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Wirtschaft

12.11.2018

1630 neue Lehrlinge im Landkreis Donau-Ries

Industrie, das produzierende Gewerbe ist eine tragende wirtschaftliche Stütze in der Region Nordschwaben. Und weil die Exporte boomen und auch die Inlandsnachfrage ordentlich ist, suchen die Betriebe auch Nachwuchsarbeitskräfte.
Bild: Thomas Hilgendorf

Es gibt viel mehr Stellen als Bewerber. Laut Arbeitsagentur gibt es nur noch sieben unversorgte Bewerber. In welchen Branchen besonders viel eingestellt wird und wo es klemmt.

Für fast alle Unternehmen ist die Mitarbeitergewinnung und -sicherung aktuell mit das größte Thema. Dazu gehört auch ganz entscheidend die Suche Auszubildenden und deren anschließende Bindung an die Firma. Passsende Kandidaten zu finden, ist nicht immer einfach. Seit mehreren Jahren gibt es mehr Ausbildungsstellen als Interessenten. Letztmals gab es im Ausbildungsjahr 2010/11 mehr Bewerber. Seither geht die Schere immer weiter auseinander, wie die Statistik der Agentur für Arbeit Donauwörth zeigt. Im Landkreis Donau-Ries kamen auf 1179 Ausbildungssuchende demnach 1630 Lehrstellen.

„In der Breite, aber vor allem bei der verlangten Qualifikation wird es zunehmend schwieriger, Bewerber und Ausbildungsplätze zusammenzubringen“, sagt Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. Er hat jetzt die neusten Zahlen vorgestellt, die sich auf den Stichtag 30. September beziehen. Aktuell gebe es sieben unversorgte Bewerber und 188 unbesetzte Stellen. Vor einem Jahr waren es 165 offene Stellen.

Der Blick auf die Statistik bestätigt auch, dass Arbeitgeber verstärkt auf das Thema Ausbildung setzen. So stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 4,4 Prozent. Einschränkend ergänzt werden muss dabei aber, dass es Betriebe gibt, die nicht jedes Jahr ausbilden. Aufhorchen lassen in dem Zusammenhang die Zahlen, die Josefine Steiger, Leiterin des Bereiches Ausbildung bei der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK), präsentiert. „Jeder dritte Betrieb hat Stellen nicht besetzt, weil es keine geeigneten Kandidaten gab und jedes zehnte Unternehmen, das gerne ausgebildet hätte, hat nicht eine einzige Bewerbung erhalten.“ Besonders schwierig sei die Situation beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie bei den Lkw-Fahrern. Dabei würden Speditionen inzwischen sogar den benötigten Führerschein bezahlen, wenn Interessenten dann bereit wären, in dem Beruf zu arbeiten. „Es findet sich absolut niemand“, so Steiger.

Ganz anders sieht es in den technischen Berufen aus, die mit vielen produzierenden Firmen in der Region ein gewichtiger Grund für die Wirtschaftsstärke des Landkreises sind. Hier wurden laut Steiger 11,3 Prozent mehr Verträge geschlossen. Was auch auffällt, ist, dass die früher stark nachgefragten kaufmännischen Berufe offenbar bei den jungen Menschen nicht mehr so hoch im Kurs stehen. Zwar verzeichnet auch der Ausbildungszweig der IHK ein Plus von 2,1 Prozent bei den Verträgen, das liegt aber unter dem durchschnittlichen Zuwachs bei der IHK von 3,9 Prozent. Das sei auf die fehlenden Bewerber zurückzuführen, so Steiger. So hätten beispielsweise Versicherungsbüros teils niemanden gefunden.

Stabil geblieben ist die Zahl der Ausbildungsplätze im Handwerk. Es waren heuer 335. Die beliebtesten waren laut Handwerkskammer für Schwaben (HWK) Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK, sagt zur Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Viele Betriebe steigen nach einer Pause wieder in die Ausbildung ein und ebenso steigt die Zahl der Erstausbilder, speziell bei kleineren Unternehmen. Neu ist, dass engagierte und erfahrene Ausbildungsbetriebe ihre Palette in der Ausbildung erweitern und in zusätzlichen Berufen ausbilden.“ Einen hohen Bedarf an Nachwuchskräften hätten immer noch die Bau- und Lebensmittelbranche, informiert er. In der Lehrstellenbörse der HWK Schwaben seien derzeit noch 219 Stellen aufgeführt, die „sofort angetreten werden könnten“.

Die Betriebe sind auch bereit, auf Geflüchtete als Auszubildende zurückzugreifen. Laut Steiger von der IHK ist dies im Landkreis heuer in ihrem Zuständigkeitsbereich 16-mal der Fall.

Die Auszubildenden arbeiten unter anderem im Bereich Lager/Logistik, in der Metallverarbeitung und als Maschinen- und Anlagenführer.

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