar bei der Polizei haben die Fahrer Tipps für das richtige Verhalten gelernt.
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Alltag für die Schulbusfahrer: dichtes Gedränge vor dem Einstieg. In einem Seminar bei der Polizei haben die Fahrer Tipps für das richtige Verhalten gelernt.
Bild: vN

Busfahrer lernen bei der Polizeiinspektion in Dillingen, wie sie Konfliktsituationen am besten bewältigen können. Nicht nur Kinder machen mitunter Probleme

Von Marion Buk-Kluger

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Dichtes Gedränge und lautes Lachen: Die Schule hat wieder begonnen und die Busfahrer im Landkreis haben wieder alle Hände zu tun. Wolfgang Prestele, Geschäftsführer und Sprecher der Gemeinschaftsaktion „Sicher zu Schule – Sicher nach Hause“ unter dem Dach der Bayerischen Landesverkehrswacht, ist deshalb begeistert von der Resonanz auf das Seminarangebot für die Schulbusfahrer im Landkreis Dillingen. „Seit dreieinhalb Jahren haben wir dieses Seminar wieder aufgelegt und unser Ziel ist es, ein solches einmal im Jahr in jedem bayerischen Regierungsbezirk abzuhalten“, sagt Prestele. Im Mai habe das Seminar schon für Schwaben in Dasing stattgefunden. „Dass wir hier im Landkreis Dillingen zwei weitere verwirklichen konnten, ist eine tolle Sache.“

Ermöglicht hat es Harald Hämmerlein, der Verkehrssicherheit- und Schulweg-Sicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Dillingen, der von dem Angebot auf einer Fortbildung erfuhr. „Es war für mich keine Frage, diese Möglichkeit sollte hier auch gegeben sein.“ Und so informierte er die örtlichen Busunternehmen. Insgesamt 26 Interessierte, aufgeteilt in zwei Gruppen, nehmen am Samstag das Angebot wahr, „das gerade zum Schuljahresbeginn optimal terminiert ist.“

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Ganz nach dem Motto „Bloß keinen Stress im Bus“ ist das Programm speziell auf die Anforderungen des Schülertransports ausgerichtet. So ist neben Wolfgang Prestele auch der Erste Polizeihauptkommissar Hubert Schröder aus dem Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr in München angereist.

Er stellt zunächst die aktuellen Unfallzahlen mit Schwerpunkt Schulbus vor: „Die Statistik belegt, dass der Schulbus das sicherste Transportmittel für Schulkinder in Bayern ist. Dennoch kann die Sicherheit dieses Transportmittels durch umsichtiges Verhalten aller Verkehrsteilnehmer und Nutzer noch erhöht werden.“ Vor allem das Verhalten der Kinder vor und im Bus lässt den Blutdruck der Busfahrer oftmals steigen. „Außerdem hat der Busfahrer ja eine besondere Aufgabenstellung, er muss seine Mitfahrer gesund befördern und ist verantwortlich für alles, was im Bus passiert“, so Hämmerlein. Auch der Unmut der Eltern kann mitunter zu Konflikten führen, wenn es aufgrund von Unruhe im Bus zu Verspätungen kommt. „Der Fahrer kann anhalten und erst dann weiterfahren, wenn sich mögliche Tumulte im Bus beruhigt haben“, erklärt dazu Wolfgang Prestele. Die nötige Übersicht und einen kühlen Kopf bewahren, sind hier hilfreich.

Der Diplom-Psychologe Dominik Hammer erarbeitet daher mit den Kursteilnehmern – im Vormittagsseminar sind rund zwei Drittel der Anwesenden Frauen, nachmittags ist der Kurs komplett mit elf Damen besetzt – wie Konflikte in und um den Bus verstanden, vermieden und bewältigt werden können. Aufgrund der stets limitierten Teilnehmerzahl wird gewährleistet, dass alle ihr Anliegen vorbringen können und individuelle Lösungsansätze möglich sind. In Rollenspielen werden gemeinsam mit den Busfahrerinnen und Busfahrern Strategien entwickelt, um in Stress- und Konfliktsituation mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie Schulkindern Ruhe und Kontrolle zu bewahren. Schließlich stünde der Fahrer immer im Spannungsfeld zwischen seinem Arbeitgeber, den Eltern und den Kindern. Die Teilnehmer, die Initiator Hämmerlein am Ende des Kurstages verabschiedet, zeigen sich rundum zufrieden.

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