1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Er sammelt und erforscht Weihnachtslieder

Donauwörth/Landsberg

30.11.2019

Er sammelt und erforscht Weihnachtslieder

„Frohe Weihnacht“ war die erste CD von Weihnachtsliedern, die Gregor von Kursell kaufte. Er sang die Lieder mit Tochter Nina im Auto – und die Leidenschaft für Weichnachtlieder begann.
2 Bilder
„Frohe Weihnacht“ war die erste CD von Weihnachtsliedern, die Gregor von Kursell kaufte. Er sang die Lieder mit Tochter Nina im Auto – und die Leidenschaft für Weichnachtlieder begann.
Bild: Foto: Barbara Wild

Gregor von Kursell hat über 100 CDs mit adventlicher Musik. Er singt gerne, will aber auch die Geschichte der Lieder wissen.

Alles begann mit seiner Tochter Nina. Der morgendliche Weg zur Schule war ihre gemeinsame Zeit. Und ab dem 1. Dezember wurde diese zur gemeinsamen Singstunde. Gregor von Kursell trällerte mit seiner kleinen Tochter „Oh Tannenbaum“ und „Oh, Du fröhliche“. Weil auch am Heiligen Abend gesungen wurde, begann er eigene kleine Liederheftchen zusammenzustellen – auch für seine Frau, die aus Russland stammt und dieses Kulturgut erst nach und nach kennenlernte. Damit war der Grundstein für eine jahrelange, intensive Recherche gelegt. Gregor von Kursells Leidenschaft für Weihnachtslieder begann.

Heute ist Nina ein Teenager und fährt nicht mehr mit Papa zum Unterricht. Doch der Faible – oder besser gesagt – das überaus hohe Interesse an Weihnachtsliedern, an ihrer Geschichte und auch an ihrer Wirkung, ist geblieben. Denn in den Liedern spiegelt sich so viel Historie und Zeitgeist – es ist ein ideales Feld für den studierten Journalisten, der an sich geschichtlich interessiert ist und sich parallel zu den Weihnachtslieder mit vielerlei Themen beschäftigt, recherchiert, bündelt und Zusammenhänge erkennen will.

Es geht um jedes Genre

Seine Sammlung an Liedern ist mittlerweile auf über 100 CDs angewachsen. Dabei sind klassische Oratorien, volkstümliche und kirchliche Lieder gesungen von großen Chören oder Kindergruppen, von mehr oder weniger berühmten Sängern oder Pop-Interpreten. Er schätzt die jazzigen Versionen genauso wie die feurigen Interpretationen aus Cuba oder im Gipsy-Stil. Es gibt Countrymusik zu Weihnachten genauso wie Kinderlieder, Reggae oder Lounge-Klänge. „Man kann jeden Musikstil finden und es gibt wohl kaum einen Schlagersänger, Jazzer oder einen Musiker, der was auf sich hält, und keine Weihnachts-CD auf den Markt gebracht hat.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die bekanntesten Lieder und Hits hat er in vielen Stunden seiner Freizeit zusammengetragen, zeitlich eingeordnet, ihre Entstehung und ihren Wandel erforscht. Er recherchierte online, in Bibliotheken und auch in digitalen Zeitungsarchiven. Zudem suchte er den Kontakt zu Professor Manfred Becker-Huberti aus Köln, der zu religiösem Brauchtum und Heiligen forscht. „Ich denke nicht, dass meine Rechercheergebnisse exklusiv sind, aber es gibt vielleicht nicht viele, die das so zusammentragen haben“, schätzt von Kursell seine Arbeit ein.

Die Klassiker mag Georg von Kursell

Auf dem Weg zur Arbeit – er pendelt von Landsberg zu Airbus Helicopters nach Donauwörth – hört der 54-Jährige bei Weitem nicht alles aus seiner ungewöhnlichen Sammlung. Am liebsten hat er Klassiker wie „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ im Ohr oder „Hark, the harrold angels sing“ aber auch „Oh du fröhliche.“ Und – er singt mit.

Für ihn sind Weihnachtslieder und die immer weiter wachsende Menge an Sammlungen und Liedern ein Beleg dafür, dass Weihnachten lebt. Natürlich sagt er, könnte man die kitschen Versionen und die Pop-Klassiker verteufeln und auf den Kommerz schimpfen. „Aber es zeigt, wie weit Weihnachten unsere Gesellschaft und die Welt durchdrungen hat. Es wäre zu engstirnig nur die Klassik und die Volkslieder zu betrachten“, sagt Kursell.

Er wird weiter offen sein für neue Weihnachtsmusik – und am nächsten Wühltisch stehen bleiben. „Nicht nur wegen der Sammlerlust, sondern weil ich es gerne höre.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren