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Dillingen

01.06.2019

Das ist der Auftrag der Dillinger Soldaten

Zwei Bodenstationen für die Satellitenkommunikation der Bundeswehr in Afghanistan.
Bild: Bundeswehr

Die Angehörigen des IT-Bataillons 292 sind militärische Informationstechniker. Sie erhalten die Kommunikation aufrecht, wenn die zivile Infrastruktur zerstört ist.

Es soll ein großer Tag für den Bundeswehr-Standort Dillingen werden: 25000 Besucher werden am 15. Juni, am Tag der Bundeswehr, in der Kreisstadt erwartet. Für unsere Zeitung ist das ein Anlass, vorab in einer kleinen Serie auf die Geschichte des Standorts und die aktuelle Situation in der Luitpoldkaserne zu blicken. Heute geht es um den Auftrag der Dillinger Soldaten.

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Die Vorbereitungen für das Mega-Event am Samstag nach Pfingsten laufen in der Luitpoldkaserne auf Hochtouren. Doch wie sieht eigentlich der militärische Alltag der Soldaten des Dillinger Informationstechnik-Bataillons 292 aus, für welchen militärischen Auftrag bereiten sich die Soldaten vor, mit welchem Gerät müssen sie sich in der Kaserne vertraut machen? Und was bedeutet eigentlich der neue militärische Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum, dem das IT-Bataillon 292 unterstellt ist? Der stellvertretende Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andreas Hadersdorfer erläutert, dass die Dillinger Soldaten in erster Linie militärische Informationstechniker sind, vergleichbar mit Technikern der Telekom oder Vodafone, berichtet der Oberstleutnant.

Die Bundeswehr greift auf eigene Satelliten zu

Dabei baue das IT-Bataillon 292 mit fünf Schwesterbataillonen ein militärisches Intranet auf, um bei Übungen, Einsätzen, Katastrophen, Hilfe und technischer Amtshilfe im Inland mittels Funk, Computern, und Satelliten Verbindungen herstellen zu können und somit die Kommunikation aufrecht zu erhalten, sofern die zivile Infrastruktur gestört oder zerstört sein sollte. Dafür greift die Bundeswehr laut Hadersdorfer auf eigene Satelliten zu und wenn notwendig werden zusätzliche zivile Satelliten angemietet. Ähnlich stellten sich auch die Aufgaben für die Soldaten aus Dillingen in den Auslandeinsätzen dar, informiert der Oberstleutnant. Auch dort müsste vor Ort in den Feldlagern eine funktionierende digitale Kommunikations- und Datenübertragung aufgebaut werden, die in den Einsatzgebieten meist nicht vorhanden sei, oder wenn doch, von den Soldaten nicht genutzt werden könne.

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Die Übertragung muss absolut sicher sein

Klar, dass in den Einsatzgebieten die Technik eingesetzt werde, an der die Soldaten beim IT-Bataillon in Dillingen oder den Schwesterbataillonen ausgebildet wurden, sagt Hadersdorfer. Denn diese Übertragungstechnik müsse absolut sicher sein, weshalb die Daten auch alle verschlüsselt würden.

„Neben der Satellitentechnik werden im Ausland für die Verständigung der Soldaten über Funk bis zu 45 Meter hohe Gittersendemasten für verschlüsselten digitalen Mobilfunk aufgestellt“, so der stellvertretende Bataillonskommandeur. Darüber hinaus verfügten die Einsatzsoldaten über kleine mobile Sat-Anlagen-Systeme, die entweder beheizt oder gekühlt werden können, um bei extremen klimatischen Verhältnissen normale Arbeitstemperaturen herstellen zu können. In der Regel dauere ein Auslandseinsatz zwischen vier bis sechs Monate. Die Soldaten sind dabei nicht mehr in Kampfeinsätzen gefordert, sondern unterstützen wie beispielsweise im Irak die Ausbildung der heimischen Streitkräfte und stehen auch beratend zur Seite.

Ein Gittermast für Antennen der Bundeswehr in Einsatz in Afghanistan.
Bild: Bundeswehr

Cyberangriffe erkennen und abwehren

Ein weiteres Aufgabengebiet der Dillinger Soldaten bestehe in der Erstellung von Firewalls für die IT-Sicherheit der militärischen Computer-Systeme, um diese vor Veränderungen, Zerstörung oder Kopieren zu schützen. Darüber hinaus gebe es bei der Bundeswehr auch noch Zentren für Cyber-Operations, deren Soldaten speziell dafür ausgebildet seien, um Cyberangriffe zu erkennen, abzuwehren und Schäden im gesamten Datennetz der Bundeswehr zu vermeiden.

Zur Zeit sind laut dem stellvertretenden Kommandeur 750 Soldaten im IT-Bataillon stationiert, hinzu kommen 50 Zivilangestellte, die in der Luitpold-Kaserne arbeiten. Am Standort Dillingen sei darüber hinaus für drei Bataillone die Grundausbildung zentralisiert, sagt der Oberstleutnant. Des Weiteren werde ab dem Jahr 2020 hier auch die Ausbildung für Offiziersanwärter zum IT-Offizier durchgeführt.

Auf die Frage, ob er den Freiwilligen-Nachwuchs bildungsmäßig am unteren Level beurteile, wie von einigen Medien häufig behauptet wurde, sagt Hadersdorfer: „Wir setzen uns hier in Dillingen intensiv mit dem Potenzial der Rekruten auseinander, um sie auch hier bei uns im Orga-Bereich halten zu können.“ Das mitunter verzerrte Bild von der Bundeswehr in einigen Medien müsse er nach seinen Erfahrungen entschieden zurückweisen.

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