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Landkreis

16.11.2018

Haben Sie im Nebel Ihr Licht an?

Bild: Weizenegger (Archiv)

Es ist nicht nur gefährlich, sondern auch strafbar, ohne Licht im Nebel Auto zu fahren. Das gilt auch für Radler.

Was für eine Suppe. Der Nebel ist dicht und löst sich teilweise den ganzen Tag nicht auf. Und die Bürger im Landkreis Dillingen wissen: Das wird sich auch in den nächsten Wochen nicht ändern. Wenn noch Glätte hinzukommt, wird es gefährlich. Erst recht, wenn Verkehrsteilnehmer nicht sichtbar sind. Gunther Hetz von der Polizeiinspektion Dillingen weiß, warum es so wichtig ist, dass Autofahrer und Co. ihre Lichter anschalten.

Gab es bereits Unfälle, die aufgrund schlechter Sichtverhältnisse im Landkreis passiert sind?

Hetz: In diesem Monat hatten wir im Bereich der Polizeiinspektion Dillingen zwei Verkehrsunfälle zu verzeichnen, die wegen nicht angepasster Geschwindigkeit bei schlechten Sichtverhältnissen durch Nebel passierten. Ansonsten hatten wir im Jahr 2018 keine nebelbedingten Verkehrsunfälle, die polizeilich aufgenommen wurden. Aufgrund wetterbedingter Sichtverhältnisse gab es einen Verkehrsunfall wegen tiefstehender Sonne und einen Verkehrsunfall bei Starkregen.

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Was sagen die Vorschriften ganz generell über Licht bei Nebel?

Hetz: Der Paragraf 17 der Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt die Beleuchtungsvorschriften. Da heißt es: „Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen…“. Eine generelle Beleuchtungspflicht untertags besteht daher nicht. Aufgrund oft schlechter Wetterverhältnisse im Winter, sei es durch Schneefall, Regenschauer oder Nebel, und den damit verbundenen Sichtverhältnissen ist das Einschalten des Abblendlichts dann aber erforderlich. Ich persönlich rate bei normalen Tageslichtverhältnissen zu Tagfahrleuchten. Erforderlich ist das Tagfahrlicht bei Kraftfahrzeugen aber nicht.

Wie sieht es bei Motorradfahrern aus?

Hetz: Kraftradführer hingegen müssen stets mit eingeschalteter Beleuchtung fahren. Im Paragraf steht weiter: „Wer ein Kraftrad führt, muss auch am Tag mit Abblendlicht oder eingeschalteten Tagfahrleuchten fahren. Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, ist Abblendlicht einzuschalten.“

Wann ist es notwendig, eine Nebelschlussleuchte zu benutzen?

Hetz: „Nebelschlussleuchten dürfen nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt.“ – Eine weitere Vorschrift des Beleuchtungsparagrafen. Dies gilt sowohl innerorts als auch außerhalb geschlossener Ortschaften.

Immer vermehrt sind Fahrzeuge mit automatischem Licht ausgestattet. Was ist damit? Funktioniert das?

Hetz: Ist ein Kraftfahrzeug mit Tagfahrlicht ausgerüstet, schaltet sich dieses automatisch bei Betätigung der Zündung an. Das Abblendlicht kann an einen Lichtsensor gekoppelt sein. Bei eintretender Dunkelheit schalten sich das Abblendlicht und die Rückleuchten dann automatisch ein und wenn vorhanden, das Tagfahrlicht aus. Meines Wissens nach reagieren die Sensoren aber nicht auf Nebel. Dann muss die Beleuchtung manuell eingeschaltet werden. Bei Fahrten im Nebel reichen die Tagfahrlichter nicht aus. Dann müssen, wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen benutzt werden. Weil Kraftfahrzeugen vom Kraftfahrbundesamt eine allgemeine Betriebserlaubnis zugeteilt wird, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zugelassen und somit ausreichend.

Angenommen Sie erwischen einen Verkehrsteilnehmer bei dichtem Nebel ohne Licht – gibt es Konsequenzen?

Hetz: Ein Fahrzeug ohne eingeschaltete Beleuchtung bei schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel ist gefährlich für die Sicherheit des Straßenverkehrs. Bei Verstößen sieht der Bußgeldkatalog Verwarnungen von 25 Euro innerorts vor, in Verbindung mit einem Verkehrsunfall dann sogar in einer Höhe von 35 Euro. Bei Fahrten ohne eingeschaltetem Abblendlicht außerhalb geschlossener Ortschaften, obwohl die Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen erheblich behindert ist, winkt dem Fahrzeugführer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und wenn es überdies zum Unfall kommt, kann ein Bußgeld von 90 Euro verhängt werden. Obendrein wird neben den verhängten Bußgeldern ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei gespeichert.

Gilt das auch für Fahrradfahrer?

Hetz: Für Fahrradfahrer sieht der Bußgeldkatalog Verwarnungen in Höhe von 20 Euro vor, wenn diese, obwohl es die Lichtverhältnisse erfordern, ohne Licht unterwegs sind. Für Fußgänger gibt es keine Beleuchtungspflicht. Ausnahme ist hier nach den Bestimmungen des Paragraf 17 der StVO: „Wer zu Fuß geht und einachsige Zug- oder Arbeitsmaschinen an Holmen oder Handfahrzeuge mitführt, hat mindestens eine nach vorn und hinten gut sichtbare, nicht blendende Leuchte mit weißem Licht auf der linken Seite anzubringen oder zu tragen.“

Zum Beispiel am Montag gab es einen Unfall bei Nebel: Auto und Finger kaputt .

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