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Medizin

17.10.2018

Höchstädt bekommt eine neue Hausärztin

Sabine Bauer ist aktuell noch in einer Lauinger Praxis tätig. Nächstes Jahr wird sie als Hausärztin die Praxis von Dr. Jürgen Arnhardt in Höchstädt unterstützen. Die 30-jährige Dillingerin kann sich mittelfristig auch vorstellen, in die Praxis einzusteigen.
Bild: Bronnhuber

Dr. Jürgen Arnhardt plant einen Anbau an seine bestehende Praxis. Künftig wird ihn dort die 30-jährige Sabine Bauer verstärken. Für die Patienten ist sie keine Unbekannte

Als sie noch Studentin war, konnte sie es sich nicht vorstellen. Da hatte Sabine Bauer andere Pläne. Doch ein Praktikum in einer Dillinger Praxis hat den Berufswunsch verändert: Sie will Hausärztin werden – und das am liebsten in der Region. „Es ist der nahe Kontakt zu den Menschen. Der Beruf ist anstrengend, aber man bekommt viel von den Menschen zurück – und das immer wieder. Es ist nicht wie im Krankenhaus, dass man sich oft nur einmal sieht. Man begleitet die Menschen“, sagt Sabine Bauer. Künftig wird sie Patienten aus Höchstädt und Umgebung begleiten. Denn aus Wunsch wird Realität. Die 30-Jährige unterstützt ab kommendem Jahr das Team des Höchstädter Allgemeinmediziners Dr. Jürgen Arnhardt – ein Glücksfall für die Stadt und die Umgebung, wie Bürgermeister Gerrit Maneth am Montagabend bei der Stadtratssitzung betonte. Dort machte er die Pläne erstmals öffentlich. Maneth: „Das sind sehr erfreuliche Nachrichten und tolle Entwicklungen für unser Höchstädt.“ Er bedankte sich bei Arnhardt und sagte, dass damit das Hausärzteproblem in der Donaustadt wieder machbarer geworden sei.

Vier Hausärzte in Höchstädt 

Geplant sind 70 Quadratmeter an die bestehenden Praxisräumlichkeiten von Mediziner Arnhardt in Höchstädt im Weidenweg. Entstehen sollen zwei neue Sprechzimmer, ein Behandlungszimmer und ein Sonografiezimmer. Rund eine Viertelmillion Euro investiert der Hausarzt mit Ehefrau Dagmar in die Erweiterung. Alles soll so schnell wie möglich über die Bühne gehen, der Rohbau soll heuer noch stehen. „Man tut, was man kann“, sagt er. Mit der 30-jährigen Bauer verstärkt Arnhardt sein Team auf vier Hausärzte. Aktuell sind Dr. Franciska Reiter und Dr. Vera Ziegler ebenfalls in Höchstädt tätig. Die beiden Frauen teilen sich eine Stelle. Mit zum Team zählt momentan auch Assistentin Susanne Eisenhofer. Sie macht gerade den letzten Teil der Weiterbildung zum Facharzt bei Arnhardt. „Ich habe mit allen absolute Glücksgriffe gemacht. Langsam werden unsere Räume aber voll, deshalb müssen wir anbauen“, sagt der Höchstädter Mediziner und lacht. Außerdem habe er Sabine Bauer von Anfang zugesichert, dass sie, wenn sie nach ihrer Ausbildung fertig ist, zu ihm kommen kann. „Ich habe gesagt: Wenn es dir zusagt, dann baue ich dran“, erzählt der 59-Jährige. Damit habe er künftig nicht weniger Arbeit, aber er habe die Chance, dass die Praxis auch nach ihm weitergehe. Das freut auch die rund 2200 Patienten, die Arnhardt betreut – und die kennen auch schon die neue Ärztin.

Denn Sabine Bauer war bereits ein Jahr in der Praxis in Höchstädt tätig. „Sie ist ein Produkt unserer Weiterbildungsinitiative mit dem Krankenhaus Dillingen“, erklärt Arnhardt. Als akademische Lehrpraxis der Technischen Universität München bildet die Höchstädter Praxis Studenten im Rahmen von Famulaturen, Blockpraktika und praktisches Jahr aus und besitzt die Weiterbildungsbefugnis für das Fach Allgemeinmedizin. „Ich habe immer gesagt, dass es klappt, wenn die Leute aus der Gegend seien. Wir bringen keinen Hamburger dazu, sich in Höchstädt niederzulassen.“

Höchstädt bekommt eine neue Hausärztin

Berufsziel: Hausarzt 

Dr. Ulrike Bechtel, Chefärztin der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses St. Elisabeth Krankenhaus in Dillingen, erklärt, dass die Klinik 2010 mit „Pradix“ (regionales Praxisnetzwerk) in Bayern den ersten Weiterbildungsverbund für Allgemeinmedizin mit universitärer Anbindung gebildet hat. Mit Bechtels innovativem Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen (kurz AKADemie) wurde St. Elisabeth 2013 zudem anerkanntes Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München und nimmt seither bereits an der praktischen Ausbildung Studierender teil – die personelle Grundlage für den Verbund. Dr. Bechtel: „Der Verbund macht möglich, dass wir nicht nur junge Mediziner in den Landkreis locken, sondern diese jungen Leute auch noch besonders gut auf ihr Berufsziel Hausarzt vorbereiten.“ Laut der Chefärztin werden es jedes Jahr mehr, alle werden „breit ausgebildet, sind sicher und sattelfest“. Damit leistet die Ärzteschaft Dillingen ihren Beitrag, die medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis nicht nur zahlenmäßig zu sichern, sondern auch noch hoch qualifiziert. „Jeder einzelne gewonnene Mediziner ist wie ein Goldnugget. Wir werben Studierende bis aus Berlin. Nicht jeder entscheidet sich langfristig für unseren Landkreis. Deshalb brauchen wir viel Werbung“, so Bechtel. Für Sabine Bauer, eine Dillingerin, war immer klar, dass sie gerne in der Region bleiben möchte: „Ich habe hier auch den Großteil meiner Ausbildung gemacht. In Höchstädt hat es mir am besten gefallen.“

Aktuell ist sie in einer Lauinger Hausarztpraxis tätig. Ende des Jahres ist die 30-Jährige mit ihrer Facharztweiterbildung fertig, es fehlt dann noch die offizielle Prüfung. Bis die Räumlichkeiten in Höchstädt fertiggestellt sind, wird die Allgemeinmedizinerin in Teilzeit bereits bei Arnhardt arbeiten, dann so schnell wie möglich in Vollzeit übergehen. „Wenn es weiter so gut läuft, kann ich mir vorstellen, auch in die Praxis einzusteigen“, so Bauer.

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