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Immobiliengeschäft

12.06.2013

Was hat Max Aicher in Bergstetten vor?

Ein Teil des Anwesens, das Max Aicher kaufen will.
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Ein Teil des Anwesens, das Max Aicher kaufen will.
Bild: Wolfgang Widemann

 Unternehmer möchte Teil des Gutshofs und anschließende Flächen kaufen. Eine Deponie, so ist zu hören, soll dort keinesfalls entstehen

Von Wolfgang Widemann

Der bekannte Unternehmer und Multimillionär Max Aicher, 79, möchte einen Teil des historischen Gutshofs in Bergstetten sowie große Flächen, die nördlich an das Dorf anschließen, kaufen. Dies sorgt in der Marktgemeinde Kaisheim für Gesprächsstoff und löst bei manchen Bewohnern Argwohn aus, wird doch Aicher in der Region in erster Linie mit dem heftigen Streit in Verbindung gebracht, der seit Jahren um die geplante Schlackedeponie tobt, die nahe Holzheim im südlichen Donau-Ries-Kreis geplant ist. Das Vorhaben möchten die Lech-Stahlwerke (LSW) verwirklichen. Die Firma gehört Max Aicher.

Klage und Vorkaufsrecht verzögern Geschäft

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Der in Freilassing ansässige Geschäftsmann interessiert sich in Bergstetten für Flächen, die insgesamt etwa 17 Hektar umfassen. Der Großteil davon gehört Karl Maaz. Dessen Familie kaufte nach dem Zweiten Weltkrieg das Anwesen, das fast die Hälfte des quadratischen Komplexes umfasst, der einst zum Kloster Kaisheim gehörte und wegen seiner Ausmaße im Volksmund „Schloss“ genannt wird. Die Familie Maaz betrieb dort eine Landwirtschaft. Unmittelbar an den Hof, bei dem allein die Stallungen an der Nordseite etwa 80 Meter lang sind, schließen zwölf Hektar Wiesen- und Ackerland an. Dieses Areal sowie zwei benachbarte Grundstücke, auf denen einige – inzwischen verlassene – Nebengebäude des früheren Gutshofs stehen, beschloss Karl Maaz zufolge der Unternehmer bereits vor fast zwei Jahren zu kaufen. Maaz wollte das Anwesen ohnehin los haben, wie er gegenüber unserer Zeitung erklärt. Schließlich gebe es in der Familie niemanden, der den vor rund 15 Jahren stillgelegten Hof weiterführen wollte. „Wir waren schon vor eineinhalb Jahren beim Notar“, so der 75-Jährige. Doch der Verkauf an Aicher konnte bislang nicht vollzogen werden. Der eine Grund: Ein Bauer aus Marxheim legte Einspruch dagegen ein, dass der Besitz an einen Nicht-Landwirt veräußert wird. Ein Gericht wies inzwischen die Klage zurück. Der andere Grund: Die Gemeinde Kaisheim hat zumindest für einen Teil der Flächen ein Vorkaufsrecht. Ob dieses wahrgenommen wird, darüber ist dem Vernehmen nach noch nicht entschieden. Dass die Kommune zugreift, gilt als unwahrscheinlich.

Die Frage, die manche Leute nun bewegt, lautet: Was hat Max Aicher mit dem Areal um den denkmalgeschützten Gutshof vor? Karl Maaz wollte nach eigenen Angaben in dem Kaufvertrag festgeschrieben haben, dass auf dem Gebiet nördlich des Dorfs keine Deponie errichtet werden darf. Einen solchen Passus habe Aicher abgelehnt. Das wissen auch die Mitglieder des Kaisheimer Gemeinderats. „Da stellen sich einem die Haare auf“, kommentiert einer der Kommunalpolitiker die Vorgänge. Man sei besorgt, dass auf den Grundstücken eines Tages etwas entstehen könnte, was niemand wolle.

Landrat Stefan Rößle sieht hier keine Gefahr. Er hörte von dem geplanten Immobiliengeschäft und sprach in der vorigen Woche bei einem anderweitigen Treffen Aicher darauf an. Der sagte laut Rößle, dass er in Bergstetten Wohnhäuser bauen wolle. Schließlich gäbe es im Raum Donauwörth entsprechenden Bedarf. Die Möglichkeit, das Gelände, das entlang der B2 bis an Itzinger Flur grenzt, vielleicht als Deponie zu nutzen, habe der Unternehmer definitiv ausgeschlossen, so Rößle. „Eine Deponie wäre in diesem Bereich rechtlich auch gar nicht möglich“, beruhigt der Landrat.

Wie von verschiedenen Seiten zu hören ist, soll Max Aicher seit einiger Zeit auf dem Immobilienmarkt höchst aktiv sein – auch in Schwaben. Er soll unter anderem Grundstücke nördlich von Augsburg gekauft haben. Ein Waldstück nahe Sulzdorf soll er ebenfalls erworben haben. Die Unternehmensgruppe Max Aicher hat ihren Ursprung im Bausektor. Der bildet noch heute neben dem Immobiliengeschäft einen Pfeiler des Konzerns.

Karl Maaz hätte im Falle eines Verkaufs weiter Wohnrecht in dem Anwesen, das nach außen hin einen renovierungsbedürftigen Eindruck macht.

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