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Donauwörth

12.01.2021

Ärzte und Pflegekräfte in Donauwörther Klinik infiziert

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – dazu gehört auch das Tragen von FFP2-Masken – hat sich das Coronavirus im Donauwörther Krankenhaus verbreitet. Unser Bild zeigt den Haupteingang der Klinik.
Bild: Barbara Wild

Plus In der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth hat sich das Coronavirus verbreitet. Welche Folge das hat und wie der gKU-Chef die Situation einordnet.

Man tue wirklich alles dafür, dass sich das Coronavirus im Krankenhaus nicht einniste. Jürgen Busse, Vorstandsvorsitzender des gemeinsamen Kommunalunternehmens Donau-Ries (gKU) zählt auf: Jeder Patient, der auf Termin kommt oder notfallmäßig eingeliefert wird, werde erst einmal auf Covid-19 getestet. Das Personal und die Patienten trügen FFP2-Masken. Es werde Abstand gehalten, wo immer es gehe. Dennoch: In der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth hat sich vor Weihnachten das Virus eingenistet und über die Feiertage verbreitet, vor allem unter den Beschäftigten. Das blieb nicht ohne Folgen für den Betrieb.

Manager der Donauwörther Klinik: "Wir sind noch handlungsfähig"

„Wir sind noch handlungsfähig“, betont Busse. Freilich habe der Ausbruch in der Donauwörther Klinik derartige Umfänge angenommen, dass die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen gewesen seien. In der vorigen Woche seien mehr als 20 Bedienstete infiziert gewesen und hätten zu Hause bleiben müssen. Hinzu kämen Kontaktpersonen, die ebenfalls vorübergehend nicht mehr zur Arbeit erscheinen durften. Betroffen seien sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte. Etwa zehn Prozent der Belegschaft – in Donauwörth sind über 200 Pflegekräfte und gut 70 Ärzte tätig – sind dem Klinikmanager zufolge auf diese Weise ausgefallen. Ein Teil der Erkrankten zeige Erkältungs- und Grippesymptome, zu schweren Verläufen sei es beim Personal glücklicherweise nicht gekommen.

Zahl der Plätze in der Intensivstation vorübergehend reduziert

Die Infektionen ziehen sich nach Angaben von Busse durch einige Stationen. Betroffen seien sowohl internistische als auch chirurgische Bereiche – und die Intensivstation, in der die Beschäftigten eine Vollschutzausrüstung tragen. In der Folge habe man Patienten ins Stiftungskrankenhaus nach Nördlingen umgeleitet: „Das fährt jetzt Volllast.“ In Donauwörth sei die Intensivstation, die eigentlich über zwölf Betten (davon sechs mit Beatmungsgerät) verfügt, nur noch eingeschränkt betrieben worden. Soll heißen: Sie wurde auf zwei bis drei Beatmungsplätze reduziert.

Seit dem Ausbruch finden im Krankenhaus in Donauwörth regelmäßig Reihentestungen statt. Immer wieder stoße man dabei auf bis dahin nicht bekannte Corona-Fälle, schildert Busse. So seien am Montag auf einer Station ein Patient und ein Beschäftigter positiv getestet worden. Beide hätten keinerlei Symptome gezeigt. Dies sei besonders gefährlich, weil das Virus so (zunächst) unbemerkt verbreitet werden könnte.

Eine Erkenntnis aus der Situation in der Donauwörther Klinik ist laut Jürgen Busse, dass wirklich kein Ort vor dem Coronavirus hundertprozentig sicher sei. In der Klinik habe sich gezeigt, dass die Übertragung auf unterschiedlichem Weg geschehen könne – und so manches Rätsel aufgebe. So kämen beispielsweise Patienten mit negativem Testergebnis in die Klinik. Ein paar Tage später stelle sich bei Reihentestungen heraus, dass sie plötzlich positiv seien.

Zahl der Corona-Infektionen in der Klinik sinkt allmählich

Um die Lage nicht weiter zu verschärfen, dürfen seit Ende Dezember in dem Krankenhaus keine Krankenbesuche mehr stattfinden – außer bei der Begleitung Sterbender und bei Geburten. In den vergangenen Tagen zeichne sich nach Auskunft des Vorstands zudem ab, dass das Infektionsgeschehen in der Klinik abflaue. Man werde diese Woche die Intensivstation wieder hochfahren. Busse hofft, dass das Corona-Problem in der kommenden Woche zumindest beim Personal ausgestanden sei.

Der Manager hofft zudem, dass in der Klinik „die Impfungen anschlagen“. Bislang hätten in Donauwörth rund 50 Prozent der Beschäftigten, die direkten Kontakt mit Patienten haben, die erste Spritze bekommen. Gerne hätte man mehr Ärzte und Pflegekräfte geimpft, doch die Vakzine seien nach wie vor Mangelware, und man müsse abwarten, bis weiterer Impfstoff geliefert werde.

Etwa 50 Prozent der Pflegekräfte und Ärzte haben erste Impfung erhalten

Busse verhehlt nicht, dass ein Teil der Belegschaft Vorbehalte gegen eine Corona-Impfung habe. Die Akzeptanz nehme aber augenscheinlich von Tag zu Tag zu – auch, weil die Pflegekräfte sähen, dass bei den geimpften Kollegen keine nennenswerten Komplikationen auftreten. Der Vorstand betont, dass hier auf das Personal kein Druck ausgeübt werde: „Wir fragen an und klären auf. Die Chefärzte empfehlen eine Impfung.“

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