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Kabelfernsehen

29.08.2018

Wer im Landkreis Dillingen analog schaut, schaut in die Röhre

Dillingens Expert-Geschäftsleiter David Kirner mit einem Digitalreceiver. Damit kann ein analoges Bildröhrengerät ein digitales Kalbelsignal empfangen. Oder am besten gleich einen Flachbild-TV anschaffen, empfiehlt der Fachmann.
Bild: Horst von Weitershausen

Seit Mitte August können viele Menschen in der Region kein Fernsehen und Radio empfangen. Woran das liegt.

Wenn demnächst der ein oder andere Urlauber aus dem Landkreis Dillingen nach Hause kommt, blickt er möglicherweise mit seinem alten Bildröhrenfernseher auf einen schwarzen Bildschirm und der Radioempfang ist auch nicht mehr möglich.

So geht es allen, die über Kabel Radio hören und fernsehen. Deutschlandweit schalten die Kabelnetzbetreiber alle analogen TV- und Rundfunksignale noch in diesem Jahr ab. Im Landkreis Dillingen hat der Netzbetreiber Vodafone das analoge Signal bereits Mitte August abgeschaltet, sodass ein Empfang mittels Kabel nur noch digital möglich ist. Trotz vermehrter medialer Berichterstattung und Ankündigung durch Anzeigen der Elektrohändler über die Umstellung wurde der Termin von vielen Fernsehzuschauern und Radiohörern nicht beachtet, sodass sie davon vollkommen überrascht wurden.

Die Nachfrage nach Receivern ist hoch

Dies führte nach der analogen Signalabschaltung in den Radio- und Fernsehgeschäften zur erhöhten Nachfrage von Flachbildfernsehern oder digitalen Receivern, die zwischen Kabel und Empfangsgerät angebracht werden müssen. So auch im Fachgeschäft Expert in Dillingen, wie Marktleiter David Kirner bestätigt. „Für TV-Geräte, Receiver als auch Konverter zum Empfang des digitalen Radiosignals herrscht bei uns rege Nachfrage“, sagt David Kirner.

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Dabei vermutet er, dass sich diese noch erhöht, sobald die Ferien zu Ende gehen. Die hauseigenen Fernseh- und Radioservicetechniker sind nach den Worten des Geschäftsleiters für die nächsten Wochen bereits ausgebucht. Die Umstellung des Kabelsignals von analog auf digital liege an einer Vorgabe des Gesetzgebers, informiert Kirner. „Laut bayerischem Mediengesetz sollen ab dem 1. Januar 2019 alle Rundfunkprogramme und Telemedien in Kabelanlagen ausschließlich in digitaler Technik verbreitet werden.“

Radio über Antenne bleibt gesichert

Im Gegensatz dazu bleibe der Fortbestand der analogen Radiotechnik über terrestrischen Antennenempfang jedoch weiterhin über Jahre hinaus gesichert.

Auch Katharina Kunzmann vom gleichnamigen Fachgeschäft in Höchstädt bestätigt einen spürbaren Nachfrageschub bei Flat-Screen-TVs und Digitalreceivern seit der Abschaltung des analogen Kabelsignals in Höchstädt. Auch sie erwartet eine weiterhin verstärkte Nachfrage nach diesen Geräten, sagt Katharina Kunzmann, denn gerade in Höchstädt seien viele Haushalte an das Vodafone-Kabel angeschlossen.

Im Raum Wertingen gibt es Kabelfernsehen in der Stadt Wertingen, in Gottmannshofen und einem Teil von Bliensbach. „Auch hier guckten so manche Fernsehzuschauer nach der analogen Signalabschaltung buchstäblich in die Röhre, oder das am Kabel angeschlossene Radio gab auch keinen Ton mehr von sich“, sagt Thorsten Artinger von EP-Artinger in Wertingen. In der Folge habe die Nachfrage nach digitalen Flachbildfernsehern sprunghaft zugenommen. Auch die Digitalreceiver und Radiokonverter als Zwischenschaltgeräte hatten enorme Nachfrage zu verzeichnen.

Gerade für Bildröhrengeräte, die noch über ein Topbild und guten Ton verfügen, reicht möglicherweise ein Digitalreceiver, bevor sich der Kunde entscheidet, einen Flatscreen-TV der neuen Generation zu erwerben, sagt der Wertinger Fachgeschäftsinhaber. Auch er erwartet bis zum Ende der Urlaubszeit noch den einen oder anderen verzweifelten Fernsehzuschauer oder Radiohörer, der in seinem Geschäft über einen schwarzen Bildschirm oder lautloses Radio klagen wird. „Doch wir werden helfen können.“

Alle Infos rund um die Umstellung von Analog auf Digital finden Sie hier.

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