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Kunst

19.09.2015

Ein polnischer Germanist forscht im Lauinger Piontek-Museum

Vor einem Selbstporträt von Heinz Piontek: Der polnische Germanist Dr. Rafal-Biskup (links) und Anton Hirner im Lauinger Piontek-Museum.
Bild: Erich Pawlu

Dr. Rafal Biskup von der Universität Breslau sammelt Material für seine Arbeiten

„Die Sprache in den Romanen Heinz Pionteks ist meisterhaft. Ich bin fasziniert.“ Diese Begeisterung führte den polnischen Germanisten Dr. Rafal Biskup nun nach Lauingen. Im Piontek-Museum sammelt er Material für geplante Publikationen zu Heinz Pionteks Leben und Werk.

Anton Hirner, Begründer und Betreuer des Museums, begegnete Dr. Biskup schon im Jahre 2014. Damals hielt Hirner in Breslau einen Vortrag über Heinz Piontek. Der Lyriker und Romanautor, 1924 im oberschlesischen Kreuzburg geboren, lebte von 1947 bis 1955 in Lauingen und von 1955 bis 1961 in Dillingen. Piontek starb 2003 in Rot-thalmünster. Vor allem seine Gedichte lösten im Nachkriegsdeutschland starke Resonanz aus. Schon 1957 wurde er mit dem Andreas-Gryphius-Preis ausgezeichnet, 1976 erhielt der den Georg-Büchner-Preis. Dr. Rafal Biskup ist ein polnischer Schlesier mit deutschen Wurzeln. Er wurde 1983 in Kreuzburg/ Kluczbork geboren, wuchs im benachbarten Borkowitz/Borkowice auf und besuchte die Grundschule sowie das Gymnasium in Kreuzburg. Sein Studium an der Universität Breslau schloss er mit der Promotion ab. Inzwischen ist er Assistent an der Germanistischen Fakultät dieser Universität.

Ein Stipendium des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (KAAD) in Bonn ermöglicht Dr. Biskup den gegenwärtigen Aufenthalt in Deutschland und die Recherchen zur Biografie und zu den Werken Heinz Pionteks. Das Piontek-Museum in Lauingen und die Bayerische Staatsbibliothek in München bieten ihm umfangreiches Material für geplante Veröffentlichungen. Im Rahmen eines Aufsatzes soll zunächst Pionteks Arbeit an der Publikation „Goethe unterwegs in Schlesien“ untersucht werden. Konzipiert ist auch eine Monografie, in der die Einflüsse des Grenzraums zwischen Deutschland und Polen auf die Autoren Gustav Freytag, Victor Kaluza, Hans Lipinsky-Gottersdorf und Heinz Piontek untersucht werden sollen. Und auch an der Vorbereitung und Durchführung einer Tagung, die 2018 in Kreuzburg anlässlich des 15. Todestages Heinz Pionteks stattfinden soll, wird Dr. Biskup entscheidend beteiligt sein. Der Breslauer Germanist verfügt über beste Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung seiner Pläne. Er spricht perfekt Deutsch und an der Breslauer Universität fördert Doktorvater Professor Dr. Wojciech Kunicki sein wissenschaftliches Engagement. An Motivation fehlt es Dr. Biskup nicht. Er ist davon überzeugt, dass im heutigen Polen Veröffentlichungen über deutsche Schriftsteller aus Schlesien auf reges Interesse stoßen.

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