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Genderkingen

21.01.2019

Faschingsumzug: Warum es jetzt doch weitergeht 

Den Faschingsumzug in Genderkingen wird es 2020 wieder geben.
Bild: Helmut  Bissinger (Archivbild)

Plus Heuer fällt der Gaudiwurm in Genderkingen aus, 2020 gibt es wieder einen. So läuft die vom Landrat versprochene Unterstützung der Vereine.

Die Reaktion war eindeutig: Als Udo Heininger, Präsident der Genderkinger Faschingsfreunde, beim ersten Bunten Abend des Vereins am Samstag mitteilte, dass es 2020 wieder einen Gaudiwurm im Ort geben werde, reagierte das Publikum mit einem Riesenapplaus – ein Indiz dafür, wie sehr dem närrischen Volk heuer die Großveranstaltung fehlt. Denn die Verantwortlichen der Faschingsfreunde hatten den Umzug, der traditionell am Faschingssamstag stattfindet und zu den größten im Donau-Ries-Kreis zählt, abgesagt. Grund: Eine neue Vorgabe des bayerischen Innenministeriums, wonach für solche Ereignisse ein umfangreiches Sicherheitskonzept nötig ist.

Die Faschingsfreunde, so Heininger, sahen sich nicht imstande, dies umzusetzen – weder zeitlich, noch finanziell, hätte doch wohl eine Firma beauftragt werden müssen. „Wir wollten auch ein Zeichen setzen und den ein oder anderen zum Nachdenken bringen“, sagt der Präsident heute. Die Reaktionen seien positiv gewesen: „Wir haben Zuspruch von allen Seiten bekommen.“ Bekanntlich reagierte auch Landrat Stefan Rößle, selbst ein bekennender Faschingsfan. Er sicherte im September 2018 den Vereinen bezüglich der Sicherheitskonzepte die Unterstützung des Landratsamts zu (wir berichteten).

Nächstes Jahr steht ein Jubiläum der Faschingsfreunde an

Vor diesem Hintergrund und vor allem angesichts der Tatsache, dass die Faschingsfreunde in Genderkingen 2020 ihr 22-jähriges Bestehen feiern, beschloss Heininger zufolge das dortige Komitee, den Gaudiwurm wieder aufleben zu lassen. Die Vorbereitungen für das Jubiläum laufen bereits, für die Detailplanungen des Umzugs 2020 sei die Zeit aber noch zu früh.

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Ganz anderes sieht es bei diesem Thema in anderen Orten aus, in denen in der aktuellen Saison bunte Wagen und Fußgruppen durch die Straßen ziehen. In Asbach-Bäumenheim beispielsweise laufen die Arbeiten für den Nachtumzug, der am 1. März über die Bühne geht, schon auf Hochtouren. Marion Lang, Präsidentin des Carneval-Clubs Schlafmützen, verhehlt nicht, dass die Sicherheitskonzept-Auflagen zunächst auch in ihrem Verein für einen großen Schreck gesorgt haben. Hätten die Organisatoren dies allein stemmen müssen, wäre das Aus für so gut wie jeden Faschingsumzug besiegelt gewesen, sagt die Funktionärin.

Die Bäumenheimer, die für ihren Nachtumzug besonders hohe Auflagen haben, nahmen die von Rößle versprochene Hilfe der Kreisbehörde in Anspruch, berichtet Marion Lang: „Das war super. Es hat wunderbar funktioniert.“ Der Carneval-Club habe „ordentlich Hausaufgaben“ zu erledigen gehabt. Soll heißen: Er musste ein Grundkonzept erstellen. Bei einem Ortstermin liefen dann ein Mitarbeiter des Landratsamts sowie einer Firma, die Sicherheitskonzepte erstellt und mit der die Schlafmützen schon mehrere Jahre zusammenarbeiten, die Umzugsstrecke ab. Anschließend seien Verbesserungsvorschläge besprochen worden.

Beim Nachtumzug in Bäumenheim gibt es neue Auflagen

„Es ging Hand in Hand“, freut sich Marion Lang. Für das Konzept habe man letztendlich das, „was wir jetzt schon gemacht haben, zu Papier bringen müssen“. Eine Erkenntnis daraus sei: „Es ist Wahnsinn, wenn man sich mit dieser Materie von A bis Z befassen muss.“ Ein Außenstehender könne sich kaum vorstellen, wie viele Details berücksichtigt werden müssen und wie alles zusammenhängt: „Wenn das die Leute wüssten, würden sie den Veranstaltern vielleicht mehr Wohlwollen entgegenbringen.“ Der Aufwand und die Verantwortung seien enorm.

Um sich zusätzlich abzusichern, haben die Schlafmützen selbst noch die Sicherheitsmaßnahmen verfeinert. So müssen beim Nachtumzug die Wagenbegleiter jetzt namentlich angegeben werden. Sie müssen zudem per Unterschrift bestätigen, dass sie den kompletten Umzug mitlaufen. In diesem und anderen Punkten haben sich die Bäumenheimer nach Auskunft von Marion Lang mit den Faschingsclubs in Rain und Oberndorf abgesprochen. Man habe auch einen engen Informationsaustausch vereinbart. Soll heißen: Wenn eine Gruppe bei einem der Umzüge negativ auffällt, muss sie mit Konsequenzen auch in den anderen Orten rechnen.

Rauchgas und ein schlimmes Unglück

Wie sehr die Vereine hier aufpassen müssen, zeige ein Vorfall von 2017. Da sei die Besatzung eines Faschingswagens mit explosiven Pulvermischungen und Rauchgas zum Nachtumzug angerückt. Marion Lang erinnert zudem an das Unglück nach dem Faschingsumzug im Vorjahr in Donauwörth, wo sich ein Helfer durch eine Verpuffung an einem Stromaggregat schwerste Brandverletzungen zuzog. Dies habe nachgewirkt und bei den Teilnehmern das Bewusstsein für mehr Sicherheit geschärft.

Die Gaudiwurm-Party findet trotzdem statt

In Genderkingen müssen die Narren am Faschingssamstag (2. März) auch heuer nicht ohne Party auskommen. Präsident Heininger kündigt an, dass die Fete an der Zoll-Wirtschaft (Beginn: 16.30 Uhr) auch ohne Umzug stattfindet – allerdings ebenfalls in geänderter Form: Zutritt ist erst ab 18 Jahren und der Eingang wird verlegt, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Wolfgang Widemann: Für mehr Spaß im Fasching

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