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Bissingen

15.06.2020

Deshalb sind die Bauplätze in Bissingen besonders begehrt

Im Baugebiet Westfeld in Bissingen können die Häuser künftig aus einer Kombination mit Gas und Hackschnitzeln energetisch versorgt werden. Auf dem Bild sind von links Helmut Kaumeier, Erdgas Schwaben, Leonhard und Peter Veh, Naturenergie Oberliezheim, und Bissingens Bürgermeister Stephan Herreiner zu sehen.
Bild: Simone Bronnhuber

Plus Die Gemeinde Bissingen geht einen neuen Weg: Energieversorgung mit Gas und Hackschnitzeln. Die Hälfte der Bauplätze ist schon verkauft.

Die XXL-Kabelrollen stehen am Straßenrand bereit. Die Bagger fahren hin und her. Am Ortseingang in Bissingen tut sich was – und das ist nicht zu übersehen. Das Baugebiet Westfeld nimmt immer mehr Gestalt an. Auf 6,4 Hektar Fläche sollen insgesamt 41 neue Parzellen und vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Aktuell, so erklärt es Bürgermeister Stephan Herreiner bei einem Ortstermin diese Woche, findet die Realisierung des ersten Bauabschnitts statt. Mehr als die Hälfte der Bauplätze ist bereits verkauft, das Interesse von möglichen Bauherren groß. Auch, weil die Marktgemeinde Bissingen sich bei diesem Baugebiet für einen neuen Weg entschieden hat.

Die Hackschnitzel kommen aus Oberliezheim

Seit 25 Jahren versorgt Erdgas Schwaben mit der Unternehmenstochter Schwaben Netz Bissingen und die Ortsteile mit Gas. Für das Baugebiet Westfeld wurde eine Lösung entwickelt, die den Anschluss an die Zukunft garantiert. So betont es Helmut Kaumeier, Kommunalkundenmanager von Erdgas Schwaben, am Rande der Bauarbeiten. Er sagt: „Wir schaffen hier eine Blaupause, die hoffentlich Nachahmer in der Umgebung findet.“

Konkret heißt es, dass die geplanten Einfamilienhäuser ans Gasnetz angeschlossen und die Mehrfamilienhäuser zentral über ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzeln versorgt werden. Bauen und betreiben wird es die Oberliezheimer Naturenergie Veh. Dabei stellt ein zusätzlicher Gaskessel die Wärmeversorgung der Mehrfamilienhäuser auch in Spitzenverbrauchszeiten sicher. Bürgermeister Herreiner sagt dazu: „Wir haben uns im Vorfeld mehrere Möglichkeiten angeschaut und auch diese Variante von einem Experten überprüfen lassen. Ich denke, wir haben eine sehr gute Lösung gefunden, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist.“

Es gibt keinen Anschlusszwang für die Bauherren in Bissingen

Helmut Kaumeier ergänzt, dass mit der Kombination aus Gas und Hackschnitzeln den Bauherren preiswerte und zukunftsfähige Lösungen angeboten werden. Dabei könne jeder für sich entscheiden, welche Versorgung er wählen möchte – von Standard bis Effizienzhaus 40+ sei alles möglich. Und, das sei vor allem dem Bissinger Gemeinderat wichtig gewesen, wie Stephan Herreiner betont, es gebe keinen Anschlusszwang für die Bauherren. Einzig die vier Mehrfamilienhäuser, die zentral versorgt werden, sind verpflichtet. „Mir gefällt besonders, dass wir für dieses Projekt auch einen einheimischen Betrieb gewinnen konnten“, so Herreiner weiter.

Leonhard und Peter Veh, Naturenergie Oberliezheim, sind die Betreiber. Sie freuen sich, dass der Gemeinderat ihnen den Auftrag erteilt hat. „Die Hackschnitzel kommen von uns selbst. Auch das Holz dafür stammt aus der Region. Wir haben überall kurze Wege. Das ist sehr ökonomisch und ökologisch“, so Leonhard Veh. Er sagt, dass mit diesem System 80 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden können.

Ein klimaneutraler Energieträger, sagt der Betreiber

Das gefällt auch Erdgas Schwaben, wie Kundenmanager Kaumeier betont. Denn: Der Anschluss ans Gasnetz sei der Anschluss an die Zukunft. Wo heute Erdgas und Biogas fließen, könne in Zukunft Wasserstoff als innovativer und klimaneutraler Energieträger im bestehenden Gasnetz transportiert werden.

Leonhard Veh drückt es so aus: „Die Lösung für das Bissinger Baugebiet Westfeld schreit zum Nachahmen.“

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