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Donauwörth

14.04.2020

Haushalt: Die lange  Liste an  Vorhaben

Am Friedhof in Donauwörth entsteht derzeit eine neue Betriebshalle für knapp eine Million Euro. Dort werden Toiletten für Besucher gebaut, die zudem barrierefrei sind. Nach Abbrucharbeiten im vergangenen Jahr, läuft die Baustelle. Fertig sein soll das neue Gebäude bis zum Ende des Jahres 2020.

Plus Donauwörth hat sich  viel vorgenommen. Fast 40 Millionen Euro sollen investiert werden. Manche  Pläne stehen schon seit Jahren auf dem Wunschzettel.

Gäbe es keine Corona-Pandemie mit alle den bisher noch nicht absehbaren Folgen für die regionale Wirtschaft – würde wohl an dieser Stelle stehen: Donauwörth will investieren, wie es in der Geschichte der Stadt kaum vorgekommen ist: 39 Millionen Euro soll im Jahr 2020 ausgegeben werden, davon allein 22,5 Millionen in Bauprojekte, für 5,5 Millionen Euro werden Grundstücke gekauft.

Viele Pläne warten schon seit Jahren auf Umsetzung

Doch in der langen Liste der Vorhaben stehen viele, die bereits seit Jahren auf ihre Umsetzung warten: Von der Weiterführung der Donaupromenade bis zum Neubau des Kindergarten Schneegarten über die Nutzung der Stadtmühle. Stadträte berichten, dass die Realisierungsquote der Stadt Donauwörth aktuell etwa bei 40 Prozent liegt. Es gibt also aus den vergangenen Jahren viel Arbeit, die liegen geblieben ist.

Mammutprojekte, die Entscheidungsfreude brauchen

Hinzu kommen neue Mammutprojekte, die nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit und Entscheidungsfreude abverlangen. Genannt sei die Sanierung des Tanzhauses – bis 2023 sind 12 Millionen dafür eingeplant – und der Neubau einer Veranstaltungshalle am Zusamweg. Für Letzteres wurden dieses Jahr erst einmal Planungskosten in Höhe von 40000 Euro eingestellt. Für den Anbau eines Boulderbereiches an der Kletterhalle sind bis 2021 insgesamt 320000 Euro vorgesehen.

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Schon jetzt gibt es Großbaustellen

Dabei hat die Verwaltung aktuell bereits diverse Großbaustellen zu stemmen, wie die Sanierung des Freibades, das am Ende 25 Millionen Euro gekostet haben wird. 2020 sind dafür 8,4 Millionen Euro eingestellt. In der Haushaltssitzung haben die Stadtratsmitglieder einige Arbeiten gleich auf den Weg gebracht. Parallel läuft die Umgestaltung der Badezonen am Baggersee in Riedlingen. Aufträge in Höhe von 65000 Euro wurden abgesegnet. Die Bagger sind bereits seit Anfang März vor Ort. Ein neuer Parkplatz mit 145 Stellplätzen ist noch dazu in Vorbereitung.

Alles steht unter einem schlechten Stern

Alles aber steht unter dem schlechten Stern der Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe vor Ort. 2020 erwartet Donauwörth Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 36,3 Millionen Euro – der dickste Batzen stammt erfahrungsgemäß von Airbus Helicopters. Doch OB Armin Neudert macht in seiner 18. und letzten Haushaltsrede klar: „Es ist zu erwarten, dass vor allem die Gewerbesteuer unter Druck geraten wird.“ Ein Nachtragshaushalt und eine Haushaltssperre werden in seinen Augen unvermeidlich sein. Ob die Prophezeiung wahr wird, kann der scheidende Oberbürgermeister nur noch aus der Ferne betrachten.

