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Friedberg

18.07.2020

Bahnhof: Parkdeck, Brücke und neue Bahnsteige rücken einen Schritt näher

Der Park-and-Ride-Platz am Bahnhof von Friedberg ist meist sehr voll, wie dieses Fotos zeigt, das vom Baywa-Turm aus aufgenommen wurde. Ein Parkdeck soll Abhilfe schaffen. Die Stadt will außerdem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn auch das Thema Brücke nach Friedberg-Süd angehen.
Bild: Lucas Schmidt

Plus Der Stadtrat Friedberg gibt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Groben Schätzungen zufolge könnten Parkdeck und Brücke bis zu 20 Millionen Euro kosten.

Der Bahnhof könnte bald zu einer Großbaustelle werden. Sowohl die Stadt Friedberg als auch die Deutsche Bahn wollen in den nächsten Jahren die lange geforderten Verbesserungen angehen. Der Stadtrat beschloss einstimmig, ein Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie für ein Parkdeck über dem bestehenden Park-and-ride-Platz sowie eine Brücke nach Friedberg-Süd zu beauftragen.

Diese Projekte können nun in enger Zusammenarbeit mit der Bahn realisiert werden. In Vorgesprächen stellte sich heraus, dass die Bahn die Zugstrecke und den Friedberger Bahnhof bis 2025 ertüchtigen will.

Konkret soll laut dem städtischen Baureferat von der Bahn im Süden ein neuer Bahnsteig angelegt werden, der Bahnsteig im Norden soll angehoben werden. Denn ein großes Thema ist die Barrierefreiheit: Künftig sollen Passagiere stufenlos in die Züge einsteigen können. Der bestehende Mittelbahnsteig soll entfallen.

Normalerweise werden Bahnsteige durch Unterführungen erschlossen. Allerdings habe die Bahn es als möglich in Aussicht gestellt, eine Brücke als Zugang zu akzeptieren und anteilige Kosten zu übernehmen, etwa für Treppen und Aufzüge zu den Bahnsteigen sowie für den relevanten Brückenabschnitt. Wegen der langwierigen Planungs- und Prüfungsphasen bei der DB muss bereits Ende 2021 eine vollständig ausgearbeitete Planung beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden.

Umbau des Bahnhofs in Friedberg wird viel Geld kosten

Bereits im Vorfeld kristallisiert sich heraus, dass das Projekt viel Geld verschlingen wird. Ein Ingenieurbüro schätzt die Kosten für Brücke, Parkdeck mit 230 Plätzen und zwei Aufzügen auf 12,75 Millionen Euro. Laut Baureferat muss damit gerechnet werden, dass dazu weitere Kosten hinzukommen, etwa Baustelleneinrichtung, ein eventueller Umbau oder Neubau des Bussteigs und Entwässerung. Deshalb gehe man mittlerweile von Gesamtkosten von 15 bis 20 Millionen Euro aus. Die genaue Höhe müsse die Machbarkeitsuntersuchung zeigen.

Noch vor sieben Jahren war man für die Brücke von etwa zwei Millionen Euro Kosten ausgegangen. Das Bauwerk soll grob gesagt von der Haagstraße im Norden zur Straße Am Stefansanger im Süden führen und eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen der Altstadt und Friedberg-Süd schaffen. Zu den beiden Bahnsteigen würden dann Treppen und Aufzüge führen.

Das Friedberger Bahnhofsgebäude wurde in den vergangenen Jahren saniert.
Bild: Ute Krogull

Ein solches Projekt ist seit Jahrzehnten Thema. Im Jahr 2013 hatten mehrere örtliche Planungsbüros bereits Lösungskonzepte für die Brücke entwickelt. Ob ein solcher Bahnhofssteg aber tatsächlich gebaut werden kann und soll, wird der Stadtrat letztlich auf Grundlage der Machbarkeitsuntersuchung zu entscheiden haben. Die Arbeitsergebnisse, in die auch Gespräche mit Bahn, Augsburger Verkehrsverbund (AVV) sowie Fördergebern einfließen, sollen Ende Oktober 2020 vorliegen.

Ziel ist es, den Friedberger Bahnhof in eine Mobilitätsdrehscheibe zu verwandeln. Angebote von Bahn über Bus bis zu Carsharing und Taxi sowie Abstellmöglichkeiten für Autos und Fahrräder sollen integriert werden. Wie berichtet, hat der Stadtrat den Auftrag zur Aufstellung eines Toilettencontainers sowie zu zusätzlichen Fahrradabstellplätzen vergeben. Diese hätten ursprünglich zur Eröffnung der Bayerischen Landesausstellung fertig sein sollen.

ÖPNV-Beauftragter: Bahnhof Friedberg muss dringend barrierefrei werden

Der Friedberger ÖPNV-Beauftragte Professor Manfred Schnell begrüßt es, dass sich am Friedberger Bahnhof endlich etwas tut. „Barrierefreie Bahnsteige für eine Stadt wie Friedberg mit acht Zügen pro Stunde sind überfällig“, erklärt Schnell auf Anfrage unserer Redaktion. Er erlebe fast regelmäßig am Bahnhof traurige und schwierige Situationen mit Rollstuhlfahrern, Rollatoren und Kinderwagen. „Nur durch gegenseitige private Hilfe und die wirklich gute und oft sehr menschliche Hilfe der Zugbegleiter und sogar der Lokführer der BRB wird ein Einsteigen in die Züge oft erst möglich.“

Schnell, der an der Luitpoldstraße aufgewachsen ist, sieht einen Bahnhofssteg nahezu als „Jahrhundertwerk“. Man wäre schlagartig um fünf bis zehn Minuten schneller am Bahnhof, rechnet er vor. Dadurch würden viele Autofahrten entfallen.

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