1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Ziertheim hat ein Eine-Million-Euro-Projekt vor der Brust

Ziertheim

11.07.2019

Ziertheim hat ein Eine-Million-Euro-Projekt vor der Brust

Mit einer Druckleitung könnte sich die Gemeinde Ziertheim an die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Härtsfeld anschließen.
Bild: Jakob Stadler

2019 kommt Ziertheim ohne Kredit aus – bald aber nicht mehr. Die Bürger müssen sich zudem auf höhere Wasser- und Abwasserbeiträge einstellen.

Die Gemeinde Ziertheim zahlt zu viel Geld für Wasser und Abwasser. Der Finanzplan der Gemeinde zeigt, dass die Kommune jährlich große Summen für die Einrichtungen ausgibt, die eigentlich kostendeckend arbeiten müssen. Eine Änderung – also eine Erhöhung – der Beiträge wird zum 1. Januar 2020 erfolgen. Im Haushalt für das laufende Jahr bleiben aber mehr als 340.000 Euro Defizit aus Wasser- und Abwasserversorgung.

Eine beachtliche Summe bei einem Gesamthaushaltsvolumen von rund drei Millionen Euro und gut 1000 Einwohnern. So finanziert sich die Gemeinde in diesem Jahr zum Teil aus den Rücklagen, da ist eine Entnahme von 200.000 Euro geplant. Ein Kredit ist aber nicht nötig, die Verschuldung sinkt auf 332.000 Euro. Insgesamt bewertet Bürgermeister Thomas Baumann den Haushalt als gut, ebenso die angegangenen Projekte. "Mit dem, was wir bis jetzt geleistet haben, können wir zufrieden sein."

Baugebiete in Ziertheim: Restkosten und ein neues Projekt

Da sind zum Beispiel der neue Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr für 40.000 Euro (es gab einen Zuschuss von 13.000 Euro), die Sanierung von Kanälen für 120.000 Euro sowie die Erschließungen von Baugebieten. Für den Dieminger Steig stehen 2019 (76.000 Euro) und 2020 (112.000 Euro) Restkosten im Haushalt. Beim Baugebiet Hürnheimerstraße entstehen drei neue Bauplätze, für diese fallen 2019 84.000 Euro an.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Hinzu kommt das neue Baugebiet Fischerseele, für das 100.000 Euro für Grunderwerb vorgesehen sind. Die Erschließung ist für 2021 und 2022 geplant. Der Bauplatzverkauf sowie bei den Beiträgen für Kanal, Wasseranschluss und Straße sollen in den nächsten Jahren hohe Einnahmen bringen.

Die Friedhöfe werden umgestaltet

Ziertheim will die Friedhöfe im Kernort und in Dattenhausen umgestalten, im kleinen Ortsteil wurde der Auftrag bereits vergeben. "Wir könnten loslegen", sagt Baumann. Trotzdem ist noch nicht ganz klar, wann der Umbau erfolgt. Die Bauarbeiten sollen entweder vor dem 1. November beendet sein oder erst danach beginnen. "Wir wollen an Allerheiligen keine Baustelle am Friedhof haben", sagt Baumann. So könnte es sein, dass der Umbau erst im nächsten Jahr fertig wird. Im Haushalt stehen für beide Friedhofsumgestaltungen zusammen 60.000 Euro in 2019, später sind weitere 70.000 Euro eingeplant.

Die Kirche in Dattenhausen wird saniert, hier zahlt Ziertheim einen Teil der Kosten – 2019 sind es 35.000 Euro, 2020 noch einmal 60.000 Euro. Der Breitbandausbau ist für 2020 und 2021 vorgesehen.

In den nächsten Jahren plant Ziertheim hohe Kreditaufnahmen. Das liegt unter anderem an der alten Kläranlage bei Dattenhausen. Diese, so erklärt es Baumann, habe eine Zulassung bis 2028 – danach ist sie wohl nicht mehr sanierungsfähig. "Und jetzt haben wir die Möglichkeit, uns mit 50 Prozent Zuschuss an die AZ Härtsfeld anzuschließen." Dieser mögliche Anschluss an den Abwasserzweckverband Härtsfeld sei "eine Investition für die nächsten 50 Jahre". Eine Druckleitung über 2,4 Kilometer könnte verhindern, dass ein Kläranlagen-Neubau nötig wird.

Insgesamt könnte der Anschluss mehr als eine Million Euro kosten

Trotzdem fallen hohe Kosten an: Für 2020 und 2021 sind zusammen eine Million Euro vorgesehen – dem stehen Zuschüsse von 500.000 Euro gegenüber. Bereits in diesem Jahr sind 50.000 Euro Planungskosten eingeplant, es läuft eine Machbarkeitsstudie. Das Projekt muss wegen der Förderung bis Ende 2021 fertig sein. "Das wird eine sportliche Aufgabe, aber wir schaffen das", sagt Baumann.

Baumann will diese Projekte auch in Zukunft als Bürgermeister voranbringen – auch nach der Kommunalwahl 2020. "Ich werde mich auf jeden Fall noch mal zur Verfügung stellen", bestätigt er. Baumann erzählt, dass er vor Kurzem bei seiner jährlichen Kontrolluntersuchung war. Baumann war 2018 knapp drei Monate nicht im Dienst, wegen eines Aneurysmas in der Hauptschlagader. Jetzt, sagt Baumann, seien die Ärzte "sehr zufrieden". Die Gesundheit stehe einer weiteren Amtszeit also nicht im Wege.

Die Wasser-Thematik in Ziertheim ähnelt der in Wittislingen: In Wittislingen wird das Wasser deutlich teurer

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren