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Oberndorf/Nördlingen

23.04.2015

Versteckte Kamera filmt Einbrecher

Symbolbild.
Bild: Widemann

Ein junger Mann aus dem südlichen Donau-Ries-Kreis soll in Oberndorf große Beute gemacht haben. Der Fall böte Stoff für einen Krimi.

Die Beute war mehrere Tonnen schwer und ziemlich wertvoll. Aus einer Firma in Oberndorf nahm ein Einbrecher im Juli 2014 kistenweise Edelmetallteile (Wolfram) mit. Das Diebesgut hatte einen Wert von rund 160000 Euro. Nun steht ein Mann aus dem südlichen Donau-Ries-Kreis vor Gericht. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft vor, der Täter zu sein. Der Angeklagte schweigt bislang.

Der Fall böte durchaus Stoff für einen Krimi. In jener Nacht drang eine Person gewaltsam in das Gebäude des Unternehmens ein. Der Täter kannte sich offenbar aus. Er kappte die Leitung zu mehreren Überwachungskameras.

Was der Mann nicht wusste: In einem Raum hatte die Geschäftsleitung nach mehreren kleineren Diebstählen eine weitere, kleine Videokamera einbauen lassen. Von der wussten nur einige wenige Leute. Das Gerät lieferte dann Aufnahmen von dem Einbruch im Juli. In dem Raum nahm der Eindringling sogar seine Sturmhaube ab, die er trug, um nicht erkannt zu werden.

Auf den Aufzeichnungen meinten mehrere Mitarbeiter der Firma einen 23-Jährigen zu erkennen. Der war früher in dem Betrieb beschäftigt, wurde aber entlassen. Als die Polizei bei dem Verdächtigen auftauchte, stellte sie Kleidung sicher, die der ähnelt, die der Einbrecher in jener Nacht trug. Auch einen Schuhabdruck sicherte die Kripo.

Bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht in Nördlingen rückten die Videoaufnahmen erneut in den Mittelpunkt. Der Verteidiger des Angeklagten verlangte ein biometrisches Gutachten, um zu klären, ob es sich wirklich um den 23-Jährigen gehandelt haben könnte. Das Gericht unter Vorsitz von Helmut Beyschlag gab dem Antrag statt. Somit wird der Prozess noch einmal aufgerollt, wenn das Gutachten vorliegt. Dies kann erfahrungsgemäß einige Monate dauern.

Für den Angeklagten steht einiges auf dem Spiel. Bei einer Beute in dieser Größenordnung droht – das machte Beyschlag deutlich – eine Gefängnisstrafe im oberen Bereich dessen, was das Schöffengericht verhängen kann. Im Klartext: Sollte das Gericht den jungen Mann am Ende schuldig sprechen, würde dieser für zwei bis vier Jahre hinter Gitter wandern. (wwi)

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