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20.01.2015

Fotograf Stefan Sisulak ist tot

Stefan Sisulak - der langjährige DZ-Bildredakteur starb im Alter von 70 Jahren.
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Stefan Sisulak - der langjährige DZ-Bildredakteur starb im Alter von 70 Jahren.
Bild: dz

Der langjährige Bildredakteur der Donauwörther Zeitung war eine Institution.

Egal, ob ein Bürger im Lechgebiet seinen 100. Geburtstag feierte, ein hoher Gast der Stadt Donauwörth seine Aufwartung machte, mitten in der Nacht ein schwerer Unfall in der Monheimer Alb passierte, an hohen Feiertagen ein Bischof den Wallfahrtsort Maria Brünnlein besuchte oder sonntagnachmittags ein Fußballspiel in Harburg über die Bühne ging – Stefan Sisulak war immer und überall dabei. Hunderttausende Fotos hat der Bildredakteur im Laufe der Jahrzehnte für die Donauwörther Zeitung von kleinen und großen Ereignissen geschossen. Beinahe jedes Kind kannte den bärtigen Fotografen. Seit vergangenen Freitag ist der Mann, der einen größeren Bekanntheitsgrad als jeder Kommunalpolitiker hatte, nicht mehr unter uns. Stefan Sisulak starb völlig unerwartet im Alter von knapp 71 Jahren an einer akuten Erkrankung.

„Sisu“, so sein Kürzel, war eine Institution. Wenn er mit dem blauen DZ-Wagen durch ein Dorf fuhr, sprachen die Leute darüber, denn irgendwo ganz in der Nähe musste etwas Berichtenswertes passiert sein. Auch im Ruhestand hatte der Journalist stets eine kleine Digitalkamera in der Tasche dabei, um jederzeit für einen Schnappschuss bereit zu sein.

Mit seiner Kamera hat der Fotograf, der 30 Jahre für die DZ arbeitete, historische Momente festgehalten, unzählige Geschehnisse im Orts- und Vereinsleben dokumentiert und die Schönheit der Natur eingefangen. Sisulak kannte jeden Winkel zwischen Holzheim und Wolferstadt. Auf die Menschen ging er offen zu, verlor aber nie die nötige journalistische Distanz. Obwohl er aus seiner slowakischen Herkunft allein durch seine starken Akzent nie einen Hehl machte, fühlte er sich den Menschen in Nordschwaben stark verbunden. Er bekam vor Ort vieles mit und „fütterte“ die schreibenden Kollegen in der Redaktion mit Informationen für mögliche Artikel.

Aber Stefan Sisulak nahm jedes Jahr auch eine Auszeit, um seiner großen Leidenschaft zu frönen: dem Reisen. Er war wohl einer der wenigen Menschen die von sich behaupten konnten, die ganze Welt gesehen zu haben. Egal ob Mikronesien oder die Antarktis – Stefan Sisulak war dort. Die Kamera hatte er immer dabei. Die Bilder von den exotischen Landschaften und Menschen zeigte er dann in Ausstellungen. Erst im vorigen Jahr wandelte Sisulak in östlichen Gefilden bis in Wladiwostok auf den Spuren des russischen Dichters Ossip Mandelstam. Die Aufnahmen präsentierte er kurz vor Weihnachten im Kolping-Bildungszentrum im Rahmen der osteuropäischen Kulturtage.

Sich selbst sah Sisulak nur ungern im Rampenlicht. Herzhaft lachen konnte er dennoch, wenn er dank seiner Popularität und seines üppigen Vollbarts auch mal bei einem Faschingsumzug auf die Schippe genommen wurde. Seine Bilder aus der nordschwäbischen Heimat überließ Sisulak gerne auch Privatpersonen, Vereinen und Institutionen. Er freute sich, wenn die Motive über die Tageszeitung hinaus Verwendung fanden.

In seinen Bildern wird Stefan Sisulak auch weiterleben. Auf dieser Seite wollen wir mit einigen Motiven von und mit „sisu“ an ihn erinnern. (dz)

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