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Landkreis Donau-Ries

29.01.2019

Damit die digitalen Daten sicher sind

Wie können digitale Daten sicherer werden? Im Landratsamt Donau-Ries gibt es jetzt eine Informationsbeauftragte, die berät.
Bild: Foto: Brigitta Ernst

Plus Im Landratsamt Donauwörth gibt es jetzt eine Informationsbeauftragte. Sie berät zum Thema Datenschutz. Warum ein Aktenvernichter dabei eine große Rolle spielt

Man kennt es aus dem Alltag. Schnell wird einmal etwas im Internet eingekauft, man registriert sich auf verschiedenen Seiten und gibt Adresse, Namen, Geburtsdatum und seine Kontodaten ein. Oft haben sich Menschen bei mehreren Websites registriert, viele Zugänge werden aber seit Jahren nicht mehr genutzt oder man verliert gar den Überblick, wo man welche Daten bereits preisgegeben hat.

„Je mehr jemand im Laufe seines Lebens im Internet von seinen Daten hergibt, desto angreifbarer wird er auch“, erklärt die Informationssicherheitsbeauftragte Maria Baturova. Sie ist seit 2. Januar für das Landratsamt Donau-Ries tätig, unterstützt nun die Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften durch interkommunale Zusammenarbeit. Baturova hilft mit Fachwissen, das sie sich bei der Stadt München als IT-Sicherheitsbeauftragte angeeignet hat. Gemeinsam mit den Kommunen sollen einheitliche Sicherheitsstandards mit einem vertretbaren Aufwand geschaffen werden. Der Landkreis hat somit ein deutliches Zeichen gesetzt. Maria Baturovas Stelle ist neu geschaffen worden, um einen weiteren Schritt in Richtung Informationssicherheit zu gehen und gezielt den Kommunen zu helfen. Sie möchte „Schritt für Schritt vorangehen“ und gemeinsam mit den Gemeinden sinnvolle Konzepte ausarbeiten, die sich individuell an die Bedürfnisse anpassen. Die Verantwortung über die erarbeiteten Konzepte bleibt jedoch bei den einzelnen Kommunen.

Mitglieder sind derzeit 32 Gemeinden, ein Markt, fünf Städte, eine große Kreisstadt und fünf Verwaltungsgemeinschaften. „Das Landratsamt ist im Besitz von sensiblen und heiklen Informationen. Mir ist es sehr wichtig, dass auch unsere Mitarbeiter bei diesem Thema sensibilisiert werden“, betont Landrat Stefan Rößle. Dazu zählen nicht nur die digital erfassten Daten, auch wichtige Papiere gehören dazu. „Man muss sich bewusst sein, welche analogen Daten im Papiermüll landen. Denn wenn sensible Daten in der blauen Tonne landen, ist es Passanten möglich, darauf zuzugreifen und das muss uns bewusst sein“, erklärt Rößle. Im Fachjargon wird auch vom Begriff „Dumpster Diving“ gesprochen, bei dem auch Haushalte gefährdet sind.

Lieber mehr schreddern

Der Informationssicherheitsbeauftragte Michael Koch, der im Landratsamt tätig ist, erklärt: „Schon über Rechnungen, wie vom Arzt oder einer Bestellung, ist es Menschen möglich, ein Profil zu erstellen. Deshalb ist es immens wichtig, auch auf die Entsorgung analoger Daten zu achten und lieber mehr zu schreddern.“ Koch hat die Behörde mit Hilfe von „ISIS12“, einem grundlegenden Informationssicherheitskonzept, auf den Prüfstand gestellt, um für eine bessere Sicherheit zu sorgen. Auch der Mensch spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Täuschend echte Phishing-Mails sind eine wachsende Bedrohung, durch die auch Schadprogramme übertragen werden können. Daher ist eine Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Markus Koch für Rößle wichtig. „Sie sollten ein besseres Gespür für solche Gefahren bekommen“, erklärt der Landrat.

Die Kosten für die Sicherheit in der Behörde sind hoch, um die Daten vor Hackern zu schützen. 2018 waren es 40 000 Euro, auch der Preis für viel Hard- und Software. Trotz der vielen Maßnahmen ist man auf die Mitarbeiter angewiesen. „Ein unsicheres Passwort kann das ganze Sicherheitssystem schon aufheben“, erklärt Markus Hügele, der im Team der Informations- und Kommunikationstechniken im Landratsamt ist. „Vielen Leuten ist es nicht bewusst, dass es heutzutage Programme gibt, die Passwörter knacken. Oft meint man, dass da noch jemand vor dem Computer sitzt und verschiedene Möglichkeiten durchprobiert, aber das ist schon lange nicht mehr so“, informiert Hügele. Er rät den Menschen dazu, die Passwörter regelmäßig zu ändern. „Viele wissen nicht, wie enorm wichtig ein gutes Passwort ist. Die Programme, die Passwörter aushebeln, probieren sämtliche Variationen von Wörtern aus Wörterbüchern wie dem Duden durch. Deshalb sind Namen und Bezeichnungen schlecht. Um sicher zu bleiben, sollten alle zwei bis drei Monate die Passwörter geändert werden“, betont Hügele.

Es gibt keine100-prozentige Sicherheit

Der Unterschied zwischen dem Datenschutz und der Informationssicherheit, in der Maria Baturova und Michael Koch tätig sind, besteht darin, dass der Datenschutz auf personenbezogene Daten achtet und die Informationssicherheit analoge und digitale Daten behandelt und deren Sicherheit gewährleisten möchte. Landrat Stefan Rößle erklärt den Unterschied an folgendem Beispiel: „Würden wir eine Liste aller Neugeborenen an eine Privatperson aushändigen, so wäre das ein Verstoß gegen den Datenschutz. Würden wir sie fahrlässig offen liegen lassen und jemand würde sie mitnehmen, wäre das ein Fall für die Informationssicherheit. Die Mitarbeiter müssen sich austauschen. “

Dennoch, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen, gebe es nie eine 100-prozentige Sicherheit, wie Michael Koch.

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