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Landkreis Dillingen

28.12.2018

Voller Einsatz für die Kartei der Not

Unsere Zeitung hat in diesem Jahr zum ersten Mal ein Kicker-Turnier mit Vertretern aller Kommunen im Landkreis Dillingen, Bundeswehr, Kinderheim und Polizei organisiert. Der komplette Erlös dieses Abends im Höchstädter Sportheim wurde an die Kartei der Not gespendet.
Bild: Jakob Stadler, Archiv

Unser Leserhilfswerk unterstützt Menschen aus dem Landkreis Dillingen. Wo Hilfe dringend benötigt wird.

Ein neues Computerspiel, endlich ein größeres Fahrrad oder ein dicker Schmöker zum Lesen. Unter den Christbäumen in unseren Wohnzimmern haben sich an Heiligabend wieder viele Geschenke gestapelt – von Kleinigkeiten bis hin zu lang ersehnten Wünschen. Was für die meisten von uns selbstverständlich ist, ist für viele Menschen, auch im Landkreis Dillingen, unmöglich. Ihnen fehlt das Geld für Geschenke oder sie haben mit schweren Schicksalsschlägen umzugehen. Da wird Weihnachten zur Nebensache. Für diese Menschen in der Region, die unverschuldet in Not geraten sind, gibt es aber auch Lichtblicke. Unser Leserhilfswerk, die Kartei der Not, hilft. Im Verbreitungsgebiet der Wertinger Zeitung und der Donau-Zeitung half die Kartei der Not mit mehr als 36000 Euro im vergangenen Jahr. Und dass das Geld dringend gebraucht wird, zeigen die vielen Fälle, die beim Leserhilfswerk gemeldet werden – knapp 70 Hilfeanfragen. Dabei fällt auf, dass vor allem alleinstehende, ältere Personen auf die Hilfe der Kartei der Not angewiesen sind. Die Rente reicht gerade fürs Nötigste, Unvorhergesehenes bringt alles ins Wanken. Rücklagen für Neuanschaffungen sind nicht vorhanden. Diese Situation, das zeigen die eingegangenen Fälle im vergangenen Jahr, betrifft auch immer mehr Alleinerziehende. Von der Armut sind dann meistens die Kinder betroffen.

Auch das Schattenkinderprojekt wird unterstützt

Deshalb unterstützt das Leserhilfswerk beispielsweise das Schattenkinderprojekt. Es kümmert sich um alleinerziehende Mutter. Ein Beispielfall: Eine Frau hat vier Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren. Die Mutter hat keine finanziellen Mittel für die Geburtstagsfeiern. Um den vier Kindern unbeschwerte Stunden ohne Sorgen zu ermöglichen, unterstützte die Kartei der Not die Familie und machte so eine Geburtstagsparty möglich. Zuerst durfte die Familie ins Kino und anschließend kochte sie mit ihren Freunden ein leckeres Geburtstagsmenü, das im Anschluss miteinander bei viel Spaß probiert wurde.

„Dillingen packt‘s“ wurde auch geholfen

Die Kartei unterstützt in Dillingen auch in diesem Jahr die Aktion „Dillingen packt’s“ vom Malteser Hilfsdienst. Bei diesem Projekt erhalten Senioren, die aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung mit einem niedrigen Einkommen zurechtkommen müssen und die Ausgabestelle der Tafel nicht aufsuchen können, monatlich ein Paket mit Grundnahrungsmitteln im Wert von rund 20 Euro. Die Kartei der Not unterstützt jedes Paket zur Hälfte. Die Lebensmittelpakete sind für die bedürftigen Rentner eine wertvolle Hilfe und Unterstützung.

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Es gibt auch viele Jugendliche aus bedürftigen Familien, die nicht mit ihren Eltern oder Geschwistern in den Urlaub fahren können, weil das Geld gerade so zum Leben reicht. Ebenfalls bei uns im Landkreis Dillingen. Damit diese Buben und Mädchen ein paar unbeschwerte Tage verbringen können, fernab von allen Alltagssorgen, unterstützt die Kartei mit finanziellen Zuschüssen Kindererholungsmaßnahmen. Gemeinnützige Organisationen bieten Ferienaufenthalte mit pädagogischer Betreuung an und fahren mit den Kindern zum Zelten oder machen Ausflüge.

Die Mutter schwerkrank, der Sohn behindert...

