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Einsatz

03.06.2019

Ein Großbrand mitten im Dorf

Komplett zerstört hat ein Großbrand in Wolferstadt diese Scheune samt Photovoltaikanlage. Neun Feuerwehren waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Der Schaden beträgt laut Polizei mindestens 250000 Euro.
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Komplett zerstört hat ein Großbrand in Wolferstadt diese Scheune samt Photovoltaikanlage. Neun Feuerwehren waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Der Schaden beträgt laut Polizei mindestens 250000 Euro.
Bild: Widemann

in Wolferstadt wird ein Stadel ein Raub der Flammen. Durch welche Umstände die Feuerwehr Schlimmeres verhindern kann

Ein sonniger Frühlingstag geht zu Ende, als ein Bürger in Wolferstadt sieht, dass mitten im Dorf aus einem landwirtschaftlichen Anwesen Rauch aufsteigt. In einem größeren Stadel lodern bereits die Flammen. Sofort löst der Mann am Freitag gegen 21 Uhr an der direkt nebenan gelegenen Gemeindeverwaltung die Sirene aus und klingelt an der Haustür des betroffenen Anwesens. Dessen Bewohner haben von dem Feuer noch gar nichts mitbekommen. Mit der beschaulichen Abendruhe in Wolferstadt ist es vorbei. Insgesamt rund 130 Einsatzkräfte aus dem Umkreis – auch aus dem angrenzenden Mittelfranken – eilen zu dem Großbrand. In den folgenden Stunden herrscht im Ort der Ausnahmezustand.

Als die Feuerwehren aus Wolferstadt, Hagau, Zwerchstraß, Weilheim, Otting, Polsingen, Wemding, Döckingen und Treuchtlingen nach und nach eintreffen, brennt die rund 300 Quadratmeter große Scheune bereits lichterloh, schildert Kreisbrandinspektor Jürgen Scheerer. Viele der Feuerwehrleute weilen im benachbarten Wemding beim historischen Stadtfest, so auch eine offiziell geladene 15-köpfige Abordnung der Wolferstädter Wehr. Deren Kommandant Hubert Gehring erfährt über einen Handy-Anruf von dem Brand und eilt sofort zurück in die Gemeinde. Auch Zweiter Bürgermeister Markus Deffner, der für den nach einem Unfall krankgeschriebenen Bürgermeister Philipp Schlapak gerade die Geschäfte der Jura-Gemeinde führt, bricht den Festbesuch in Wemding umgehend ab.

In Wolferstadt ist rasches Handeln angesagt. Die brennende Scheune befindet sich im Ortszentrum. Ringsum stehen im Abstand von wenigen Metern andere Gebäude, unter anderem der Dorfladen. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich unter anderem darauf, das an den Stadel angebaute Wohnhaus zu schützen, berichtet Kreisbrandinspektor Scheerer. Dies gelingt. Was der Feuerwehr hilft: Direkt vor dem Anwesen hat die Gemeinde eine alte Güllegrube gepachtet, die als Wasserreserve dient und mit 200 Kubikmetern gefüllt ist. So steht nach Auskunft von Kommandant Gehring in kürzester Zeit genügend Löschwasser zur Verfügung.

Ein Großbrand mitten im Dorf

Ein weiterer Punkt, der Gehring zufolge den Einsatzkräften in die Karten spielt: „In der Scheune ist nur wenig Brandgut.“ Soll heißen: In dem Bauwerk ist lediglich Brennholz gelagert. Auch ein Traktor steht in dem Stadel – und wird ein Raub der Flammen. Die Löscharbeiten gehen jedoch zügig voran. Daran beteiligt sind die Drehleitern der Feuerwehren aus Wemding und Treuchtlingen. Bereits gegen 21.45 Uhr ist das Feuer weitgehend aus, um 23.30 Uhr kann der eigentliche Löscheinsatz beendet werden.

Neben den genannten Feuerwehren sind auch die Polizei, die Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter und das Rote Kreuz nach Wolferstadt geeilt. Ein Notarzt und zwei Rettungswagen stehen bereit, werden aber glücklicherweise nicht benötigt. Die Ursache für den Brand ist zunächst völlig unklar. Als wahrscheinlichster Grund wird ein technischer Defekt angenommen. Die Kripo Dillingen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise unter Telefon 09071/56-0. Der Sachschaden dürfte nach ersten vorsichtigen Schätzungen bei mindestens 250000 Euro liegen. Auf dem Dach des Stadels war eine große Photovoltaikanlage montiert. Die ist wie das Gebäude völlig zerstört. Die Scheune ist akut einsturzgefährdet. Am Samstag wird deshalb mit einem Bagger der verkohlte Dachstuhl abgetragen.

Für die Wemdinger Feuerwehr ist es am Freitag ein Einsatz unter besonderen Umständen. Wegen des historischen Fests hat die Stützpunktwehr – wie berichtet – vor eineinhalb Wochen eine Halle im Industriegebiet als provisorische Unterkunft bezogen, um einsatzfähig zu sein. Nun ist prompt der Ernstfall eingetreten.

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