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Musik aus Gundelfingen

11.08.2018

Boppa ist auch mit 70 Jahren noch kein bisschen leise

Mit seinem Bass und seiner markanten Stimme hat Boppa Grau in der Region Musikgeschichte geschrieben. Heute feiert er in Gundelfingen 70. Geburtstag.
Bild: Millauer

Mit seiner markanten Stimme und dem virtuosen Bass-Spiel rockt der Gundelfinger Norbert Grau, der heute 70 wird, noch jede Bühne. Zum Geburtstag gibt’s wieder eine richtige Party.

Wer die Auftritte der Band Smile in der alten Turnhalle am Wittelsbacherplatz in Lauingen, dem heutigen Stadeltheater, erlebt hat, dürfte heute noch ins Schwärmen geraten. Und das lag vor allem an Norbert Grau, den alle nur Boppa nennen. Mit seiner markanten Stimme und einem unaufgeregten, zupackenden Spiel an der Bass-Gitarre rockte Grau bei SMV-Bällen die alte Turnhalle. Und wenn der gebürtige Dillinger dann auch noch „Emma“ von Hot Chocolate sang, dann gab es in dem Laden kein Halten mehr. Denn Boppas Version fanden alle besser als das Original.

Eine neue Band: Soul City

Zugegeben, die Zeiten sind etwa 35 Jahre vorbei. Boppa Grau, der an diesem Samstag den 70. Geburtstag feiert, ist aber noch kein bisschen leise. Diese Ansage dient nicht nur als Motto für den heutigen Ehrentag, es entspricht in der Tat der Realität. Erst vor wenigen Tagen ließ es Boppa Grau mit seiner neuen Band „Soul City“ beim Dillinger Straßenkünstlerfest krachen. Und auch beim „Sommer im Park“ in Heidenheim wurde die Band für ihren Auftritt von den Fans mit Standing Ovations gefeiert.

Im Grunde ist Boppa Grau gar kein Amateur, obwohl er nicht gelernt hat, nach Noten zu spielen. Aufgewachsen am Dillinger Stadtberg, oberhalb des einstigen Cafés Nagler, kam der heute 70-Jährige rein zufällig zur Musik. Sein Bruder hatte eine Gitarre gekauft, „aber er spielte nie“, erinnert sich Grau. Und so kam das Instrument irgendwann zu Norbert. Unterricht gab’s schließlich beim Maler Conny Fischer. „Für eine Mark pro Stunde – und eine Halbe Bier.“ Boppa Grau absolvierte eine Lehre als Großhandelskaufmann bei einer Elektrofirma, die erste Gruppe wurde gegründet: Mit der Band „The Lovers“ (Werner Fritsch, Rainer Güntner, Harald Hemminger) spielte Boppa Grau am Ende seiner Lehrzeit bereits viermal die Woche in Aalen. Der Wechsel von der Gitarre zum Bass hat einen ganz einfachen Grund. „Wir waren drei Gitarristen, und einer musste sich für den Bass opfern.“ Grau wurde Berufsmusiker, die Lovers traten zwei Jahre lang in deutschen und amerikanischen Clubs. Gastspiele in Österreich folgten. „Die Bundeswehr machte dann Schluss mit lustig, Werner Fritsch musste einrücken“, erinnert sich Grau, der mit seiner Frau Johanna in Gundelfingen lebt.

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Ein langes Musikerleben

Der Bassist und Sänger blickt auf ein langes Musikerleben zurück: United Sound Corporation, Trio Albert, Lovers, Smile, Traveling Bones, Smile II, Heart & Soul und jetzt Soul City – so heißen die Namen der Bands, mit denen Boppa Grau unterwegs war. Auch Ausflüge in die Tanzmusik und die Countrymusic hat der Gundelfinger unternommen. Mit Skyhawk war er Vorgruppe bei Truck Stop, er spielte bei großen Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor Tausenden von Besuchern.

Begnadeter Bassist und Sänger

Inzwischen erlebt Boppa Grau, der in den 1980er Jahren auch den Schwarzen Adler in Binswangen gepachtet hatte, einen „Rückfall in die Soul-Musik“. Dass er mit der Formation Soul City richtig Spaß hat, ist ihm anzusehen. „Da bleibe ich jung“, sagt Boppa Grau. Sein Talent will er nicht hochhängen. „Ich bin doch kein gelernter Musiker“, schränkt er ein. Aber ein begnadeter Bassist und Sänger, diese Aussage kann Grau schon akzeptieren. „Irgendwie hab ich’s schon drauf.“ Am heutigen Samstag, 11. August, ab 17 Uhr findet nun eine Open-Air-Geburtstagsparty auf dem Gelände der Camba Old Factory in Gundelfingen statt. Zum 55. Bühnenjubiläum haben sich alte Weggefährten angesagt. Zugesagt haben Smile, Smile II, Soul City und weitere musikalische Gäste. Boppa Grau will dort auch einen Soloauftritt. Und natürlich auch unwiderstehlich seinen Lieblingssong „It’s a Man’s Man’s Man’s World“ von James Brown singen.

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