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Wanderung

23.02.2018

Mit dem Schutzengel auf dem Jakobsweg

Gabriele Schmid berichtete bei Bücher Brenner von der Erfüllung ihres Traums – der Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg. Zwei Bücher sind dabei entstanden, inzwischen schreibt sie an ihrem dritten Buch.

Wie sich die Druisheimerin einen Lebenstraum erfüllt hat. Und warum sie jetzt ihr drittes Buch schreiben wird

Paulo Coelho war dort, Hape Kerkeling ebenfalls. Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela zieht Pilger in Scharen an. Und die Veröffentlichungen zu dem berühmtesten aller Pilgerwege schießen wie die Pilze aus dem Boden. Gabriele Schmid aus Druisheim (Landkreis Donau-Ries) sitzt nun an ihrem dritten Buch, das sie über den Jakobsweg schreiben wird. Und sie sieht sich dabei von einer spirituellen Kraft geführt. „Ich bin nur der schreibende Stift“, verrät die 52-jährige Einzelhandelskauffrau bei ihrer Autorenlesung am Donnerstagabend in der Buchhandlung Brenner in Dillingen.

Gabriele Schmid ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Vor neun Jahren war die Verkäuferin auf einem Vortrag und hatte danach den Impuls, auf dem Jakobsweg zu pilgern. Ihr Mann war zwar etwas überrascht, sagte jedoch: „Wenn das dein Ziel ist, geh!“ Und auch der Chef zeigte Verständnis, dass sich seine Mitarbeiterin eine sechswöchige Auszeit nehmen will. „Wenn man solch einen Traum hat, dann muss man das machen, solange man das tun kann“, lautete der Kommentar. Und so zog die Mutter nach einem Traum, wie sie knapp 30 Hörern bei der Lesung mitteilt, vor sechs Jahren erstmals los. „Dann war ich wirklich mal schnell weg.“ Gabriele Schmid erzählt locker, die Faszination, die der Weg auf sie ausübt, ist in jedem Wort zu spüren. Und sie ist jedem der vielen schönen Fotos anzumerken, die Schmid auf dem Jakobsweg gemacht hat. Ihr Vortrag regt an, vielleicht selbst einmal diesen etwa 800 Kilometer langen Pilgerweg (vom französischen Saint-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostela) ins spanische Galizien zu gehen. Schmid gibt Tipps, etwa nicht das Wasser aus den Brunnen zu trinken. Und bei der Befüllung des Rucksacks, der die Pilger drückt, zu sparen. „Man nimmt das erste Mal immer zu viel mit“, sagt die Druisheimerin. Bei ihr musste ein gelber Föhn mit auf den Jakobsweg. Nach der Rückkehr von ihrer Pilgerwanderung sei etwas Überraschendes passiert – eine ziemlich verrückte Geschichte, wie Schmid anmerkt: „Der Schutzengel, der mich grandios geleitet hat, sagte zu mir, dass ich ein Buch schreiben soll.“ Und so entstanden 480 handgeschriebene DIN-A4-Seiten, die jetzt als das Buch „Die Wunder des Camino“ vorliegen. 2013 machte sich die Verkäuferin eines Mertinger Fachmarkts ein zweites Mal auf den Jakobsweg. Daraus wurde das Buch „Den Schutzengel im Rucksack“. Am Donnerstag berichtete die 52-Jährige erstmals auch über ihre dritte Wanderung auf dem Jakobsweg im vergangenen Herbst. Auch daraus wird ein Buch werden.

Gabriele Schmid beschreibt ihre Ergriffenheit bei der Ankunft am Grab des Apostels Jakobus in San-tiago de Compostela. Und ihren weiteren Weg ans Ende der alten Welt nach Finisterre und Muxia. Die Fotos sind brillant, die Beschreibungen der 52-Jährigen poetisch. „Es ist ein Geschenk, diesen Weg gehen zu dürfen. Und es ist eine Gnade, in Santiago de Compostela anzukommen“, sagt Schmid. Buchhändler Bernd Brenner ist ebenso wie die Hörer angetan von den Erzählungen und der Begeisterung der Jakobsweg-Pilgerin. „Danke dafür, dass Sie uns auf Ihren Pilgerweg mitgenommen haben“, sagt Brenner. Der Abend liefert nicht nur spirituelle Erbauung, er dient auch einem guten Zweck. Die Eintrittsgelder gehen an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

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