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Landkreis Dillingen

03.02.2020

Den zerbrechlichen Frieden bewahren

Zahlreiche Ehrungen fanden bei der BKV-Kreisvollversammlung in Gremheim statt. Auf dem Bild: (von links) Landtagsabgeordneter Johann Häusler, Karl-Heinz Jakob, Michael Haas, Franz Zeller, Christian Finkel, Kreisvorsitzender Anton Schön, Gerhard Wiedholz, Gerhard Gütinger, Werner Tögel, Klaus Heinrich, Herbert Schön, Erwin Liepert, Werner Moser, Ernst Wurm, BKV-Bezirksvorsitzender Otmar Krumpholz, Major Björn Maurer, Stefan Demharter und Landrat Leo Schrell. Das obere Bild stammt von einer Veranstaltung im Goldenen Saal in Augsburg.
Bild: Brigitte Bunk/Ulrich Wagner (Archiv)

Beim Treffen der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung im Landkreis Dillingen werden viele mahnende Worte laut. Auch der Brexit und die Auslandseinsätze der Soldaten sind Thema.

Die Fahnensegnung des Krieger- und Soldatenvereins Hohenreichen und die 50. Friedenswallfahrt in Unterthürheim. Das 100. Gründungsjubiläum des Krieger- und Soldatenvereins Unterglauheim-Wolpertstetten und die Friedenswallfahrt in Gottmannshofen. Die Teilnahme am Volkstrauertag in Weisingen, wo vergangenes Jahr die Kreisvollversammlung der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) stattfand. Dazu Sitzungen, Besuche bei Generalversammlungen von Ortskameradschaften oder von Veranstaltungen auf Bundeswehrebene. Das ist nur ein Auszug aus dem Jahresbericht von Kreisgeschäfts- und Schriftführer Stefan Käsmayr während der Kreisvollversammlung am Sonntag in der Gremheimer Treidelhalle. Dazu nannte Kreisschatzmeister Achim Wurm die Zahlen, und Revisor Josef Gerblinger, der die Prüfung mit Martin Burggraf durchgeführt hatte, bestätigte die vorbildliche Kassenführung. Die widerspiegelte, was Kreisvorsitzender Anton Schön ein ruhiges Jahr nannte. Nächstes Jahr bei den Neuwahlen wird er sich mit 74 Jahren nicht mehr zur Verfügung stellen, erklärte Schön. Seit 1985 gehört er dem Kreisvorstand an, zuerst als Beisitzer. Nun will er den Weg freimachen für Jüngere.

Die Politik konnte den langen Frieden in Europa bewahren

Auch Andreas Zanggl, der Vorsitzende des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Gremheim, wird nach 20 Jahren sein Amt abgeben. „Die Weichen sind gestellt, dass der Verein weiterlebt“, erklärte der Gastgeber erfreut. Auch er berichtete von der Kameradschaft, die ein wichtiger Gesichtspunkt sei, um Jüngere in den Verein zu führen. Aber vor allem: „Wir dürfen nicht in Vergessenheit geraten lassen, den Frieden und die Freiheit zu bewahren.“ Schwenningens Bürgermeister Reinhold Schilling erinnerte an die Kameraden, die schwere Zeiten im Krieg durchmachen mussten, und mahnte: „So was sollte nicht mehr passieren.“

Auch wenn die Menschen an den Politikern immer wieder etwas zu kritisieren fänden, hätten die es doch geschafft, die lange Friedenszeit von 75 Jahren in Europa zu erhalten.

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Landrat Leo Schrell erinnert sich noch an Kriegsteilnehmer, die mit einem Granatsplitter im Kopf, einem Holzbein oder nur einem Arm leben mussten und früh an Folgen von Kriegsverletzungen starben. Wegen Kriegen, die Menschen aufgrund ihrer Liebe zur Macht anzettelten. „Niemand wird es schaffen, mit Machtausübung gegenüber anderen Konflikte zu lösen“, stellte der Dillinger Landrat klar. Den Frieden zu leben, fange bei jedem selbst an, auch in Vereinen, in der Familie, am Arbeitsplatz. „Sie in Ihrem Verein tragen dazu bei.“

Wenn Landtagsabgeordneter Johann Häusler in alte Protokollbücher des Krieger- und Soldatenvereins Biberbach blickt, sieht er an den Einträgen während des Zweiten Weltkriegs, wie sich die Wahrnehmung geändert hat, weshalb er betonte: „Es ist wichtig, gemeinsam die Erinnerungskultur zu pflegen, Werte aufrechtzuerhalten.“ Und Traditionen, wozu die Totenehrung gehörte, samt der Bayern- und Deutschlandhymne, welche die Schwenninger Musikanten spielten.

Falsche Richtungen früh erkennen

Kreisvorsitzender Anton Schön dankte den Ortsverbänden für ihre Arbeit und betonte die Verbundenheit zu „meinen Dillinger Soldaten“. Seine Hoffnung ist, dass es ihnen leichter ist, wenn sie auf Einsätzen fern der Heimat wissen, dass jemand an sie denkt.

Major Björn Maurer vom Informationstechnikbataillon 292 in Dillingen dankte der BKV. Er wies auf Nachbarländer, in denen „linke und rechte Bestrebungen versuchen, in die Mitte der Bevölkerung zu kommen“, und führte aus: „Sie sorgen dafür, dass es bei uns nicht so weit kommt.“ Denn Frieden sei sehr zerbrechlich, immer wieder sei zu sehen, wie schnell die Stimmung umschlage. Ein Beispiel: „Ich bin gespannt, wie Nordirland und Schottland auf den Brexit reagieren.“ Sebastian Weilbach vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge dankte den Sammlern, die mitgeholfen haben, dass seit 2015 wieder das beste Ergebnis zusammengekommen sei. Auch er sprach von der Liebe zur Macht, die von Teilen der Bevölkerung als Stärke gesehen wird, was Staatsführern Rückhalt in der Bevölkerung gibt. Wohin dies führen könne, habe nicht nur der Zweite Weltkrieg gezeigt, das sei auch Anfang des Jahres beim Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu sehen gewesen. Weilbach stellte klar: „Man muss früh erkennen, wo geht was in die falsche Richtung.“

Nachdem bereits alles gesagt war, bestärkte Bezirksvorsitzender Otmar Krumpholz den Kreisverband: „Danke für alles, was ihr leistet.“

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