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Einweihung

09.05.2016

Höchstädt strahlt

Jede Menge Oldtimer lockten Besucher in die Innenstadt. Kleine und große Besucher bestaunten die alten Maschinen.
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Jede Menge Oldtimer lockten Besucher in die Innenstadt. Kleine und große Besucher bestaunten die alten Maschinen.
Bild: Bronnhuber

Die Innenstadt hat ein neues Gesicht: Das wird groß gefeiert.

Da steht er. Glänzend rot, das Dach ganz unten. Ein wahrer Hingucker, der Daimler Benz aus dem Jahr 1962. Aber auch der beige VW-Bus, Typ T1, erinnert an eine andere Zeit. Santino Kirstein hat trotzdem nur Augen für das Fahrzeug auf der anderen Seite: der blaue Hanomag-Bulldog, Baujahr 1958. „Die Farbe ist so schön“, sagt der Siebenjährige, streicht mit seiner Hand über die Reifen und schlendert weiter. Denn nur ein paar Meter entfernt sieht er das alte Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr.

Der Höchstädter Bub ist mit seinen Eltern und seinem Zwillingsbruder unterwegs. Gemütlich spazieren sie durch die Herzogin-Anna-Straße. Bleiben mal stehen, ratschen oder hören der Musik von Donauklang zu. Hunderte andere Bürger tun es der Familie gleich. Denn: Höchstädts Innenstadt ist am Sonntag ein Anziehungsmagnet. Und das liegt nicht nur an der Oldtimer-Ausstellung, den leckeren Steaksemmeln oder der Zuckerwatte beim Mai-Markt. Höchstädt feiert sich – in der Lücke, die nach Jahren von Schloss zum Marktplatz geschlossen wurde. Ehrengäste, Anlieger, Firmen, Abgeordnete, Vereine, Ämter, Geistliche und Bürger: Sie alle sind gestern in Höchstädt und feiern offiziell die Einweihung der Herzogin-Anna-Straße und der Bachgasse. Ein Millionenprojekt, das oft kontrovers und intensiv diskutiert wurde, wie Bürgermeister Stefan Lenz sagt. Aber: „Wir haben immer kooperativ zusammengearbeitet, und das ist Ergebnis – und das kann sich sehen lassen.“ Neue Fahrbahnbeläge, breite Gehwege, barrierefreie Übergänge, kleine Bäumchen, Verweilmöglichkeiten, mehr Parkplätze … die Liste ist länger. Lenz: „2014 ist die Entscheidung gefallen, die Straße auszubauen. Das war keine unüberlegte Idee, sondern eine logische Schlussfolgerung.“ Nach Fertigstellung des Schlossumfeldes sei dies der richtige Schritt gewesen.

Dabei sei eines von Anfang an im Mittelpunkt gestanden: die Bürgerbeteiligung. Anlieger und Betroffene vor Ort wurden laut Lenz in die Prozesse mit einbezogen, es gab wöchentliche Treffen auf der Baustelle. „Wir haben eine Straße für die Menschen gebaut. Ich danke allen für das Verständnis und die Geduld. Es war nicht immer einfach, die Auswirkungen einer Baustelle so gering wie möglich zu halten.“ Entstanden sei nun nicht nur eine nützliche und verbesserte, sondern auch eine vielseitige und schöne Straße – inklusive Bachgasse, die die Stadt Höchstädt im Zuge der Herzogin-Anna-Straße mitausbauen hat lassen. Circa 1,7 Millionen Euro hat das Gesamtprojekt gekostet, das Staatliche Bauamt war der Baulastträger. Der dortige Leiter, Jens Ehmke, ist von der Maßnahme überzeugt. „Ich würde sagen, das ist eine Superstraße geworden, die Sie vor Ihrer Haustüre haben. Sie genügt den meisten Ansprüchen.“ Er hoffe, dass sich solch ein Gefühl der Zufriedenheit auch irgendwann beim Großprojekt B16, Nordumfahrung für Höchstädt, einstellen wird. Mit einem „Passt schon“ sei er glücklich.

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Glücklich ist auch Tobias Nowak von der Landshuter Firma „raum + zeit“. Der Landschaftsarchitekt sagt bei der Einweihung: „Ich sehe, dass Sie sich an der neuen Straße freuen. Das freut mich auch.“ Die Räume zwischen den Häusern, sei der Raum, der den Bürgern gehöre. Nowak: „Nutzen Sie ihn für Begegnungen. Ich habe das Gefühl, es ist ein guter Raum.“ Damit diese neu entstandenen Räume vor Unglück bewahrt werden, schenken Höchstädts Stadtpfarrer Daniel Ertl und der evangelische Pfarrer Wolfram Schrimpf der „Prachtstraße“, wie sie Tobias Langer, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung, bezeichnet, den gemeinsamen Segen. Und Langer führt fort: „Wir sind sehr glücklich damit“. Die Geschäfte in der Stadt hätten ein wunderbares Umfeld bekommen, das sei ein wichtiger Faktor, dass Menschen kommen und vor Ort auch einkaufen. „Wir haben nun ein Einkaufserlebnis. Außerdem haben wir viele Parkplätze in der Innenstadt, die zudem kostenlos sind. Das macht Höchstädt attraktiv.“

Das findet auch Landtagsabgeordneter Georg Winter. Er spricht von einem „absoluten Supertag für Höchstädt“. Es sei nicht nur eine neue Straße entstanden, die ganze Innenstadt habe gewonnen. Dabei betont Winter, dass dies auch der ehemaligen Bürgermeisterin Hildegard Wanner zu verdanken sei. Sie habe 2007 das Projekt mit der Umgestaltung des Marktplatzes vorangetrieben. „Wenn Höchstädt auch in Zukunft mithalten will, muss es weiter offen für Neues sein. Das ist hier passiert und bekommen haben wir eine neue Innenstadt.“ Eine, die auch Reinhard Kunzmann sehr gut gefällt. Der ehemalige Stadtrat ist nicht nur Anlieger, sondern hat sich auch ganz speziell um das Beleuchtungskonzept in der Herzogin-Anna-Straß gekümmert. Er strahlt über das ganze Gesicht und sagt: „Zug um Zug haben wir das alles durchgeführt. Von Haus zu Haus bin ich marschiert. Nun hat Höchstädt einen Altstadtcharakter.“

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