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Höchstädt

02.11.2019

Standing Ovations für ein „unspielbares“ Werk

Solistin Nathalie Schmalhofer mit dem Kammerorchester Bobingen unter der musikalischen Leitung von Ludwig Schmalhofer (Mitte) während der Aufführung des Konzerts für Violine und Orchester D-Dur op. 35 von Peter Tschaikowsky.
Bild: Knoll

Das Kammerorchester Bobingen gastiert in Höchstädt. Dabei brillierte insbesondere eine Violinistin.

Vor sechs Jahren startete die Reihe „Alte Meister“ des Kammerorchesters Bobingen. Mittlerweile führen ihre Tourneen die Musiker aus der Nachbarschaft über regionale Grenzen hinaus.

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In Höchstädt ist das Orchester ebenfalls kein unbekannter Gast: Bereits zum fünften Mal gastierten sie in der Donaustadt und lockten auch dieses Mal wieder zahlreiche Zuhörer zu ihrem Konzert. Begrüßt wurden die 150 Zuschauer im vollen Rittersaal von Mathilde Wehrle, der 1. Vorsitzenden des Kammerorchesters Bobingen, die als ehemalige Kulturreferentin des Bezirks Schwaben an ihre alte Wirkungsstätte nach Höchstädt zurückkehrte.

Los ging es mit einem Stück der Oper Carmen

In den Konzertabend startete das Orchester aus Bobingen unter der musikalischen Leitung von Ludwig Schmalhofer mit Klängen aus der bekannten Suite Nr. 1 der Oper Carmen von Georges Bizet. Schmalhofer, der seit 1990 als Bratschist bei den „Augsburgern Philharmonikern“ spielt und als Dozent am Leopold-Mozart-Zentrum tätig ist, wusste mit seiner Interpretation der Musikstücke die Akustik des Rittersaals gekonnt zu nutzen.

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Was ist an Carmen so faszinierend?

Warum ihn insbesondere die Oper Carmen fasziniert, erklärte er dem Publikum folgendermaßen: „Die Musik in Carmen hat nicht eine bekannte Melodie, sondern viele. Durch ihre Vielschichtigkeit greift sie sich nicht ab.“ Facettenreich war auch Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35, das neben den beiden Suiten aus Carmen den zweiten Schwerpunkt, des Konzertabend darstellte.

Nach den leidenschaftlichen Motiven, die die Oper Carmen dominieren, nahm Schmalhofer das Publikum auf eine Reise in die tiefe russische Gefühlswelt Tschaikowskys mit. Mit der Interpretation des ambitionierten Werkes, brillierte insbesondere die Violinistin Nathalie Schmalhofer durch ihre Soli, die der berühmte Violonist Leopold Auer zu Lebzeiten Tschaikowskys zuerst als „unspielbar“ bezeichnete.

Die Fülle an sehr anspruchsvollen Stellen stellten jedoch für Deutsch-Kanadierin Schmalhofer kein Hindernis dar. Im Gegenteil: Die unterschiedlichen Motive mit divergierenden Tempi (von Allegro moderato über Andante bis hin zu Allegro vivacissimo), ließen erahnen in welchem Ausmaß an Präzision Nathalie Schmalhofer ihr Instrument beherrscht.

Fazit: Ein "voller Erfolg"

Für die sehr gelungene Interpretation gab es für sie und das gesamte Orchester stehende Ovationen. Kein Wunder also, dass die Veranstalter am Ende des Konzertabends sehr zufrieden waren.

So bewertete Nicola Thanner, Geschäftsführerin des Förderkreises Schloss Höchstädt die Veranstaltung als „vollen Erfolg“ aus Sicht des Vereins. Die musikalische Leistung der Bobinger würdigte sie als „grandios“ und ergänzte: „Wenn das Kammerorchester wiederkommen möchte, würden wir das auf jeden Fall von Seiten des Förderkreises sehr unterstützen.“

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