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Lauingen

09.01.2020

Die Lauinger Firma LMV schafft es aus der Insolvenz

Im September musste die LMV Insolvenz anmelden. Jetzt sind Investoren gefunden. Die Firma soll zum Teil neu ausgerichtet werden.
Foto: Berthold Veh (Archiv)

Plus Die Lauinger LMV hat die Insolvenz hinter sich gelassen. Die Investoren stammen aus dem Kreis der alten Gesellschafter. Das Unternehmen will nun andere Wege einschlagen.

Für die rund 100 Mitarbeiter der Lauinger Metallbau und Veredelungs GmbH geht es weiter. Das Insolvenzverfahren sei abgeschlossen, teilte der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Rainer Tillmann von der Stuttgarter Kanzlei Wallner-Weiß, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das Unternehmen, das seit 1975 in Lauingen Metallkomponenten für Tische, Stühle und andere Möbel herstellt, hatte im September vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Grund dafür waren Tillmann zufolge Absatzschwierigkeiten und Insolvenzen einiger Großkunden.

Ursprünglich konnten keine Investoren für die LMV gefunden werden

Ursprüngliches Ziel war es, dass das Unternehmen von einem neuen Investor übernommen wird. Tillmann habe dafür eine Vielzahl an potenziellen Investoren angeschrieben. „Es ergab sich aber kein belastbares Interesse“, erklärt er im Gespräch. Auch der Insolvenzverwalter selbst wollte die LMV aufgrund bald notwendiger Investitionen nicht weiterführen.

Übernommen wurde die Firma schließlich von den bisherigen Gesellschaftern Werner und Andreas Bacher. Letzterer war vor der Insolvenz auch Geschäftsführer. Die Firmenleitung übernimmt in Zukunft jedoch ein neuer – laut Tillmann – branchenerfahrener Geschäftsführer.

Für die rund 100 Mitarbeiter, die am Dienstag über die neuen Entwicklungen informiert wurden, ist es eine positive Nachricht. Hätte sich kein Investor gefunden, wäre das Unternehmen vor dem Aus gestanden. „Dementsprechend ist die Stimmung gelöst“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Fritz Jenewein. Bis auf sehr wenige habe das Unternehmen alle Mitarbeiter halten können. „Wir hatten nie das Gefühl, dass viel Personal abgebaut werden wird.“ Eher habe in den vergangenen Monaten die Angst bestanden, dass die LMV für immer schließen könnte.

Trotz der Insolvenz gab es bei der LMV in Lauingen viel zu tun

Dass sich die Suche nach einem Investor so schwierig gestaltet hat, hat mehrere Gründe. Vor allem die bald nötigen Investitionen im Bereich Galvanik sorgten laut Insolvenzverwalter Tillmann für das geringe Interesse. Im Hintergrund stehen neue Regulierungen, aufgrund derer manche Chrombeschichtungen bald nicht mehr zulässig sind. Um auf dem Gebiet auf den neuesten Stand zu kommen, seien jedoch Investitionen nötig.

Jenewein gibt sich indes zuversichtlich. Seit der Bekanntgabe am Dienstag seien die Mitarbeiter sehr optimistisch. Und: „Komischerweise hatten wir im letzten halben Jahr trotz der Insolvenz viel Arbeit.“ Auch die Auftragslage der LMV sei gut. „Wir müssen die vielen Aufträge nur noch bearbeiten“, sagt Jenewein.

Insolvenzverwalter Tillmann teilte zudem mit, dass sich das Unternehmen als Teilelieferant in den Bereichen Shop Solutions, Retail Systems und Möbelbau neu ausrichte. Konkret heißt das, dass die LMV „weitere Märkte erschließen“ solle. So sollen künftig auch Angebote für Supermärkte ermöglicht werden. Die Rede war von Zugangsbeschränkungen. Betriebsrat Jenewein sieht diese Entwicklung positiv. Die Kapazität dafür sei vorhanden.

Wichtig sei ihm jetzt, dass es weitergeht, sich der Betrieb stabilisiert und man gute Absätze einfährt. Wie sich das Geschäft in Zukunft entwickelt, bleibt noch abzuwarten. Jenewein fasst es so zusammen: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“

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