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Donau-Ries-Kreis

10.02.2017

Stromtrasse: Die sichtbaren Reste der Proteste

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4 Bilder
In der Region zeugen noch immer vielerorts Schilder und Plakate vom (erfolgreichen) Protest gegen die Stromtrasse. Hier Rain.  
Bild: Wenzel

Viele Bürger sind gegen die Trasse auf die Barrikaden gegangen. Nun ist schon seit Längerem klar, dass die Region davon verschont bleibt. Dennoch hängen noch vielerorts Plakate.

Es war eines der größten Reizthemen in der jüngeren Vergangenheit: Wird eine gewaltige Hochspannungsleitung quer durch die Region gebaut? Zahlreiche Bürger und Kommunen konnten sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden und gingen auf die Barrikaden – mit Erfolg. Der Landkreis bleibt wohl von einer der großen Stromtrassen verschont. Das ist bereits seit mehr als einem Jahr klar. Noch heute zeugen viele Plakate und Schilder von dem heftigen Widerstand der hiesigen Bevölkerung. Aber warum eigentlich? Das Thema ist doch schon lange durch.

„Es ist in der Tat eine Überlegung, ob wir die Plakate nicht demnächst abhängen sollten. Die Trasse wird ja nun nicht zu uns kommen“, sagt Alois Schiegg, Bürgermeister in Marxheim. Dort gab es praktisch mit Bekanntwerden der Pläne des Netzbetreibers Amprion Anfang 2014 massive Proteste, fortan war die Gemeinde immer vorne dabei im Kampf gegen die sogenannte Süd-Ost-Trasse. Dementsprechend gut bestückt ist der Schilderwald in und um Marxheim. „Wir haben damals unter den Mitgliedern unserer Bürgerinitiative geschaut, wer geeignete Plätze zum Aufhängen hat, erinnert sich Schiegg. Die Initiative „Ja zur Energiewende – Nein zur Gleichstrompassage Süd-Ost“ hat sich dem Rathauschef zufolge übrigens bisher nicht aufgelöst und besteht weiterhin. Es gebe auch hin und wieder Versammlungen, doch die Zielsetzung habe sich etwas verschoben. Bei der Gründung hatte man sich zum einen der Verhinderung der Trasse verschrieben, zum anderen dem Vorantreiben der Energiewende. „Nach dem Ersteres erreicht ist, geht es jetzt eher um das Zweite“, sagt Schiegg. Er berichtet in diesem Zuge, dass sich mehrere BI-Mitglieder beispielsweise Elektroautos angeschafft hätten und so ihren Beitrag zur Energiewende leisten. „Eine gewisse Aktivität ist also schon noch vorhanden.“

Solidarität weiter da, nimmt aber ab

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Die Gemeinde gehört auch nach wie vor der überregionalen Initiative „Bürger-gegen-Strommonstertrasse“ an, die ihren Sitz in Pegnitz hat. Die Solidarität sei weiterhin vorhanden, so Schiegg, der aber gesteht: „Wenn die persönliche Betroffenheit nicht mehr gegeben ist, dann wird es schon weniger.“ Für ihn habe derzeit der Kampf gegen ein anderes geplantes Bauvorhaben Priorität, das auf Marxheim große Auswirkungen haben könnte: der Flutpolder an der Donau. „Das ist momentan das Thema bei uns.“

Derweil läuft seit Ende Januar ein Beteiligungsverfahren für die Bürger, bei dem sie ihre Meinung zum neuen Netzentwicklungsplan 2030 kundtun können. Noch bis 28. Februar kann man sich daran beteiligen. Darauf weist Werner Roßkopf hin, der als Koordinator der Aktionsbündnisse der Trassengegner im Bereich Donau-Lech sowie der Bürgerinitiativen der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Donau-Ries und Augsburg-Land fungiert. „Erfahrungsgemäß werden die Einsprüche jedoch lediglich von den Übertragungsnetzbetreibern und der Bundesnetzagentur verwaltet, aber kaum beachtet. Aus diesem Grund wird der Protest gegen unnötige Stromtrassen gerade auch im Wahlkampfjahr 2017 verstärkt fortgeführt werden“, so Roßkopf.

Der Netzentwicklungsplan 2030 folge dem Prinzip „Trassen statt Energiewende“. Das Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse sowie die Kopfstelle Donau-Lech stellt die Pläne für diesen massiven Netzausbau in Frage, denn dieser sei für die Energiewende untauglich. Der Stromnetzausbau müsse deutlich reduziert werden, große Nord-Süd-Verbindungen seien vermeidbar – laut Roßkopf werden sie für die Versorgungssicherheit nicht benötigt, sondern seien Strom-Export-Trassen mit hohem Anteil von Kohlestrom. Roßkopf kündigt an: „Die Vertreter der Bürgerinitiativen werden sich verstärkt dafür einsetzen, dass einer sozial gerechten, wirtschaftlich sinnvollen und umweltfreundlichen Energieversorgung im kommenden Bundestagswahlkampf ein deutlich größerer Stellenwert zugemessen wird, als dies bislang der Fall ist. Ein schneller Kohleausstieg ist dringend erforderlich.“

Bürgermeister hat andere Ansicht

Roßkopf kommt aus Niederschönenfeld, wo ebenfalls noch viele Plakate und Schilder zu sehen sind. Für Bürgermeister Peter Mahl wäre es an der Zeit, diese abzubauen. „Die Trasse kommt nicht, drum muss meiner Meinung nach langsam Ruhe sein.“ Er hat aber Verständnis, dass im Ort nicht jeder diese Ansicht teilt. So sei er bereits an Vertreter der BI „ Megatrasse- Lech Niederschönenfeld-Feldheim“ herangetreten mit der Bitte, die Protestsymbole zu entfernen. „Aber sie wollen weiter eintreten für eine echte Energiewende und betonen, dass diese Leitungen überhaupt nicht notwendig seien – egal, wo sie letztlich laufen. Die Plakate werden also wohl noch weiter hängen.“ Dies sei auch nicht Angelegenheit der Gemeinde, betont Mahl. Schließlich befänden sich die Botschaften auf Privatgrundstücken.

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Die Diskussion ist geschlossen.

12.02.2017

Warum sollte man die Schilder abhängen? Die Bürgerinitiativen haben sich immer gegen diesen überdimensionierten Trassenbau ausgesprochen. Dabei stand an oberster Stelle, daß es kein "St. Florians-Prinzip" gibt. Da die HGÜ-Trassen nur auf andere Gebiete verschoben wurden und auch unsere alte Süd-Ost-Trasse immer noch im aktuellen Netzentwicklungsplan 2030 steht, gib es keinen Grund die Plakate abzuhängen. Sie sind Mahnmale, die uns immer daran erinnern sollen, was das Ziel dieser Bürgerbewegung ist: Eine dezentrale Energiewende auf Augenhöhe mit den Bürgern-ohne Monstertrassen, die vor Allem dem europäischen Strombinnenmarkt dienen sollen, um der Kohle-und Atomlobby die Taschen zu füllen.

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12.02.2017

Auch wenn der Widerstand nicht mehr die Dimensionen wie vor 3 Jahren hat, so setzen sich viele BI´s nach wie vor für die Energiewende ohne diese Trassen ein.Sie informieren durch Vorträge, organisieren Führungen in Betrieben und gehen selber mit gutem Beispiel voran, indem sie PV-Anlagen, Speicher oder Elektroautos in ihren Alltag integrieren. Eigentlich wäre das die Aufgabe der Politik und der großen Konzerne, doch wie wir schon vor Jahren festgestellt haben: Energiewende findet von unten statt!

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