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Landkreis Donau-Ries

31.07.2020

Serie von gelockerten Radmuttern: Das rät die Polizei

In der Region häuften sich zuletzt die Fälle, bei denen an Fahrzeugen die Radmuttern gelockert wurden.
Bild: Benedikt Siegert (Symbolbild)

Allein im Landkreis gab es zuletzt rund 40 Fälle, bei denen gefährlich an Autos herummanipuliert worden ist. Was Verkehrsteilnehmer besonders beachten sollten.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord häufen sich seit Jahresbeginn Fälle von gelockerten Radmuttern an Kraftfahrzeugen. Besonders betroffen sind momentan die Landkreise Donau-Ries (rund 40 Fälle) und Dillingen (circa 15 Fälle). Viermal kam es zu Unfällen, als sich gelockerte Muttern während der Fahrt lösten. Glücklicherweise wurde bislang niemand verletzt. Es entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren Tausend Euro.

Solche Taten seien keinesfalls als Scherz oder Kavaliersdelikt zu werten, heißt es von den Beamten. Im Strafgesetzbuch heiße es deutlich: „Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt, Hindernisse bereitet oder einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.“

Vor jeder Fahrt einmal um das Fahrzeug herumgehen

Zur Bekämpfung dieses Delikts bittet die Polizei um ein gesundes Maß an Vorsicht und die Mithilfe der Bevölkerung, etwa um die Meldung verdächtiger Wahrnehmungen. Verkehrsteilnehmer sollten grundsätzlich vor jeder Fahrt einmal um ihr Fahrzeug herumgehen und dieses auf Beschädigungen und lockere Radmuttern untersuchen. „Sollten Sie feststellen, dass Ihr Fahrzeug schon bei geringer Geschwindigkeit ungewohnte, klackende Geräusche von sich gibt oder Lenkung und Fahrstabilität eingeschränkt sind, reagieren Sie sofort und halten unverzüglich an“, so die Gesetzeshüter weiter.

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Es könne durchaus sein, dass die Geräusche bei höherer Geschwindigkeit (etwa 60 Stundenkilometer) nicht mehr wahrnehmbar sind. „Fahren Sie also nie grundsätzlich bis zur nächsten Werkstatt weiter.“ Besteht der Verdacht, dass sich jemand vorsätzlich an den Rädern oder Radmuttern zu schaffen gemacht hat, sollte sich der Betroffene auf jeden Fall unverzüglich bei der Polizei melden.

Regelmäßig Anzugsdrehmomente prüfen

In turnusgemäßen Abständen sollten die Anzugsdrehmomente geprüft werden – etwa bei jeder Luftdruckkontrolle. „Sollten Sie die Möglichkeit haben, stellen Sie ihr Fahrzeug in der Nacht oder bei Nichtbenutzung in einer Garage ab.“ Grundsätzlich gelte: Auch technische Ursachen oder Bedienungsfehler können die Ursache sein, etwa wenn die Räder beim Wechseln nicht mit der erforderlichen Sorgfalt festgezogen worden sind. Auch fehlerhafte Bremsscheibenwechsel oder Verwendung von Radmuttern oder -schrauben, die nicht zur Felge beziehungsweise Nabe oder zum Fahrzeug passen, oder die Verwendung von fahrzeugfremden und somit nicht zugelassenen Kompletträdersätzen können ursächlich sein.

Für den Rad- und Reifenwechsel rät die Polizei generell: Die Vorgaben und Anleitungen in der Bedienungsanleitung der Fahrzeughersteller sind unbedingt zu beachten. Aus der Bedienungsanleitung und aus den Herstellerunterlagen kann man auch die vorgeschriebenen Drehmomente entnehmen. „Beachten Sie, dass bei Sonderrädern, sowie bei Winter- und Sommerreifen, oft unterschiedliche Radschrauben beziehungsweise Radmuttern zu verwenden sind. Zwingend erforderlich für Ihre Sicherheit ist, dass nach einer Fahrstrecke von etwa 50 Kilometern das Anzugsdrehmoment nochmals überprüft wird.“

Beschädigte Teile erneuern

Beschädigte Teile müsse man erneuern. Radschrauben oder Radmuttern müssen frei von Korrosion und Schmutz sein. Abgenommene Reifen sollten stets vor Einlagerung entsprechend gereinigt und auf Schäden überprüft werden.

Grundsätzlich sollten Reifen nur von Sachkundigen gewechselt werden. „Erkundigen Sie sich gegebenenfalls beim Fachbetrieb Ihres Vertrauens. Reifen sind die einzige und wichtigste Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn“, raten die Beamten. 

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