Eine historische Haushaltssitzung: Wegen der Infektionsgefahr mit Corona fand der Beschluss mit kleinerer Besetzung des Stadtrates in der Turnhalle statt.
Bild: fene

Viele Aufgaben für den neuen OB

Neudert hat seinem Nachfolger Jürgen Sorré wahrlich eine große Aufgabenliste hinterlassen. Für eine geheim gehaltene Millionensumme hat die Stadt Donauwörth den letzten Teil des Alfred-Delp-Quartiers erworben. Der Notarvertrag ist ganz frisch unterschrieben. Der Bebauungsplan für den neuen Stadtteil, der am Ende 200 Parzellen für Einfamilienhäuser und weitere Grundstücke für Mehrfamilienhäuser umfassen soll, wird aktuell nichtöffentlich beraten. Am Ende sollen hier bis zu 3000 Bürger ihr Zuhause finden. Zudem soll eine neue Sporthalle entstehen – Planungskosten in Höhe von 50000 Euro sind eingeplant.

Bauplätze, Schulen, Feuerwehren und vieles mehr

In Riedlingen, Wörnitzstein und Auchsesheim werden weitere Bauplätze erschlossen. Dafür sind insgesamt 550000 Euro im Budget vorgesehen. Schließlich braucht Donauwörth Fläche, um die willigen Zuzügler unterzubringen.

Im Bereich der Schulen stehen 3,1 Millionen Euro für die offene Ganztagsschule in Riedlingen im Haushaltsbuch, zugleich sollen die seit Langem vorgesehenen Planungen für die Sebastian-Frank-Schule und die Mangoldschule 2020 anlaufen.

Abgeschlossen werden soll die Bushaltestelle am Gymnasium. 500000 Euro sind dafür erneut eingestellt. Den Auftrag, um den Gehweg zu einem gemeinsam genutzten Geh- und Radweg auszubauen, wurde in der Sitzung gleich mitvergeben. Kostenpunkt: 1750000 Euro. Vorgenommen haben sich die Stadträte und die Stadt den Teilausbau der Rambergstraße mit Geh- und Radweg (350000 Euro) und den lang angemahnten Ausbau der Benno-Benedicter-Straße für 250000 Euro. Dort wird in Kanal und Straßenzustand investiert. Zugleich soll 2020 ein Teil der Straßen im Gewerbegebiet an der Südspange gefertigt werden (170000 Euro).

Auch die Feuerwehren werden im letzten Haushalt Neuderts reichlich bedacht. Für die Fertigstellung des Feuerwehrhauses in Schäfstall gibt es eine weitere Million, für den Neubau in Auchsesheim 845000 Euro und für die Planung eines Anbaus in Berg 40000 Euro. Die Donauwörther Wehr darf für 310000 Euro ein Tanklastfahrzeug bestellen. In Nordheim werden erste Pläne für ein Dorfgemeinschaftshaus finanziert und die Breitbandversorgung im Stadtgebiet verschlingt weitere 530000 Euro. Am Donauwörther Friedhof wird aktuell ein neues Betriebsgebäude hochgezogen. Hier soll es barrierefreie Besuchertoiletten geben. Dafür ist 2020 nochmals knapp eine Million Euro eingeplant. Aufträge wurden anschließend gleich vergeben.

Auch die Stadtwerke haben sich wieder viel vorgenommen. Zwei Millionen Euro werden in die Sanierung der Abwasserbeseitigung im Stadtgebiet investiert. In der Kläranlage wird das Vorklärbecken umgebaut (172000 Euro) und ein mobiles Notstromaggregat angeschafft (185000 Euro). 2,2 Millionen Euro fließen in den Unterhalt der Wasserversorgung mit Anschlüssen, Schächten, Druckregelanlagen und Maschinen für die Energieversorgung. Für den Hochdruckbehälter in der Parkstadt sind noch einmal 600000 Euro eingeplant, Fördermittel sind in Aussicht. Dicker Posten im laufenden Haushalt sind natürlich die Personalkosten mit über 13 Millionen Euro. Die Kreisumlage liegt 2020 bei 18 Millionen Euro und damit nochmals höher als 2019.

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