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Harburg

13.11.2019

Das Zementwerk Märker steht vor einer Rekord-Investition

Der rund 89 Meter lange Zementofen ist das Herzstück des Märkerwerks in Harburg. Der bestehende Ofen ist seit 1974 in Betrieb. Nun soll direkt daneben „Ofen 8“ entstehen – ein Mega-Projekt für das Unternehmen und die Region. 

Plus In der Fabrik in Harburg soll ein neuer Zementofen errichtet werden. Das Projekt hat eine gewaltige Dimension. Welche Vorteile dies für die Firma, ihre Beschäftigten und die Umwelt bringen soll.

Die Produktionsanlagen der Firma Märker in Harburg sind die wohl eindrucksvollsten im Donau-Ries-Kreis. Große Silos und Förderbänder und ein gewaltiges sogenanntes Rundmischbett, das ein Zirkuszelt erinnert, prägen die Silhouette der Fabrik im Wörnitztal. In den direkt angrenzenden Anhöhen der Schwäbischen Alb dokumentieren ausgedehnte Steinbrüche den seit 130 Jahren voranschreitenden Abbau des Kalkgesteins.

Der Zementofen ist das "Herzstück" der Fabrik

Das auffälligste Einzelbauwerk in der Produktionsstätte ist freilich eine 89 Meter lange Metallröhre, die einen Durchmesser von 5,50 Metern hat, sich unablässig dreht und richtig heiß ist. Es handelt sich um den Zementofen. Er ist den Geschäftsführern Maximilian Graf Pückler-Märker und Gerlinde Geiß zufolge das „Herzstück“ der Fabrik. Bei einer Temperatur von 1460 Grad wird gemahlener Kalkstein zu Klinker gebrannt. Der ist das Grundmaterial für Zement. Funktioniert der Ofen nicht, steht die Produktion still. Zwar werde er seit der Inbetriebnahme im Jahr 1974 regelmäßig gewartet und repariert, es sei jedoch immer schwieriger und aufwendiger, die ständig steigenden Anforderungen zu erfüllen, so Pückler-Märker.

Die Dimension ist gewaltig

Deshalb hat sich das Unternehmen jetzt entschlossen, einen neuen Zementofen zu bauen. Es ist der achte seit der Gründung des Betriebs 1889. Deshalb ist firmenintern vom Projekt „Ofen 8“ die Rede. Die Dimensionen sind gewaltig. Die Geschäftsführung spricht von „der größten Investition in unserer Firmengeschichte“. Wie hoch die Summe sein wird, wollen die Manager nicht verraten. Es dürfte aber eine der kostenintensivsten Maßnahmen der Industrie in Nordschwaben in den vergangenen Jahrzehnten sein.

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass mindestens drei Jahre ins Land ziehen, ehe der neue Ofen in Betrieb geht. 2022/23 solle dies der Fall sein, erklärt Pückler-Märker. Einige Zeit werde bereits das Genehmigungsverfahren in Anspruch nehmen. In diesem sei man um größtmögliche Transparenz bemüht, betonen die Geschäftsführer, denn: „Wir wollen ein guter Nachbar sein.“ Deshalb soll auch die Bevölkerung der Stadt Harburg in nächster Zeit die Gelegenheit erhalten, sich direkt in der Firma über das Vorhaben informieren zu können. Bereits informiert wurden die Belegschaft und der Stadtrat in Harburg. Die Reaktion der Mitarbeiter sei wohlwollend gewesen, berichtet Pückler-Märker. Schließlich setze man mit „Ofen 8“ ein Zeichen: „Wir werden unser Familienunternehmen in die Zukunft führen.“ Die Investition zeige, „dass wir an den Standort Harburg glauben“.

Der neue Turm wird noch höher als der bisherige mit 80 Metern

Wie der neue Zementofen genau ausschaut, stehe noch nicht fest. Klar sei bereits, dass er etwas kürzer werde. Zusammen mit dem Ofen werde auch der direkt angeschlossene Wärmetauscherturm – er ist mit 80 Metern aktuell das höchste Bauwerk in der Fabrik – neu gebaut. Der neue Turm werde „etwas höher, aber filigraner“. Das Stadtbild und die Ansicht der Burg würden nicht beeinträchtigt, sichert Pückler-Märker zu. Von „Ofen 8“ verspricht sich die Firma nicht nur Produktionssicherheit – die Kapazität bleibe gleich –, sondern auch enorme Einsparungen beim Energieverbrauch. Der ist ein entscheidender Faktor bei der Zementherstellung. Auch aus Gründen des Umweltschutzes wolle man so wenig klimaschädliche Primärbrennstoffe (Kohle, Gas, Öl) wie möglich einsetzen, so der Geschäftsführer. Derzeit werden zum Beispiel Reifen, Altholz und nicht recyclefähiges Plastik verbrannt.

Mit der neuen Technik will Märker jedes Jahr 25 Prozent – das sind 60000 Tonnen – weniger Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Zum Vergleich: Dies entspreche dem Volumen der Ölheizungen von 15000 Privathaushalten. In einem eigenen Bauwerk wird das Abgas aus dem Ofen mit einem Katalysator nachbehandelt. Auch in logistischer Hinsicht stellt „Ofen 8“ einen Kraftakt dar. Die am Bau beteiligten Firmen werden wohl mit rund 200 Kräften vor Ort sein. Sind Ofen und Wärmetauscherturm direkt neben den bestehenden Anlagen errichtet, sollen sich in einer vier- bis sechswöchigen Umschlussphase in den Produktionsprozess integriert werden.

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