Oftmals sind es aber nicht „nur“ Geburtstagsfeiern oder Urlaube, die sich Familien nicht leisten können. Manche Menschen müssen schwere Schicksalsschläge ertragen und geraten unverschuldet zudem noch in finanzielle Not. Ein Beispiel: Die Familie aus der Region, die das Leserhilfswerk unterstützt, besteht aus Mama, Papa und zwei Kindern. Die Mutter leidet an Brustkrebs, der vor einigen Monaten zum wiederholten Male ausgebrochen ist. Der elfjährige Sohn ist an Muskelatrophie erkrankt und zu hundert Prozent schwerbehindert. Die Folgen dieser Erkrankung sind Muskelschwund, Lähmungen und eine verminderte Muskelspannung. Der Bub ist auf den Elektro-Rollstuhl angewiesen und kann sich ohne Hilfsmittel nur krabbelnd fortbewegen.

Der Vater ist inzwischen krankgeschrieben, damit er seine Frau und die Kinder versorgen kann. Die finanzielle Situation ist sehr angespannt und es bleibt nach Abzug der monatlichen Fixkosten nur wenig Geld zum Leben. Nun muss das Auto der Familie, das sie dringend für Arzt- und Therapiefahrten für Mutter und Sohn benötigt, repariert und gewartet werden. Die Familie kann sich die Kosten jedoch nicht leisten. Die Kartei der Not hilft und unterstützt die Familie bei der Autoreparatur.

Arnd Hansen, der Geschäftsführer der Kartei der Not, kennt diesen und mehr Fälle. Er sagt: „Es gibt auch in unserer Region so viele Einzelschicksale und Unglücke, die bewegen und bei denen man einfach helfen muss. Wir freuen uns in der Kartei der Not deshalb sehr über jede Spende, weil unser Leserhilfswerk nur dank dieser Spenden wirklich die Not lindern kann. Vielen Dank an all unsere Leser für ihre großartige Unterstützung.“

Seit 1965 hilft unsere Einrichtung unverschuldet in Not geratenen Menschen in der Region. Die Kartei steht den Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite und leistet Hilfe. Rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Denn durch die Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen vor Ort ist gewährleistet, dass die Unterstützung der Kartei tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt und für den benötigten Zweck verwendet wird. Jede Spende kommt zu hundert Prozent an, weil alle Verwaltungskosten von der Mediengruppe Pressedruck getragen werden.

In Augsburg entstand ein Herzensprojekt

So konnte auch ein Herzensprojekt in Augsburg entstehen: das Ellinor-Holland-Haus: Seit knapp drei Jahren leben rund 80 Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind und sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, im Ellinor-Holland-Haus. Die ersten Bewohner zogen im Januar 2016 ein und nun steht für sie eine weitere große Veränderung an – der Auszug. Denn im Ellinor-Holland-Haus ist die Wohndauer auf maximal drei Jahre begrenzt. Die vergangenen Monate waren daher geprägt von der Wohnungssuche und den Vorbereitungen auf ein Leben nach dem Ellinor-Holland-Haus. „Wir sind stolz auf unsere Bewohner, denn sie haben in den vergangenen Jahren hart gearbeitet, viele Situationen gut gemeistert und neue Zukunftspläne entwickelt und umgesetzt“, sagt Monika Lechner von der Stiftung. Einige haben den Sprung zurück in die Berufstätigkeit geschafft und arbeiten in Teilzeit- und Vollzeitstellen. Die Jugendlichen im Haus konnten die Schule erfolgreich abschließen und fanden Ausbildungsstellen. Das Motto der Kartei der Not „gemeinsam geht’s“ wird jeden Tag aufs Neue ganz praktisch und alltagsnah gelebt.

Auch Dank der großartigen Unterstützung unserer Leserinnen und Leser der Wertinger Zeitung und der Donau-Zeitung ist unser Motto nicht nur ein Spruch. Ob ein Kirchenkonzert in Wertingen, eine Christbaum-Versteigerung in Medlingen, ein runder Geburtstag in Hausen, eine Theateraufführung in Höchstädt oder ein Schafkopfabend im Zusamtal: Mit Ihren Spenden tragen Sie einen großen Teil dazu bei, dass die Kartei der Not Menschen in der Region, die unverschuldet in Not geraten sind, helfen kann. Wir bedanken uns von Herzen bei Ihnen. Danke.

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