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29.12.2020

Der gefährlichste Ort ist zu Hause

Der Verein Projekt Frauenhaus in der Region bietet Ratsuchenden eine Anlaufstelle. Das sind die aktuellen Zahlen

Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte auch der Verein „Projekt Frauenhaus – Hilfe bei Gewalt an Frauen und Kindern“ heuer seine Mitgliederversammlung nicht abhalten. Dennoch wollen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen lassen und zur aktuellen Situation informieren.

Im Jahr 1990 hatten aktive und engagierte Frauen diese Organisation ins Leben gerufen. Vier Jahre später, im Oktober 1994, wurde das Frauenhaus Nordschwaben seiner Bestimmung übergeben. Die Zuständigkeit erstreckt sich auf die Landkreise Donau-Ries und Dillingen. Körperlich oder seelisch misshandelte und von Misshandlung bedrohte Frauen erhalten dort Schutz und vorübergehende Unterkunft. Zwei Sozialpädagoginnen und zwei Erzieherinnen bieten den betroffenen Frauen Schutz und Hilfestellung.

Im Jahr 2019 fanden 19 Frauen und 26 Kinder im Frauenhaus Nordschwaben Zuflucht und umfassende professionelle Unterstützung. Die meisten Frauen waren zwischen 20 und 40 Jahre alt, die meisten Kinder waren zwischen drei und zwölf Jahre alt. In 94 Prozent der Fälle war der Ehemann oder der Lebenspartner der Täter. Dies zeigt, dass Frauen, die von Gewalt betroffen sind, diese überwiegend durch ihre Beziehungspartner erfahren und die Gewalt fast immer in den eigenen vier Wänden geschieht. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass wieder etwas weniger Frauen zurück in die gewaltgeprägte Lebenssituation gingen. 26 Prozent der Frauen bezogen nach dem Frauenhausaufenthalt eine neue eigene Wohnung. Im Berichtszeitraum ist das externe Beratungsangebot von insgesamt 132 Personen (Betroffene, Bekannte, Verwandte) wahrgenommen worden.

Aufgrund der schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt ist es für Frauen, vor allem wenn sie Kinder haben, nahezu unmöglich geworden, bezahlbaren, geeigneten Wohnraum zu finden. So mussten einige von ihnen über einen längeren Zeitraum im Frauenhaus bleiben. Das hat zur Folge, dass Neuaufnahmen nicht möglich sind, solange bedingt durch die Wohnungsnot kein Platz frei wird. Bedauerlicherweise mussten 70 betroffene Frauen im Jahr 2019 wegen Auslastung abgelehnt werden.

Das Frauenhaus ist für die Region Nordschwaben heute mindestens genauso wichtig wie im Jahr seiner Gründung. Der Vorstand, vertreten durch die Vorsitzende Maja Pauer und ihre Stellvertreterinnen Ursula Kneißl-Eder und Manuela Limbeck, freut sich über Frauen, die die Arbeit im Verein aktiv unterstützen wollen. Interessentinnen können sich unter Telefon 09074/922109 melden und informieren. Nach wie vor ist der Verein auf Spenden und Bußgelder angewiesen, heißt es in der Pressemitteilung. (pm)

Wer spenden möchte, kann dies unter der Bankverbindung: IBAN: DE 82 7206 9329 0000 1190 75 BIC: GENODEF1NOE bei Raiffeisen-Volksbank Nördlingen eG. Beratung für Betroffene gibt es unter der Telefonnummer 0906/242305. Der 24-Stunden-Notruf hat die Nummer 0906/242300.

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