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Landkreis

19.10.2016

Damit Bambi sicher über die Straße kommt

Ein Reh.
Foto: Frey, Symbolbild

Im Herbst überqueren besonders viele Tiere die Fahrbahn. Warum das so ist und worauf Autofahrer achten sollten.

Landkreis Im Herbst steigt die Gefahr für Wildwechsel an. Woran liegt das und wie sollten sich Autofahrer verhalten?

Warumlaufen im Herbst mehr Tiere über die Straße? DerGrund sei, dass im Moment besonders viele Felder, gerade Mais, abgeerntet werden, erklärt Helmut Jaumann, Vorsitzender der Kreisjägervereinigung Dillingen. Diese Felder haben den Tieren davor Deckung geboten. „Das ist, wie wenn Ihr Haus in der Früh einfach weg wäre“, sagt Jaumann. Die Tiere seien deswegen auf der Suche nach neuem Lebensraum. Dabei seien sie unsicher und zum Teil orientierungslos. Besonders häufig läuft Wild in der Dämmerung am Morgen und Abend über die Straßen, auch am Tag sei Wildwechsel möglich.

Wastun, wenn Wild auf der Straße ist? Lenkrad festhalten und bremsen, rät nicht nur Jaumann, sondern auch Manfred Thiel von der Polizei in Dillingen. „Keinesfalls waghalsige Brems- oder Ausweichmanöver versuchen“, sagt Thiel. Das sei natürlich deutlich leichter, wenn man mit angepasster Geschwindigkeit und bremsbereit unterwegs ist. Damit es nicht zu Unfällen mit anderen Fahrzeugen gibt, die wegen Tieren auf der Fahrbahn abrupt bremsen, sollte man auch auf den Sicherheitsabstand achten. Wenn zum Beispiel ein Reh auf der Fahrbahn erscheint, solle man außerdem abblenden. Jaumann warnt zudem: „Wenn ein Tier kommt, sollte man sehr vorsichtig sein.“ Denn diese seien meist in Gruppen unterwegs.

Was,wenn sich ein Unfall nicht vermeiden ließ? Einen Wildunfall muss man melden, bei der Polizei oder beim Jagdpächter. Wenn ein Tier verwundet ist, sei es wichtig, möglichst schnell zu handeln, sagt Jaumann. „Die Polizei anrufen, die weiß, wer der Jagdpächter ist.“ Dann würde entweder der Pächter oder die Polizei selbst vorbeikommen und das Tier von seinem Leiden erlösen. Man solle das Tier so lange in Ruhe lassen, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.

Wo ist die Gefahr besonders hoch? Als Strecken mit besonders viel Wildwechsel nennt Thiel Lauingen – Weisingen, Lauingen – Aislingen, Medlingen – Sachsenhausen, Wertingen – Biberbach, Aislingen – Binswangen und Wittislingen – Oberbechingen. In betroffenen Gebieten seien Warnschilder aufgestellt. „Diese stehen nicht ohne Grund dort“, sagt Thiel.

Wieviele Wildunfälle gibt es im Landkreis? 2016 waren es laut Thiel bisher 417 Wildunfälle, bei denen zwei Menschen leicht und drei schwer verletzt wurden. In dieser Statistik enthalten sind nur die Unfälle, bei denen die Polizei informiert wurde. Thiel geht davon aus, dass der Wert am Ende des Jahres, wie schon 2015, bei etwa 500 Wildunfällen liegen wird. (jako) "Wirtschaft Seite 33

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