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09.07.2020

Venedig, die Farbe Rot und große Künstler

Die Musikerin Anna Fusek gastiert in Mertingen.
Bild: Felix Broede

Anna Fusek gastiert zusammen mit Gianluca Geremia

Der Kulturkreis Mertingen versucht einmal mehr, kulturelle Meilensteine zu setzen – und in Corona-Zeiten Konzerte wieder aufleben zu lassen. Nach dem Open-Air-Konzert mit dem Opernstudio der Bayerischen Staatsoper München heißt es diesmal „Scharlachrotes Venedig“. Am Sonntag, 19. Juli, ab 17 Uhr gibt es in der Mertinger Kirche St. Martin ein Wiederhören mit einer Ausnahmekünstlerin: Anna Fusek, geborgen in Prag, ist Meisterin auf mehreren Instrumenten – Flöte, Geige, Klavier. Sie spielt weltweit mit berühmten Orchestern beziehungsweise tritt solistisch auf.

Nach Mertingen kommt sie mit Gianluca Geremia, einem Mitglied des bekannten Venice Baroque Orchestra. Die beiden vielfach ausgezeichneten Musiker spielen ein Konzert, in dem sie mit ihrer intimen Instrumentenkombination Barockgeige, Barockflöten, Theorbe und Laute drei Jahrhunderte venezianischer Musik vom 15. bis 17. Jahrhundert erkunden. Kompositionen von Gioseffo Zarlino, Cipriano de Rore, Dario Castello, Claudio Monteverdi, Tomaso Albinoni, Benedetto Marcello und anderen kommen zu Gehör. Allesamt Komponisten, die sakrale wie auch weltliche Musik komponierten, mit der sie die damalige hochstehende Kultur Venedigs dominierten.

Venedig war bis zur Entdeckung Amerikas eine bedeutende Handels- und Seemacht: Die „Königin der Adria“ kontrollierte die wichtigsten Handelswege im Mittelmeerraum. Erbaut auf 150 Inseln, rund acht Quadratkilometer groß, war Venedig Zufluchtsort vor den einfallenden Westgoten und Hunnen, dann unter byzantinischem Einfluss und später unter der Herrschaft eines von Adel und Klerus gewählten Dogen, einschließlich des Großen Rates und des Rates der Zehn.

Im Laufe des 15. Jahrhunderts entfaltete Venedig seine herausragende Stellung in allen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Nach der Entdeckung Amerikas und des Seewegs nach Indien 1492 verloren die von Venedig beherrschten Handelswege an Bedeutung. 1797 eroberte Napoleon Venedig. Der letzte Doge musste abdanken. Die Stadt gehörte in Folge zu Italien, dann wieder zu Österreich. 1866 schloss sich Venedig dem geeinten Italien an.

Venedig und seine Geschichte erzählen von einer roten Vergangenheit. Von der Flagge der Serenissima Repubblica über adlige Patriziergewänder bis zu den Werken der Meister der venezianischen Malerei ist Rot ein wiederkehrendes Motiv. Da Venedig untrennbar mit dieser Farbe verbunden ist, ist es naheliegend, auch die Musik der Serenissima als scharlachrot gefärbt anzusehen. Das „venezianische Rot“ hat nicht nur die ästhetischen Werte venezianischer bildender Kunst, sondern auch die der Musik beeinflusst und ihr somit ihren unverwechselbaren Charakter verliehen, der sie zu ihrer Zeit so wichtig und einflussreich machte. (dz)

Das Konzert kann nur von angemeldeten Zuhörern besucht werden. Anmeldungen unter 09078/960018 bei der Gemeinde Mertingen. Es gibt keinen Kartenverkauf, die Besucher werden um Spenden gebeten.

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