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Donauwörth

15.11.2018

Probleme mit Flüchtlingen im Ankerzentrum häufen sich wieder

Einsatz der Polizei in der Donauwörther Kaserne. Meist sind es anberaumte Abschiebe- oder Rückführungsfahrten für abgelehnte Asylbewerber, für die die Polizei in Richtung Ankerzentrum fahren muss.
Bild: Widemann (Archiv)

Plus Die Polizei in Donauwörth verzeichnet mehr Angriffe auf Mitarbeiter im Ankerzentrum. An zwei anderen Orten hat sich die Lage beruhigt.

Derzeit häufen sich die Probleme mit einigen Asylbewerbern rund um die Ankereinrichtung auf dem Schellenberg in Donauwörth. Das teilt die Polizeiinspektion Donauwörth mit.

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Handfeste Auseinandersetzungen mit Verletzten hat es jüngst am Dienstagabend im Ankerzentrum Donauwörth gegeben. Asylbewerber aus Gambia griffen dabei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes an. Gegen 18 Uhr wollte ein 20-Jähriger auf das Gelände des Zentrums gelangen. Für ihn bestand allerdings ein Hausverbot.

Die ihm zugteilte Unterkunft ist mittlerweile in Augsburg. Obwohl er eine Aufenthaltsgestattung eines anderen Bewohners vorzeigte, erkannte ihn Wachleute bei der Eingangskontrolle. Die beiden Männer wollten den Gambier am Betreten des Geländes hindern und wurden daraufhin von diesem angegriffen. Der junge Mann schlug einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit der Faust gegen die Wange, dem anderen biss er in die linke Hand. Beide Wachleute wurden dadurch leicht verletzt.

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Tumulte am Ausgang des Ankerzentrums

Gegen 18.50 Uhr wollten dann laut Polizeibericht vier Bewohner das Gelände verlassen. Weil ein 21-jähriger Gambier seine Berechtigungskarte nicht vorweisen konnte, die er bei seiner Rückkehr wieder braucht, wurde ihm der Ausgang vom Sicherheitsdienst verwehrt. Daraufhin kam es mit der Gruppe zu einem Tumult, in dessen Verlauf der 21-Jährige einem Mitarbeiter schmerzhaft in den Schritt gegriffen haben soll.

Ein ähnliches Identifikationsproblem hatte ein 20-Jähriger aus der Gruppe. Das führte dazu, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gestoßen wurden. Als weitere Kollegen dazu kamen, entwickelte sich eine handfeste Auseinandersetzung, in dessen Verlauf der 20-jährige Tatverdächtige dem 25-jährigen Security mit dem Knie ins Gesicht schlug, dessen Oberbekleidung zerriss und am Oberkörper verkratzte. Auch der 20-jährige erlitt eine Verletzung über dem linken Auge. Er kam zur ambulanten Behandlung in die Donau-Ries Klinik. Die weiteren Tatbeteiligten müssen im Nachgang ermittelt werden.

Dieser Tage herrsche wieder „Hochbetrieb“ hinsichtlich der Polizeieinsätze in der Donauwörther Kaserne, fasst Inspektionsleiter Thomas Scheuerer die aktuelle Lage zusammen. Im Hintergrund der zuletzt merklich gestiegenen Aggressionen steht nach Ansicht Scheuerers die verschärfte Kontrolle von Ausweisen, die zum Betreten der Kaserne berechtigt, durch den privaten Sicherheitsdienst. „Der Sicherheitsdienst kontrolliert derzeit strenger, weil die Ausweise teils untereinader getauscht werden“, erklärt der PI-Leiter. Ein Grund hierfür sind auch die Abverlegungen einiger Asylbewerber an die beiden Dependancen des Ankerzentrums in Augsburg (wir berichteten).

Gambischer Asylsuchender: Herumgeschrien und randaliert

Erst am Freitag und Samstag war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ein 23-jähriger gambischer Asylsuchender kam am Samstag gegen 3.25 Uhr in das Haus 15 des Ankerzentrums in Donauwörth, schrie laut herum und randalierte. Als zwei Sicherheitsdienstmitarbeiter ihn nach draußen bringen wollten, habe er sie laut Polizeiangaben zu schlagen versucht.

Daraufhin kamen weitere Sicherheitskräfte hinzu, die Polizei wurde verständigt. Auch bei deren Eintreffen randalierte und schrie der Mann immer noch herum. Der 23-Jährige bespuckte die Beamten als auch die Mitarbeiter der Security.

Einen Tag zuvor war es in der Kantine des Ankerzentrums ebenfalls zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen einem 26-jährigen Bewohner und einem 62-jährigen Wachmann gekommen.

Neben den beschriebenen Gewaltdelikten sind es nach Angaben Scheuerers Ladendiebstähle durch Asylbewerber aus der Kaserne, die sich zuletzt häuften. Allein am Dienstag seien drei Fälle aus der Donaumeile gemeldet worden. Das Klauen geschehe mittlerweile „sehr häufig“, so der PI-Leiter. Diverse Geschäfte hätten darauf reagiert und greifen aktuell häufiger auf Kaufhausdetektive zurück.

Lage an der Promenade und am Donauhafen hat sich beruhigt

Indessen hat sich die Situation an zwei Orten beruhigt, die in jüngster Vergangenheit verstärkt im Fokus der Polizei standen: Laut Angaben Scheuerers wurde die Lage an der Promenade sowie am Alten Donauhafen spürbar entschärft. Hier hatten verstärkt Wachleute und Polizeibeamte Präsenz gezeigt, was offenbar Eindruck hinterlassen hat.

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21.11.2018

Mit den letzten Wahlen haben wir uns für genau solche Zustände entschieden, und jetzt bitte nicht beklagen wenns noch schlimmer kommt.

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