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23.07.2009

Klangvielfalt und hohe Interpretationskunst

Höchstädt (ak) - Was im Jahre 1961 begann, erfuhr nun einen markanten Höhepunkt: der künstlerische Weg der Orchestervereinigung Höchstädt. Ursprünglich als Salonorchester als Teil des Gesangvereins Höchstädt gegründet, durchlebte der Klangkörper im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte eine Metamorphose zum Kammerorchester. Vor allem der jetzige Leiter des Ensembles, Werner Bürgle, formte das Orchester zu einem Klangkörper, der in seiner Vielseitigkeit in der Besetzung und der Variabilität seiner Einsatzmöglichkeiten auf hohem Niveau agiert und für seine Zuhörer durch die Vielseitigkeit in der Literaturinterpretation immer wieder für Überraschungsmomente sorgt.

Das Sommerkonzert in Wertingen und Höchstädt stand im Zeichen des 150-jährigen Bestehens des Gesangvereins Höchstädt und in der Präsentation eines interessanten Programms, das durch den Wechsel zwischen Solokonzerten und Darbietungen des Gesamtorchesters zu einem großen Konzerterlebnis avancierte.

Barocke Festlichkeit entfaltet

Barocke Festlichkeit entfaltete sich mit dem Concertino von A. Corelli für zwei Trompeten und Streicher. Im Zusammenspiel mit den Streichern agierten die Trompetenduos Katharina Briegel/Andreas Tischmacher bzw. Andreas Tischmacher/Michael Marx mit gekonnter Technik und klarer Tongebung.

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Hommage an einen Meister

Das Divertimento in D-Dur von Joseph Haydn für Soloflöte und Streicher lebte vom Engagement des Gesamtorchesters sowie dem künstlerischen Potenzial der Flötistin Christa Mörtl-Maier. Die Interpretation dieses eingängigen Werks wurde zur Hommage an den großen Meister, dessen 200. Todestag die Musikwelt heuer ein vielfaches Gedenken widmet. Auch bei der Präsentation des Konzerts in E-Dur vom J. S. Bach für Violine und Streichorchester agierte die Solistin Heike Sirch im Zusammenspiel mit dem Gesamtensemble auf sehr hohem Niveau. Geschliffene Technik in den schnellen Sätzen sowie eine engagierte Tongebung und starke Empathie in dem getragenen Passagen boten eine adäquate Interpretation dieses Werkes des Altmeisters barocker Tonkunst.

Diesen Highlights "klassischer" Orchesterkompositionen standen Werke etwas "leichterer", aber nicht minder anspruchsvoller Kost gegenüber. In der Interpretation dreier vom Charakter her ganz unterschiedlicher Tänze demonstrierte das Orchester Variabilität und Flexibilität. Sowohl bei den "Choreae Hungaricae", fünf Tänzen aus dem Kajoni-Kodex, wie auch den "Rumänischen Volkstänzen" von Bela Bartok vermittelten sich dem Hörer durch farbige Klanggestaltung und ausgefeilte Dynamik typische Charakteristika ungarischen bzw. rumänischen Musikempfindens. Elfriede Bürgle verdeutlichte als virtuose Soloviolinistin den Einfluss der Zigeunermusik. Bei den "Volkstänzen" von Walther Hensel übertrug sich die Musizierfreude der Musikerinnen und Musiker auf die zustimmende Begeisterung des Publikums.

Klare Handschrift

Die Interpretation der gesamten Programmbausteine trug die klare Handschrift des musikalischen Leiters, Werner Bürgle, der stets auf Passgenauigkeit in der programmatischen Aussage hinarbeitet und durch seinen teilweisen Einsatz als Cellist "seine" Musikerinnen und Musiker zu einem beachtlichen Leistungsniveau beflügelt.

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