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Donauwörth

20.01.2020

Tanzhaus: Werden die Karten neu gemischt?

So könnte das Tanzhaus im Querschnitt mit neuem unterirdischem Parkhaus aussehen.
Foto: Boss/ PWG-FW

Plus Freie Wähler und PWG sehen einen gewichtigen Punkt in der Debatte nicht berücksichtigt. Michael Bosse will ein Parkhaus integrieren. Kommt eventuell sogar ein Bürgerentscheid?

Michael Bosse fand die Präsentation zum Tanzhaus beeindruckend, das muss er zugeben. Architektin Bettina Kandler stellte jüngst im Rathaus eine Machbarkeitsstudie vor, bei der herauskam: Es wäre durchaus lohnenswert, die zentrale Donauwörther Veranstaltungsstätte zu sanieren anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Michael Bosse und die Stadtratsfraktion der FW/ PWG betonen jetzt aber, dass die Stadt in der Auftragsbeschreibung für die Architektin die Frage der Tiefgaragen-Parkplätze nicht so dargestellt hätte, wie vorher unter den Ratsmitgliedern vereinbart. Bosse hat hierzu nun eine eigene Planung in Auftrag gegeben.

Mehr zum Thema: Die Zukunft des Tanzhauses ist weiterhin ungewiss

Der Stadtrat aus Riedlingen wolle, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung beschreibt, quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die bisher öffentlich vorgestellten Pläne zur Sanierung beziehungsweise zum Neubau des Tanzhauses, sehen nur 38 bis 42 Parkplätze vor. Bosse betont, dass in einem Workshop aller Stadträte mit Oberbürgermeister Armin Neudert und der Verwaltung eigentlich abgemacht war, Planungen mit umfangreicheren Parkplatzvarianten erstellen zu lassen. Dies sei aber, wie die Mitglieder der FW/ PWG-Fraktion recherchierten, in der Beschreibung des Auftrags an die Architektin so nicht mehr enthalten gewesen. Stattdessen plante man zuletzt mit zwei Unterdecks.

Parkhaus mit vier Unterdecks möglich

„Durchaus möglich“ seien jedoch vier Unterdecks, welche Raum für bis zu 150 Fahrzeuge böten (siehe Grafik). Angesichts des leidigen Donauwörther Dauerthemas innerstädtischen Parkraummangels ließen sich, so Bosse, zwei Sorgen auf einmal abstellen: „Seit Jahren diskutieren wir über ein Parkhaus im Spindeltal. Wir haben dort aber kein Gelände. Mit dem Tanzhausneubau und einem größeren unterirdischen Parkhaus würde man die Innenstadt attraktiver machen.“

Die Wermutstropfen: Nach Schätzungen der jetzt von Bosse beauftragten Planer lägen die Kosten für diese Variante (Neubau plus Parkhaus) bei 29 Millionen Euro. Bei den im November präsentierten Optionen mit weniger Stellplätzen wäre der Preis wohl merklich günstiger – eine Sanierung kostete die Stadt, wie Architektin Kandler damals ausführte, gut 17 Millionen Euro. Zudem bestünde die Aussicht auf eine staatliche Förderung von 3 bis 3,5 Millionen Euro. Ein Neubau ohne jenes umfangreiche Parkhaus wurde im November mit gut 20 bis 21 Millionen Euro beziffert. Bosse argumentiert angesichts der deutlich höheren Kosten mit dem Aspekt des Mehrwerts aufgrund der neuen innerstädtischen Parkplätze.

Tanzhaus: Stadträte gehen am Wochenende in Klausur

Ob das Projekt, weiter in die Tiefe zu graben, möglich ist, müsste aber noch eingängig begutachtet werden. Die Räte Stefanie Musaeus und Thomas Schröttle stellen hierzu klar, dass man mit dem Tanzhaus auch im weiteren Sinn plane: So sei künftig daran zu denken, im benachbarten Stadtkommandantenhaus ein Ärztehaus zu integrieren, das über das unterirdische Parkhaus erreichbar wäre. Am kommenden Wochenende gehen die Stadträte aller Fraktionen in Klausur, um über die Zukunft des Tanzhauses zu befinden.

Am Montag, 27. Januar, soll im Stadtrat über Sanierung oder Neubau entschieden werden. Die FW/ PWG beantragen im Falle einer Nichteinigung am Wochenende oder bei einer zu befürchtenden Kampfabstimmung, einen Bürgerentscheid. Musaeus sagt, die Entscheidung über ein Bürgerhaus solle auf breiter Ebene fallen – entweder mit einer großen Mehrheit der Ratsmitglieder oder, falls das unterbliebe, durch die Bürgern selbst.

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