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Soziales

30.04.2015

Mehr Hilfe in Krisenzeiten

Die Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg in Donauwörth helfen bei seelischen Nöten: (von links) Gerd Korbach, Leiterin Ursula Texier und Rita Sperber-Nusch.
Bild: Ulrike Eicher

Die Psychologische Beratungsstelle in Donauwörth wächst. Vor allem für Männer soll das Angebot gestärkt werden – denn die haben oft ganz eigene Probleme

Ein junges Paar zieht auf dem elterlichen Hof des Mannes mit ein. Die Mutter akzeptiert ihre Schwiegertochter aber nicht und macht ihr das Leben schwer. Der Mann ist zudem in seinem Elternhaus stark gefordert, da er einen behinderten Bruder hat. Auch beruflich läuft es nicht rund für ihn. Als das Paar dann auch noch zwei Kinder bekommt, spitzen sich die Probleme zu. Der Mann erleidet ein Burn-out, und in der Ehe kriselt es stark. „Diese beiden hatten als Paar nie richtig zueinandergefunden“, sagt Ursula Texier, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg in Donauwörth. Sie konnte ihnen helfen, sich wieder als Mann und Frau wahrzunehmen und sich ein Stück weit von den Eltern des Mannes zu lösen. „Dadurch ist die Beziehung richtig aufgeblüht“, freut sich Texier.

Für sie ist das ein ganz typischer Fall, der so oder ähnlich immer wieder vorkommt in der Beratung in Donauwörth, die auch Außenstellen in Dillingen und Dinkelsbühl in Mittelfranken hat. Und weil das Angebot so gut angenommen wird und die Kapazitätsgrenzen längst erreicht waren, ist die Beratungsstelle nun um drei festangestellte Mitarbeiter erweitert worden. „Damit können wir in Krisenzeiten noch schneller für die Betroffenen da sein und verlässlicher beraten.“

Die Neuen im Team sind dabei „alte Hasen“, die die Arbeit der Diözese in diesem Bereich schon kennen: Neben Annette Frank in Dillingen kamen Gerd Korbach und Rita Sperber-Nusch für Donauwörth hinzu. Der Pädagoge Korbach ist Familientherapeut wie auch Ehe-, Familien- und Lebensberater und wechselte von der Beratungsstelle im oberbayerischen Weilheim im März nach Donauwörth. Sperber-Nusch, die auch für Dinkelsbühl zuständig ist, war schon 15 Jahre lang freie Mitarbeiterin in Donauwörth und hat zudem die Koordinierende Kinderschutzstelle im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit aufgebaut. Sie ist Sozialpädagogin wie auch Paar- und Familientherapeutin.

Das Angebot richtet sich an Erwachsene. Rund 2200 Kontakte fielen für das Team, zu dem auch Honorarkräfte gehören, 2014 an – 631 Menschen suchten Hilfe. Meist geht es dabei um Probleme in der Partnerschaft, die Paartherapie sei stark gefragt, sagt Texier. Das Team bietet aber auch eine Lebensberatung für Einzelne an. Da stehen dann besondere Krisen, Trauerbewältigung, die Verarbeitung von Traumata, der Verlust des Arbeitsplatzes, Mobbing, häusliche Gewalt oder etwa sexueller Missbrauch im Mittelpunkt. „Die Themen sind vielfältig, und jeder Fall wird individuell betrachtet“, sagt die Diplom-Psychologin.

Neues kam mit Gerd Korbach hinzu: Der 57-Jährige bietet unter anderem auch Therapiesitzungen speziell für Männer an. Denn die tun sich nicht nur mit der Kommunikation oftmals schwerer als Frauen, sagt er. Sie haben auch andere Themen, die sie belasten. „Da geht es viel um Identität und darum, ein eigenes Männerbild zu finden zwischen den Klischees Macho oder Softie.“ Und oft bekam Korbach schon die Rückmeldung, dass Männer mit einem Mann als Gegenüber leichter über solche Themen sprechen als mit einer Frau.

Dass sich generell immer mehr Männer mit ihren Problemen an die Beratungsstelle wenden, beobachtet das Team schon seit einigen Jahren. Zwar seien die Frauen immer noch stärker vertreten, der Anteil der Männer nehme aber stetig zu. Die Arbeit mit ihnen soll gestärkt werden – auch weil sie statistisch gesehen nicht nur häufiger Gewalt erleiden als Frauen, sondern auch selbst häufiger zum Täter werden, sagt Texier.

Das Angebot der Stelle will möglichst niedrigschwellig sein. Die Beratung ist kostenlos, läuft auf Spendenbasis und findet auch am Samstag statt. Zwei bis drei Wochen dauert es im Schnitt, bis ein Termin verfügbar ist. Die Berater begleiten Betroffene auch längerfristig, falls nötig. Sie sind gut vernetzt – mit Ärzten, niedergelassenen Psychotherapeuten und anderen Beratungsstellen. Ihre Arbeit möchten sie an einem Tag der offenen Tür vorstellen.

Am 13. Mai öffnet die Beratungsstelle im Zehenthof 2 in Donauwörth von 10 bis 13 und von 15 bis 18.30 Uhr ihre Türen für Interessierte. Um 11, 12 und 16 Uhr gibt es Vorträge zum Thema Familie. Ab 12.30 Uhr gibt es einen Brunch, um 17 Uhr findet eine Märchenstunde für Familien mit Erzählerin Miss Fairy Tale statt. Mehr Infos unter Telefon 0906/21215.

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